Ein vertrauter Ort, eine neue Rolle: Stefanie Schäffer startet als Rektorin der Grundschule an der Bräugasse

Dass ihr Weg sie noch einmal an ihre alte Schule führen würde, hätte sie nicht gedacht. Und doch musste es so kommen: Stefanie Schäffer tritt in die Fußstapfen von Tanja Kölbel und ist die neue Rektorin der Grundschule an der Bräugasse. Ihren Posten als Schulleiterin in Lupburg verließ sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Noch sind die Gänge in der Schule wie leergefegt, an den Garderoben fehlen die Jacken, kein Stimmengewirr auf dem Pausenhof. In wenigen Tagen wird sich das ändern: Am Dienstag öffnet die Grundschule an der Bräugasse ihre Pforten. Nicht nur für die Erstklässler beginnt damit ein neues, aufregendes Kapitel, sondern auch für die neue Schulleiterin.
Umfeld an der Bräugasse ist Stefanie Schäffer nicht unbekannt
„Ich bin wieder zu Hause sozusagen“, sagt Stefanie Schäffer in ihrem neuen Büro und strahlt. Die Freude auf den Neuanfang in Neumarkt ist ihr anzumerken. Das Umfeld an der Bräugasse ist ihr in der Tat nicht unbekannt: Zwölf Jahre lang stand die 44-Jährige als Lehrerin vor etlichen Grundschülern, angefangen im September 2008.
Schäffer studierte Grundschullehramt in Eichstätt. Neben Deutsch und Mathe als Pflichtfächer wählte sie Sozialkunde als nicht vertieftes Hauptfach sowie Sport. „Deshalb ist mir die Erziehung und politische Bildung ganz wichtig“, betont die Rektorin. Dank einer weiteren Qualifikation darf Schäffer auch Englisch unterrichten. Im Grunde alles außer Religion und Handarbeit, sagt sie.
Nach zwei Jahren als Lehramtsanwärterin in Ingolstadt kam Schäffer wiederum für zwei Jahre an eine kleine Grundschule bei Neuburg, bis sie sich schließlich als frischgebackene Mutter in die Oberpfalz versetzen ließ. Der Grund: Mit ihrem Mann kaufte die inzwischen dreifache Mutter ein Haus in Seubersdorf.
„Es war eine Herzensentscheidung“, sagt Schäffer
2008 wurde Schäffer der Grundschule an der Bräugasse zugewiesen. „Ich durfte dann direkt die Deutschlerngruppe übernehmen und hatte so meinen ersten Kontakt mit der ersten Klasse.“ Sie unterrichtete speziell Kinder, die in Deutsch gefördert werden mussten.
Nach ganzen zwölf Jahren öffnete sich im Jahr 2020 unerwartet eine neue Tür: An der Grundschule in Lupburg war eine Stelle als Schulleiterin ausgeschrieben. Diese Chance ließ sich die Lehrerin nicht entgehen: „Es war eine Herzensentscheidung. Ich hab gefühlt, dass ich etwas Neues ausprobieren muss.“ Bei der Erinnerung schüttelt Schäffer den Kopf und muss unwillkürlich lachen. „Das ist das Schöne. Es hat alles immer geklappt in meinem Leben.“
Kontakt zu Kindern steht im Vordergrund
In Lupburg, an einer kleinen Schule mit sieben Lehrkräften und durchschnittlich 100 Kindern, konnte Schäffer als Rektorin trotzdem eine Klassenleitung übernehmen. „Mir ist der Kontakt zu Kindern ganz wichtig. Ich habe mich pudelwohl gefühlt in Lupburg.“
In diesen vier Jahren unterrichtete sie die dritte und vierte Klasse. „Jede Jahrgangsstufe hat ihre Herausforderung. Ich kann gar nicht sagen, was mir am liebsten ist.“ Doch gleich ob Erst- oder Viertklässler, der Lernprozess bei den Kindern bleibt für die 44-Jährige nach wie vor spannend. „Es sind diese großen Augen der Schüler. Die Kinder sind wie Rohdiamanten, die man mitbekommt und mitschleifen darf – schulischer Art.“ Erneut schüttelt Schäffer den Kopf und findet dann die richtigen Worte: „Das ist so ein tolles Gefühl und ein anderer Lohn, den man als Lehrer kriegt.“
Rückblickend spricht Schäffer von einer stärkenden Zeit in Lupburg: „Es war eine große Herausforderung und natürlich wäre es ohne Corona einfacher gewesen. Aber es haben alle an einem Strang gezogen.“
Mit einem Rucksack voller Erfahrungen tritt Schäffer nun ihre neue Stelle in Neumarkt an. „Ich bin nicht gegangen, weil ich weg wollte, sondern weil sich eine neue Tür geöffnet hat. Wenn so eine Stelle frei wird, hat man diese Möglichkeit einmal.“ Es war eine Bauchentscheidung – mal wieder.
Ziel: Kinder kennenlernen
Die Grundschule an der Bräugasse ist eine andere Hausnummer, weiß Schäffer. Sie ist größer, es gibt mehr Kollegen, zwölf Klassen und die Zahl der Schüler liegt zwischen 240 und 250. Zudem ist der Migrationsanteil hoch. „Es ist eine große Herausforderung und ich habe den größten Respekt vor der Aufgabe, aber ich freue mich sehr drauf.“ Der große Vorteil: Sie kennt die Schule und den Großteil der Kollegen. Ihr erstes Ziel: Herausfinden, wo die Schule als Ganzes steht und dort weitermachen. „Zuhören ist die wichtigste Kompetenz, die ich jetzt haben muss.“
Schäffer unterrichtet Mathe und Sport und gibt Förderstunden
Und ab jetzt nur noch am Schreibtisch sitzen? „Nein, das wäre gar nicht meins. Mir ist wichtig, dass ich in vielen Klassen bin und die Kinder kennenlernen kann“, sagt Schäffer. Sie unterrichtet Mathe in der ersten Ganztagesklasse. Die Klassenführung übernimmt dabei ihre Kollegin. Außerdem gibt sie Förder- und Sportstunden.