Bergung nicht möglich: Chiaras Grab bleibt der Iseosee

Hunde der Technischen Hundestaffel aus Starnberg haben das Gebiet, in dem die verunglückte 20-Jährige aus Hemau liegen könnte, eingegrenzt. Doch eine Bergung wird nicht möglich sein. Jetzt werden die Eltern am Iseosee einen Ort des Gedenkens schaffen.
Jedes Jahr, so haben es Irena und Markus Lindl beschlossen, werden sie künftig Urlaub am Iseosee machen. Hier ist ihre Tochter Chiara am 1. September 2023 bei einem Bootsausflug tödlich verunglückt. Und hier wird ihr Grab sein. Die Hoffnung der Familie aus Hemau (Lkr. Regensburg), dass nach einer Absuche durch die Technische Hundestaffel aus Starnberg eine Bergung möglich wird, hat sich nicht erfüllt. Irena Lindl hat die Arbeit der Vierbeiner aber restlos überzeugt. „Ich bin mir sich, dass die Hunde Chiara aufgespürt haben.“
Hunde grenzten Gebiet ein
Die Hunde haben auf dem 65 Quadratkilometer großen See durch etwa 50 Markierungspunkte das Suchgebiet eingegrenzt. Doch wie Kai Einfeldt von der Technischen Hundestaffel nach dem Abbruch der Suche erläuterte, wird der Geruch, den die Hunde wahrnehmen, durch einen trichterförmigen Strudel aus einem großen Bereich angesaugt. Es sei unmöglich, diesen Bereich technisch abzusuchen. Einfeldt war selbst mit seiner Hündin Nala im ersten Auslandseinsatz der Gruppe mit dabei. Bereits vor dem Aufbruch hatte er zu hohe Erwartungen gedämpft und davon gesprochen, dass die Methode hier „an ihre Grenzen“ gebracht werde. In so tiefen Gewässern hatten die sogenannten Mantrailing-Hunde bislang nicht gearbeitet. Dennoch war bei den ehrenamtlichen Helfern am Ende die Enttäuschung groß, nicht mehr für Chiaras Familie tun zu können.
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Irena und Markus Lindl hatten bereits vor der erneuten Suche beschlossen, dass dies die letzte Maßnahme sein soll. „Uns fehlt der Abschied sehr, wir wünschen uns, unseren Sonnenschein Kiki bei uns zu haben“, sagten sie damals. Doch sie betonten auch, dass ihnen bewusst sei, dass die Chancen sehr klein seien, sie nach der langen Zeit noch zu bergen. Der See ist an der Unglücksstelle bis zu 120 Meter tief und wird zudem vom Fluss Oglio gespeist.
Über 25.000 Euro Spenden gesammelt
Wie sehr sich die ehrenamtlichen Helfer engagierten, um die junge Frau trotz der schwierigen örtlichen Gegebenheiten zu finden und in ihre Heimat überführen zu können, vergaßen die Eltern trotz ihrer tiefen Trauer nie. Zwei Spendenaktionen rief Irena Lindl ins Leben. Gut 20000 Euro sammelte sie für die „Gruppo Volontari del Garda“, die über Wochen mit einem Schiff, mit Tauchrobotern und Sonargeräten den Iseosee absuchten. Für den Einsatz der Technischen Hundestaffel hat die Familie gut 5000 Euro an Spenden gesammelt. Was nicht für den Einsatz verwendet wurde, wird in die Ausstattung der Gruppe investiert. Überhaupt, so sagt Irena Lindl, hätten sie in Italien eine unglaubliche Welle der Solidarität erfahren. „Für mich ist dieser Ort zu einem besonderen Ort geworden, an dem mir Chiara sehr nah ist“, sagt sie. Ein Ort, an dem auch nicht nur Trauer herrsche, sondern neue Freundschaften entstanden seien.
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Chiaras Eltern werden mit Familie und Freunden in Hemau und in Irena Lindls Heimat Tschechien eine Abschiedsfeier gestalten. Ein Grab, an dem sie ihrer Tochter nah sein können, hätte ihnen viel bedeutet, sagen sie. Nun haben sie in Italien einen Steinmetz beauftragt. Er wird einen Granit mit Inschrift gestalten. Am 1. September, dem 1. Todestag von Chiara, werden sie ihn am Iseosee aufstellen.