Parkhaus-Neubau in Bad Kötzting: Nun wird wieder etwas aufgebaut

Von Stefan Weber · 5. September 2024 um 05:00

Seit Mai wird am neuen Parkhaus, das fast 14 Millionen Euro kosten soll, gebaut – oder besser: Das alte Parkhaus erst einmal abgebrochen. Seit Juli ist vom alten Gebäude nichts mehr zu sehen und die Baustelle gräbt sich in die Erde ein. Seit Mittwoch wird wieder etwas aufgebaut, das viele Tonnen Gewicht aushalten soll.

„Das ist im Spezial-Tiefbau schon der höchste Schwierigkeitsgrad“, sagt Christian Hartl. Er ist Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft für Bauwesen und Geotechnik in Hengersberg. Die Firma hatte auch schon den Abbruch des alten Parkhauses und eines angrenzenden Wohngebäudes betreut.

Neigung von 80 Prozent

An der Baustelle in Bad Kötzting gebe es mehrere Punkte, die herausfordernd seien, sagt Hartl. Einer davon sei natürlich der Faktor Platz. Da der Neubau quasi die gesamte Fläche der Baustelle einnehmen werde, gebe es nicht viel Platz für die Arbeiten. Darum sei etwa die Böschung im nördlichen Teil, wo die Baugrube eine Tiefe von bis zu acht Metern erreichen werde, mit einer Neigung von 80 Prozent versehen.

An der Gehringstraße müsse die Baugrube nicht nur die Last des Verkehrs, sondern im Notfall auch eines ganzen Löschzuges der Feuerwehr aushalten, oder, wie Statiker es ausdrücken würden: 3,4 Tonnen Gewicht auf den Quadratmeter. Zur Holzapfelstraße hin und auch im Norden der Baustelle stehen Häuser direkt an der Grube, deren Last sich natürlich ebenfalls darauf auswirke. Insgesamt also viele Faktoren, die es zu beachten gebe, und weshalb die Baugrube schon jetzt, obwohl sie insgesamt erst die Hälfte ihrer endgültigen Tiefe erreicht habe, abgestützt werden müsse.

Wand wird 25 Zentimeter dick

Darum ist an diesem Tag an der Südseite über die Gehringstraße ein großer Betonmischer angefahren. Unten in der Baugrube steht ein Bagger, dem ein großer Schlauch an die Schaufel gespannt worden ist. Mit Hochdruck schießt aus dem Schlauch der Spritzbeton gegen das Erdreich der Baugrube und die Stahlmatten davor.

Rund einen halben Tag werde es dauern, bis die mit Haken rückversicherte Schale in einer Dicke von etwa 25 Zentimetern entlang der Gehringstraße fertig sein wird, sagt Hartl.

Im Norden werde aufgrund des Gewichts der angrenzenden Wohngebäude außerdem noch eine Träger-Bohlwand eingebaut – außerdem müsse nicht nur die aktuelle Baustelle, sondern auch das künftige Parkhaus frei vom Schichtwasser gehalten werden, weshalb schon jetzt Ablaufrohre verbaut werden.

Noch bis Ende des Jahres werden die Erdarbeiten dauern, dann wird das neue Parkhaus aufgebaut.

Hier wird viel bewegt

Erdreich: Da das neue Parkhaus nicht wie der Vorgängerbau ebenerdig gebaut werden wird, muss viel Erdreich bewegt werden. Rund 12 800 Kubikmeter Erdaushub werden bewältigt.

Tiefe: Bis zu sieben Meter tief muss in den Untergrund gegraben werden – im Moment sei bei der Tiefe der Baugrube die Hälfte erreicht, erklärt Christian Hartl vom Ingenieurbüro aus Hengersberg.

Stützwände: Um die Baugrube abzusichern, werden im Moment Stützwände aus Beton gegossen. 950 Quadratmeter Fläche werden die einnehmen und von 186 Ankern gehalten.

Zwischen der Gehringstraße am oberen Bildrand und der Holzapfelstraße am unteren Bildrand klafft das Loch der Baugrube mitten in der Innenstadt.