Regensburgs Leerstand in der Stadtamhofer Ladenzeile: Kein Ende in Sicht

Von Heike Haala · 2. September 2024 um 19:00

Ende 2020 mietete die Stadt Regensburg die Räume an, in denen einmal das Café Coming Home untergebracht war. Aber auch jetzt – fast vier Jahre später – ist nicht klar, wann sie diese nutzen wird. Das Geld für die Räume muss die Verwaltung trotzdem auf den Tisch legen.

Auf die Frage, welche Pläne es für eine Nutzung gibt und wie lange es noch dauern soll, bis diese starten kann, antwortet Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, dass die Verwaltung an den Räumen in der Stadtamhofer Ladenzeile festhalten werde und darin ein Erinnerungs- und Begegnungsort realisiert werden soll. Bis es so weit ist, wird aber noch viel Wasser die Donau hinunter fließen, denn vor der Umsetzung dieser Idee müssen noch drei Aspekte geklärt werden.

Einer davon ist, dass die Stabsstelle Erinnerungskultur und Extremismusprävention seit Januar kommissarisch geleitet wird und dieser Posten noch nicht wieder besetzt ist. Das sorgt für Verzögerungen, räumt die Pressesprecherin ein. Die Personalie soll im Laufe des Jahres geklärt werden, kündigt von Roenne-Styra an. Im Frühjahr war die Verwaltung noch davon ausgegangen, dass die neue Leitung die Stelle schon im Sommer antreten könnte.

Bisherige Kosten nicht bekannt

Wenn es soweit ist, muss in der Stabsstelle ein Konzept entstehen, wie dieser Erinnerungs- und Begegnungsort aussehen soll. Und erst wenn das erledigt ist, steht fest, wie umfangreich die Bauarbeiten sind, die vor der Inbetriebnahme und damit auch der Nutzung der Räume über die Bühne gehen müssen. Eines aber ist schon einmal klar: „Auch das wird noch Zeit in Anspruch nehmen“, verdeutlicht die Pressesprecherin.

Dazu, wie viel Geld dieser Leerstand bis jetzt verschlungen hat, hüllt sich die Stadt in Schweigen. Auf die Fragen, wie hoch die Miete für die Räume ist und ob es stimmt, dass es sich dabei um 25.000 Euro pro Jahr handelt, bittet Katrin Butz von der Pressestelle um Verständnis darum, dass die Verwaltung zum Inhalt, insbesondere den Konditionen des laufenden Mietverhältnisses mit Dritten, im Hinblick auf schutzwürdige Interessen der Vertragspartner keine Auskunft gibt.

Es ist nicht das erste Projekt, das die Stadt in diesen Räumen seit der Anmietung im Herbst vor vier Jahren verwirklichen will. In Planung war dafür auch bereits eine Nutzung als Mittagsbetreuung für die Kinder der Gerhardinger Schule, was die Regierung der Oberpfalz nicht genehmigte. Und so sorgt der Leerstand inzwischen auch für Ärger. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir das nicht anmieten wollen“, äußerte sich Michael Lehner, Fraktions-Chef der CSU im Regensburger Stadtrat, zuletzt gegenüber unserer Zeitung.