Baustelle zwingt Schüler zwischen Geigant und Waldmünchen zum Umsteigen

Von Martin Hladik · 3. September 2024 um 19:00

Seit einer Woche beschert die Baustelle auf der Staatsstraße von Geigant (Landkreis Cham) bis zur Abzweigung Zillendorf (Landkreis Cham) den Autofahrern eine große Umleitung über Machtesberg (Landkreis Cham). Die Umfahrung ist bis Anfang Oktober notwendig.

Mit Schulbeginn in der kommenden Woche verschärft sich die Situation, weil die Baustelle und die Umleitungsstrecke auch die ÖPNV-Verbindungen verändern. Hier haben das Landratsamt Cham und die Stadt Waldmünchen größere Vorplanungen getroffen.

1,6-Millionen-Euro-Projekt läuft seit Mai

Doch zunächst zur Ursache der Umleitung: Grund ist ein seit Mai laufendes Bauprojekt, das laut staatlichem Bauamt insgesamt 1,6 Millionen Euro kostet. In einem ersten Abschnitt wurde die Abzweigung nach Sinzendorf erneuert. Es wurde die alte Y-Einfahrt beseitigt und eine neue, den heutigen Verkehrsansprüchen genügende Einfahrt geschaffen.

Seit einer Woche läuft der nächste Bauabschnitt. Er betrifft die Strecke zwischen Geigant und Beckenhöhle. Auf dieser Strecke wird die gesamte Fahrbahn auf 6,50 Meter verbreitert, erklärt der für den Landkreis Cham zuständige Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamtes, Dr. Richard Bosl. Zusätzlich wird bei der Einmündung nach Sinzendorf eine Linksabbiegespur geschaffen.

Um die Straße zwischen Geigant und der Abzweigung Sinzendorf entsprechend zu verbreitern, muss eine an dieser Stelle hohe Böschung abgetragen werden. Hinzu kommt, dass auf diesem Abschnitt der Unterbau der Straße verbessert werden muss, berichtet Bosl.

Bodenwelle verschwindet

Dann wird auch die Bodenwelle, die viele Autofahrer seit über einem Jahr an der Ortsausfahrt Geigant kennen, verschwunden sein, die weitere Fahrbahn wird nach der Unterbauverbesserung entsprechend höher sein.

Ebenfalls zum Projekt gehört der Geh- und Radweg bis zur Einmündung Sinzendorf und weiter bis Beckenhöhle bis zur Höhe einer Christbaumplantage. Laut Bosl laufen derzeit noch erfolgversprechende Verhandlungen für die Weiterführung des Radweges.

Die Asphaltierung der Strecke wird laut Bosl Mitte September beginnen und soll bis Anfang Oktober fertig sein. Der Ausbau der Einmündung Zillendorf sei erst für später geplant.

Für den Betrieb der Baustelle und wegen der geringen Fahrbahnbreite war eine halbseitige Sperrung nicht möglich, erklärt Bosl. Deswegen sei eine Vollsperrung nötig. Die beste Umfahrung ist dabei jene über Machtesberg.

Eine Abwicklung der Sperrung während der Urlaubszeit sei bei dem Bauvolumen und dem Zeitrahmen der Arbeiten nicht möglich gewesen. „Wir können nicht alles in den Ferien machen, sonst könnten wir nicht bauen!“ Vehement verteidigte Bosl eine 14-tägige Baupause in den Ferien. „Auch Bauarbeiter haben das Anrecht, mit ihrer Familie und ihren Schulkindern in Urlaub zu gehen!“

Große Auswirkungen auf ÖPNV

Während die Umleitung für Autofahrer schlimmstenfalls lästig ist, hat sie auf den öffentlichen Personennahverkehr und die Schülerbeförderung größere Auswirkungen.

Um die Grund- und die Mittelschüler kümmert sich die Stadt Waldmünchen in Abstimmung mit dem Landratsamt Cham. So heißt es aus der Stadtverwaltung, dass die Grundschüler, die aus den Orten jenseits der Baustelle nach Geigant müssten, mit einem Kleinbus über den Schwarzwiesenweg zur Schule gebracht würden.

In einer Pressemitteilung des Landratsamts heißt es dazu: Beim Bus 431 (Bierl-Reisen) entfallen die Haltestellen zwischen Beckenhöhle, Machtelsberg und Katzbach. „Für die Grundschüler Geigant wird ein separater Bus eingesetzt, der die entfallenen Haltestellen bedient. Morgens: Zillendorf , Beckenhöhle, Keller – Geigant; Mittags: Geigant – Machtelsberg – Häuslarn – Beckenhöhle - Zillendorf.“

Die Schüler, die von Geigant zur Mittel- oder Realschule fahren, müssen etwa 20 Minuten früher an der Bushaltestelle sein. Hier schreibt das Landratsamt: „Schüler aus Geigant (Mittel- und Realschule) nach Waldmünchen können den ersten Bus um 7.05 Uhr nutzen oder die OPB (Oberpfalzbahn/Länderbahn).“

Alle Schüler informiert

„Alle betroffenen Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule sowie der weiterführenden Schulen in Cham werden bzw. wurden von der Gemeinde und dem Landratsamt direkt über die Änderungen informiert“, teilt Fabian Koller, der Sprecher des Landratsamtes in Cham, mit. Besonders betroffen ist die RBO-Linie 420. Hier entfallen sämtliche Bus-Haltestellen von Waldmünchen, Lerchenfeld bis zur Schule in Geigant. Hier könne die Länderbahn auf der Strecke Waldmünchen – Cham genutzt werden, empfiehlt das Landratsamt. Betroffen sind davon zehn Schüler in Fahrtrichtung Cham und 50 Schüler der Mittel- und der Realschule in Waldmünchen. Für den Weg zu den Bahnhaltepunkten Grub oder Zillendorf müssen die Schüler beziehungsweise deren Eltern selbst sorgen. Das Landratsamt bietet den betroffenen Schülern lediglich eine Entschädigung für die Wegstrecke an.

Allerdings ist für betroffenen Schüler bei der Heimfahrt aus Cham mit der Linie 420 eine Rückfahrt per Bus möglich. Der Bus befährt die Umleitungsstrecke, soweit das die Baustelle zulässt. Mit entsprechend längerer Fahrzeit muss gerechnet werden.

Die Pressemitteilung des Landkreis im Wortlaut

Bus 420 - RBO: Die Haltestellen von „Waldmünchen, Lerchenfeld“ bis „Geigant, Schule“ entfallen ersatzlos. Hier ist eine Nutzung der Länderbahn (OPB) möglich. Ausgenommen davon ist die mittägliche Rückfahrt ab Cham. Diese ermöglicht einen Ausstieg an allen Haltestellen. Der Bus fährt entsprechend der Umleitungsstrecke. Diese kann sich je nach Baustellenverlauf ändern. Für dem Weg zum Bahnhaltepunkt Grub oder Zillendorf bietet das Landratsamt den betroffenen Schülern eine Wegstreckenentschädigung an.

Bus 431 - Bierl-Reisen: Die Haltstellen zwischen Beckenhöhle, Machtelsberg und Katzbach entfallen. Für die Grundschüler Geigant wird ein separater Bus eingesetzt, der die entfallenen Haltestellen bedient. Morgens: Zillendorf, Beckenhöhle, Keller – Geigant. Mittags: Geigant – Machtelsberg – Häuslarn – Beckenhöhle – Zillendorf. Schüler aus Geigant (Mittel- und Realschule) nach Waldmünchen können den ersten Bus um 7.05 Uhr nutzen oder die OPB. Mittags können sie mit der RBO-Linie 420 fahren (vgl. oben).

Auch der Gehweg zum Friedhof wird neu geschaffen. Foto: Hladik