Ertrunkene Chiara: Zum Jahrestag feiert Familie bewegende Trauerfeier am Iseosee

Von Isolde Stöcker-Gietl · 5. September 2024 um 19:00

Ein Gedenkstein erinnert jetzt an die verunglückte junge Frau aus der Oberpfalz. Die Familie will künftig jedes Jahr am Iseosee Urlaub machen, um Chiara nahe zu sein. Monatelang hatten Ehrenamtliche zuvor versucht, die 20-Jährige zu bergen.

Im Hafen von Pisogne steht seit 1. September ein besonderer Gedenkstein. Er erinnert an Chiara Lindl, die vor einem Jahr von einem Schnellboot in den Iseosee stürzte und ertrank. Nachdem die monatelange Suche nach der Verunglückten ohne Erfolg blieb, haben ihre Familie und Freunde nun Abschied von der 20-Jährigen aus Hemau genommen. Es sei eine wunderschöne Trauerfeier gewesen, sagt Chiaras Mutter Irena Lindl.

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Ein italienischer Steinmetz hat den Erinnerungsort nach den Wünschen der Familie geschaffen. „Mit Glitzersteinen“, wie es die angehende Studentin liebte. Rund 45 Gäste nahmen an der Feier am 1. September teil. Die Zeremonie wurde von einem Pianisten und einer Sängerin begleitet. Ein paar getragene Turnschuhe von Chiara standen als persönliche Erinnerungsstücke neben ihrem Bild. Es sei ein Abschied, der sehr schwer falle, sagt Irena Lindl.

Die junge Frau war vor einem Jahr bei einer nächtlichen Party auf einem Schnellboot vor den Augen ihrer Schwester und Freunden in den am Unglücksort bis zu 120 Meter tiefen See gestürzt. Trotz sofortiger Suchmaßnahmen tauchte die 20-Jährige nicht wieder auf. Über Monate hinweg versuchten ehrenamtliche Wasserretter der Gruppo Volontari del Garda, der Sommozzatori Capriolo und der Gruppo soccorso Sebino mit Tauchrobotern und Sonargeräten die Verunglückte zu bergen. Die Technische Hundestaffel aus Starnberg reiste im Frühjahr 2024 zu einer weiteren Suche an und konnte das Gebiet mit ihren Mantrailer-Hunden auch weiter eingrenzen, doch eine Unterwasser-Absuche war aufgrund der Größe des Areals unmöglich. Die Enttäuschung bei den Helfern war groß, weil man nicht mehr für die Familie tun könne.

Schon damals hatten Irena und Markus Lindl beschlossen, dass sie keine weiteren Suchmaßnahmen für ihre Tochter anstoßen wollen, sondern sich im Rahmen einer Trauerfeier zum ersten Jahrestag am Unglücksort verabschieden werden. Dafür beauftragten sie den Steinmetz Stefano mit der Gestaltung des Gedenksteines, der neben Name, Geburts- und Sterbedatum der jungen Frau auch den Satz „Child of the Universe“ - Kind des Universums - trägt. Daneben ein Sternenregen und die geliebten Glitzersteine der 20-Jährigen.

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Die Familie hatte sich zuvor mit zwei großen Spendenaktionen, bei denen rund 25.000 Euro zusammenkamen, für das große ehrenamtliche Engagement und den Beistand in dieser schweren Zeit bedankt. Wie Irena Lindl berichtet, ging das Schicksal ihrer Tochter auch den Einheimischen sehr nahe. Aus dem Ort habe es Unterstützung bei der Vorbereitung der Abschiedsfeier gegeben und Einheimische nahmen auch an der Zeremonie teil. Für mich ist dieser Ort zu einem besonderen Ort geworden, an dem mir Chiara sehr nah ist“, sagt die Mutter. Ein Ort, an dem auch nicht nur Trauer herrsche, sondern neue Freundschaften entstanden seien.

Ein Grab, an dem sie ihrer Tochter nah sein können, hätte ihnen viel bedeutet, sagen die Eltern. Nun wollen sie Chiara hier, am Iseosee, jedes Jahr besuchen kommen.

Neben einem Foto der jungen Frau standen ihre getragenen Turnschuhe Foto: Foto: privat