Vorfreude auf zweiten Christopher Street Day am 21. September auf dem Chamer Marktplatz

Von David Salimi · 3. September 2024 um 19:00

„Grundrechte sind nicht verhandelbar – Bayern ist auch im ländlichen Raum vielfältig!“ – unter diesem Motto steht der diesjährige Christopher Street Day (CSD), der am 21. September zum zweiten Mal in der Kreisstadt veranstaltet wird. Organisiert vom Verein Kunterbunt aus Amberg und dem Bündnis für Toleranz und Menschenrechte Cham, soll die Veranstaltung erneut ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung in der Region setzen.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Premiere in Cham im vergangenen Jahr stand für das Organisationstrio um Hauptkoordinatorin Tanja Federl und Achim Deufel vom Bündnis in Cham sowie Phillip Pietsch von Kunterbunt Amberg außer Frage, die bekannte Parade auch heuer wieder in die Kreisstadt zu holen.

Politikvertreter sind vor Ort

Das sei auch notwendig, wie alle drei beim Pressetermin vorab betonen. „In den großen Städten sind CSDs mittlerweile mit an die Tausende von Teilnehmern sehr etabliert“, sagt Federl. „Der Landkreis Cham ist bis vergangenes Jahr in der Hinsicht ein weißer Fleck gewesen.“ Dabei gebe es auch queere Menschen, die hier leben. Diese gilt es, sichtbar zu machen, so die Künstlerin aus Furth im Wald.

Dem pflichtet auch Achim Deufel bei: „Auch auf dem Land sind diese Menschen Teil der Gesellschaft.“ Der Begriff Queer steht heute als Sammelbezeichnung unter anderem für sexuelle Orientierungen sowie Lebens- und Liebesformen, die nicht heteronormativ sind.

Geplant ist wieder ein Demozug, beginnend um 14 Uhr am Bahnhof, der über Ludwigstraße, Hafnerstraße, den Spitalplatz und die Schmidstraße zum Marktplatz führt. Dort erwartet die Teilnehmer gegen 15 Uhr dann „das Finale“ der Veranstaltung mit einem Rahmenprogramm und zahlreichen Informationsständen verschiedener Parteien und Organisationen, erklärt Tanja Federl. Den Auftakt bildet die Trommelgruppe Jakolo um Sigi Lee Nachreiner, bevor Chams Bürgermeister Martin Stoiber Grußworte an die Gäste richtet.

Publikum stellt Fragen

Gut 45 Minuten soll anschließend eine Podiumsdiskussion mit verschiedenen Vertretern aus der Politik folgen, die Tanja Federl und Phillip Pietsch moderieren. Zugesagt haben MdB Ulrich Lechte (FDP), der Chamer MdL Julian Preidl (Freie Wähler), MdL Jürgen Mistol (Grüne) aus Regensburg, die Chamer SPD-Kreisvorsitzende Monika Friedl und Sebastian Wanner (Die Linke). Bei der Auswahl der Teilnehmer betont Tanja Federl Folgendes: „Wir haben Vertreter aller im Bundes- und Landtag vertretenen Parteien eingeladen – außer die AfD. Auf bereits im Vorfeld formulierte Fragen an die Diskussionsteilnehmer wollen wir in diesem Jahr verzichten, um unter anderem dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen, offenzulassen.“

Um Inhalte soll es auch beim mit gut 30 Minuten eingeplanten Redeblock um 16.30 Uhr gehen. Vors Rednerpult treten dann Henryk Höfener, Vorsitzender des CSD Deutschland, Phillip Pietsch für den Verein Kunterbunt Amberg und Christian Oberthür für das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte Cham. Eine weitere Rednerin ist Emily Götz, die als Privatperson persönliche Gedanken zu diesem Thema vorträgt.

Zwischen Podiumsdiskussion und Redebeiträgen sollen musikalische Beiträge für eine lockere Atmosphäre unter den Teilnehmern sorgen. Wieder beim Chamer CSD vertreten sind die Tanzgruppe Line Dancers aus Miltach und Sängerin Kathi. Ein Highlight im künstlerischen Programm ist laut Federl und Deufel der Auftritt von Sänger und Aktivist MKSM – „einer der meistgebuchten Sänger bei CSDs in Deutschland“, so Federl, die sich darüber freut, dass der Künstler von sich aus auf die Chamer Organisatoren zugekommen ist.

Angst vor Angriffen

Die Angst vor Angriffen oder Störungen der Feierlichkeiten ist bei den Organisatoren freilich da – sich davon einschüchtern lassen wollen sie dennoch nicht. Laut Pietsch seien andere Oberpfälzer CSDs in der Vergangenheit durchaus schon angegriffen worden. Um auf Nummer sicher zu gehen, wolle man auch in diesem Jahr mit der Polizei und anderen Partnern vor Ort zusammenarbeiten.

Dasselbe betrifft auch die Zusammenarbeit mit der Stadt wie Deufel betont: „Die Stadt Cham stand bereits letztes Jahr hinter uns und war unserem Vorhaben gegenüber offen“. Für diese Unterstützung sei man selbstverständlich dankbar.

Die Organisatoren Tanja Federl, Achim Deufel und Phillip Pietsch (online zugeschaltet) stecken derzeit in den Vorbereitungen für den nächsten CSD in Cham. Foto: David Salimi