Nach guter Sommer-Saison ist für die Waldbühne Furth im Wald schon wieder Weihnachten

Von Johannes Schiedermeier · 3. September 2024 um 15:00

Nicht nur Drachenstich, historischer Festzug, Cave Gladium und Co. locken die Massen nach Furth im Wald. Die Waldbühne macht jedes Jahr Tausende von kleinen und großen Theaterfreunden froh. Im Sommer vor allem die Kleinen.

Die Biene Maja stand heuer als eines von zwei Stücken in der Waldbühnenarena auf dem Programm. Die Geschichte von der kleinen, frechen Biene, die sich nicht in die Regeln des Bienenstocks einfügen will, häufig ausbricht und mit ihren Freunden die tollsten Abenteuer erlebt, kennt wahrscheinlich jedes Kind.

22 Aufführungen im Sommer

Das zweite Stück, „Der Zauberer von Oos“, das, ebenso wie Biene Maja, für Kinder ab drei Jahren geeignet ist, erzählt die Geschichte von Dorothy, die ein Sturm ins magische Land Oos getragen hat. Das Mädchen muss viele Abenteuer erleben, ehe sie wieder nach Hause kommt.

„Am 15. August war die letzte Vorstellung der Saison“, sagt Waldbühnenchef Max Schmatz. Sein persönliches Fazit über die Nachfrage: „Es war den Umständen entsprechend gut.“ Auch wenn die Waldbühne durch alten Baumbestand gut beschattet ist, so hat die große Hitze geschadet. „Einmal hat es außerdem stark geregnet.“ Trotzdem haben sich für die 22 Aufführungen insgesamt rund 10000 Besucher eine Eintrittskarte gekauft. Wenn man weiß, dass die Arena etwa 400 Besucher fasst, kann man sich ausrechnen, dass die beiden Stücke mehrmals so gut wie ausverkauft waren.

Zeit zum Durchschnaufen bleibt der Spielgemeinschaft Waldbühne Furth im Wald aber nicht wirklich. Schon Ende August wird begonnen, Buden für die Waldweihnacht aufzustellen. Es dauert zwar noch, ehe das beliebte Event, das am Wochenende vor dem ersten Advent über die Bühne geht, beginnt. „Die Vorbereitungen laufen aber schon, weil es viel zu tun gibt.“

Warum findet der Weihnachtsmarkt schon vor dem ersten Advent statt? Nachdem man es getestet hat, haben sich die Aussteller dafür ausgesprochen, den Termin beizubehalten. „Daran haben wir uns gehalten.“ Aber auch, wenn das Christkind am 23. und 24. November der Waldbühne traditionell einen Besuch abstattet, vermeidet man die herkömmlichen Bezeichnungen der Wintermärkte. Dann lieber Waldweihnacht. Der Erfolg gibt Schmatz und seinen Mitstreitern recht. An beiden Tagen werden jeweils zwischen 1000 und 1500 Gäste erwartet. Denen soll dann ein besonderer Service geboten werden: „Im Halbstundentakt fährt von 15 bis 18 Uhr vom Parkplatz der ehemaligen Aldi-Filiale in der Nordgaustraße ein kostenloser Shuttlebus zur Waldbühne und zurück.“

Nächstes Thema Volkstheater: Auch in diesem Bereich ist die Waldbühne aktiv. Das typischen Bayerische Volkstheater ist das Metier der Truppe. Derzeit laufen die Planungen, Schmatz befindet sich auf der Suche nach einem Stück. Ab Oktober setzt man sich zusammen und lotet aus, wer in dieser Saison mitspielt. „Ein Wechsel von etwa fünf Darstellern ist jedes Jahr normal.“

Konsequenzen hat es auch nach den Vandalismusvorfällen im vergangenen Jahr gegeben. Mitte September 2023 wurde, wie die Polizei damals erläuterte, das Kassenhäuschen aufgebrochen und darin gelagerte Gegenstände großflächig im Theater verteilt. Unter anderem wurden volle Farbeimer und Glasflaschen quer durch das Gelände geschleudert. Auf der gesamten Anlage fanden sich Scherben und zerstörte Gegenstände. Auch am Getränkevorrat bedienten sich die Vandalen (wir berichteten).

Entsetzt über Vandalismus

Entsetzt und angefasst wirkte zum damaligen Zeitpunkt Max Schmatz. Er sagte gegenüber unserer Zeitung: „Es ist einfach schade, wenn man so viel Arbeit und Herzblut investiert, dass Chaoten dieses Engagement mit Füßen treten und zerstören.“ Hunderte Scherben lagen auf dem Gelände verteilt. „Teilweise wurden die Flaschen mutwillig in den Wald geworfen.“ Eine Gefahr vor allem für Kinder. „Wir müssen jetzt jede einzelne Scherbe aufsammeln, das kann schon zwei bis drei Tage dauern.“

Damit so etwas nicht noch einmal passiert, hat der Vorsitzende Überwachungskameras installieren lassen. So kann er jede Bewegung über die Handyapp nachverfolgen. „Seither ist nichts mehr passiert“, freut er sich.

Das Schild weist den Weg zur Waldbühne.