16 Stellplätze eingerichtet: Wohnmobil-Urlauber schätzen neues Angebot der Stadt Bad Kötzting

Vor knapp einem Vierteljahr hat die Stadt Bad Kötzting 16 Wohnmobil-Stellplätze auf dem Begegnungszentrum Alte Kaserne im Stadtnorden in Betrieb genommen. Das „Wildparken“ auf öffentlichen Flächen hat das noch nicht ganz beseitigt, worüber die Besitzer von Wohnmobilen selbst aber auch nur den Kopf schütteln können.
Es ist Montagmorgen, und das Paar aus Oberbayern hat das Frühstück gerade beendet. Sie sind schon seit einigen Tagen auf einem der Wohnmobil-Stellplätze auf dem BZ und loben die Anlage. Beide sind schon länger mit dem Wohnmobil in ihrer Freizeit unterwegs, kennen Plätze in Deutschland und Österreich. Dass ein Fahrer am Abend zuvor den Parkplatz gegenüber, auf dem keine Gebühren erhoben werden, angefahren hat, können sie nicht nachvollziehen, im Gegenteil.
Manchem sind 5 Euro zu viel
15 Euro zahlen sie pro Übernachtung – und finden das sehr fair. „Aber es gibt halt immer diejenigen, die zwar für 200 000 Euro ein Wohnmobil haben, denen aber selbst fünf Euro für den Stellplatz zu teuer wären“, sagen sie. Mit Blick auf die Infrastruktur zur Wasser- und Abwasser- sowie für die Müll-Entsorgung können sie nur den Kopf über jene schütteln, die zwar keine Gebühren zahlen wollen, ihren Unrat aber kostenlos auf das Gelände der ehemaligen Kaserne fahren. „Vielleicht sollte man dafür extra verlangen“, meinen sie.
Im Kur- und Gästeservice sind dessen Leiter Sepp Barth diese Probleme durchaus bewusst. „Aber das war klar, dass man das nicht verhindern kann“, sagt er auf Nachfrage unseres Medienhauses. Insgesamt sei man mit der Auslastung der 16 Plätze in der „Anlaufphase“ sehr zufrieden. Die Anlage müsse an sich ja auch erst einmal bekannt werden.
Vize-Bürgermeister Wolfgang Pilz hingegen ärgert es, wenn er immer wieder Wohnmobile auf Parkplätzen stehen sieht, die sich die Gebühren sparen wollen. So seien ihm etwa immer wieder welche auf dem Parkplatz am Kurpark auf Höhe des FC-Stadions aufgefallen.
Das Problem dabei sei, dass es nicht verboten sei, eine einzelne Nacht auf einem Parkplatz zu verbringen, sagt Barth – und wer sollte in letzter Konsequenz jeden Stellplatz darauf überprüfen, wie lange ein Fahrzeug darauf steht? Dass etwa speziell auf diesem Parkplatz mit Hinweisschildern darauf verwiesen werde, dass er nur für Autos vorgesehen sei, habe in etwa „den Status einen Besenstils“. Nicht nur in diesem Fall seien Anstand und Benehmen Eigenschaften, die immer seltener zu finden seien.
Hinweise statt Verbote?
Die beiden Wohnmobil-Besitzer aus Oberbayern sehen das im Kern eigentlich genauso. Davon, alle öffentlichen Parkplätze offensiv mit Hinweisen für Urlauber zu versehen, dass Wohnmobile hier nicht stehen dürfen, halten aber auch sie nichts. „In Österreich wird das so gemacht, und da fühlt man sich dann irgendwie auch nicht wirklich willkommen.“ Besser wäre es, an den jeweiligen Stellen auf die Möglichkeiten hinzuweisen, die es im Ort gibt. Auch sei ein Parkverbot für Wohnmobile in Ortschaften generell nicht sinnvoll, wenn die Fahrer dann nicht einmal mehr zum Einkaufen in den Ort fahren könnten. .
Diese Stellplätze hätten beide, die noch nie zuvor in Bad Kötzting gewesen sind, im Internet sehr schnell gefunden. Auch den mit fünf Euro pro Tag noch günstigeren Stellplatz mit vier Flächen am AQACUR hätten sie so gesehen – allerdings biete der natürlich auch nicht die Annehmlichkeiten der Abfall-Entsorgung direkt vor Ort. Am Standort auf dem BZ sei ihnen nicht nur positiv aufgefallen, dass es sowohl Schattenplätze als auch unbeschattete Flächen gebe, sondern auch, dass die Kosten für den Strom mit 50 Cent pro Kilowattstunde sehr günstig seien. Eine kleine Anmerkung hätten sie noch, nämlich, dass der Container für den Restmüll knapp bemessen sei, vor allem sobald mehr Wohnmobile hier parken.
Ein Punkt, den auch die Planer der Anlage vor der Eröffnung auf dem Zettel hatten, wie Sepp Barth sagt: „Wir haben das bewusst so gehalten, weil hier sonst auch noch der Sperrmüll entsorgt werden würde“, sagt er. Lieber werde der Müll regelmäßiger entsorgt. Für Anregungen und Kritik sei man im Kur- und Gästeservice jederzeit dankbar. Einige Besucher hätte die Gelegenheit auch schon bei ihrem Besuch im Sinocur vor Ort genutzt. Aber auch die städtischen Mitarbeiter seien immer wieder vor Ort, um sich bei den Wohn-Mobilisten zu erkundigen.
Stellplätze im Stadtgebiet
Städtisch: AQACUR Badewelt: Vier Wohnmobilstellplätze, Platzgebühr 5 Euro pro Nacht; BZ Alte Kaserne: 16 Wohnmobilstellplätze, Platzgebühr 15 Euro pro Nacht
Ammermühle: Zehn Stellplätze, 15 Euro pro Nacht (Einzelperson, jede weitere Person fünf Euro).
Auf dem Bauernhof: 15 Stellplätze, 10 Euro pro Nacht, plus zwei Euro pro Person.
Adventure Camp: 50 bis 80 Stellplätze, 15 Euro pro Nacht für Wohnmobile
