Vermisste Chiara im Iseosee: Private Suchaktionen, um die Regensburgerin zu finden

Von Isolde Stöcker-Gietl · 10. Oktober 2023 um 12:43

Das Bootsunglück liegt Wochen zurück, doch ehrenamtliche Taucher versuchen weiterhin jedes Wochenende eine Spur zu der vermissten 20-Jährigen aus dem Raum Regensburg zu finden. Ihr erklärtes Ziel: Den Eltern die sterblichen Überreste zu übergeben.

Die italienische Presse spricht von einem „kollektiven und grenzenlosen Engagement“, das Freiwillige weiterhin aufbringen, um die seit 1. September im Iseosee vermisste Chiara L. aus dem westlichen Landkreis Regensburg zu bergen. Auch am vergangenen Wochenende waren wieder ehrenamtliche Taucher der Sebino Rescue Group und die Taucheinheit der Garda Volunteers zwischen Pisogne, Toline, Lovere und Castro im Einsatz. Mit Sonar und Unterwasserrobotern erkunden sie den Grund des bis zu 200 Meter tiefen Sees. Die Sichtverhältnisse seien stark eingeschränkt, weshalb sich die Bergung so schwierig gestalteten, heißt es.

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Die 20-jährige Chiara L. hatte mit Freunden und Familie Urlaub auf einem Campingplatz am Iseosee gemacht. Bei einer Fahrt mit einem Motorboot übernahm eine junge Frau aus der Gruppe das Steuer und gab wohl zu beherzt Gas. Chiara L. stürzte ins Wasser und tauchte nicht mehr auf. Die Suche begann mit zeitlicher Verzögerung, denn die geschockte Gruppe kehrte zunächst zum Campingplatz zurück, bevor sie die Rettungskräfte alarmierte, berichteten italienische Zeitungen.

Das Portal „Lombardianera.it“ schrieb am Montag, dass sich die Rettungsarbeiten inzwischen hin zu privaten Initiativen verlagert hätten. Es sei den jetzt tätigen Ehrenamtlichen ein großes Anliegen, den Angehörigen die sterblichen Überreste der jungen Frau zu übergeben, um so „ein Mindestmaß an Trost zu bieten“.

Im Portal „Prima Bergamo“ dämpfte ein Taucher die Hoffnung auf eine baldige Lokalisierung der Leiche. Das könne auch Monate dauern, sagte er mit Verweis auf ähnlich gelagerte Fälle. Denn es sei sehr schwierig, angeschwemmtes Material auf den kartierten Gebieten zu identifizieren. Der Fluss Oglio transportiert viele Äste und Bäume in den See. Die Taucher vermuten, dass sich Chiaras Leichnam auf dem Boden darin verfangen haben könnte. In der vergangenen Woche wähnten sich die freiwilligen Helfer schon auf einer Spur zur Vermissten. Doch die Stelle, wo man vermeintlich zwei Beine lokalisierte, entpuppte sich schließlich als Astgabel.