Heimatöl aus Cham für die Gesundheit: Katrin Betz und Stefanie Götz haben ein neues Produkt kreiert

Von Ferdinand Schönberger · 31. August 2024 um 19:00

„Gegen das, was man im Überfluss hat, wird man gleichgültig. Daher kommt es auch, dass viele hundert Pflanzen und Kräuter für wertlose Unkräuter gehalten und mit den Füßen zertreten werden, anstatt dass man sie beachtet, bewundert und gebraucht.“ Dieses Zitat des Naturheilkundlers Sebastian Kneipp hat sich die Landwirtin Katrin Betz von der Saatenbauerei im Stadtteil Hof zusammen mit der Kräuterpädagogin und Ernährungsberaterin Stefanie Götz aus Neukirchen-Balbini zu eigen gemacht und ein neues Produkt geschaffen: das Heimatöl.

Die beiden Frauen haben sich durch ihre gemeinsamen Interessen über Bekannte kennengelernt, verstehen sich supergut und tauschen viel Wissen aus. Stefanie hat seit 20 Jahren eine medizinische Ausbildung, war MTA an der Universitätsklinik und vorwiegend in der Krebsforschung tätig und kam über die Gartenbauvereine zu den Kräutern.

Kräuter für sich entdeckt

Ihren Garten bezeichnet sie als kleines Paradies. Sie leitet den Verein für Natur, Garten, Kultur (VNGK) in Neukirchen-Balbini, ließ sich zur Gartenpflegerin, Kräuterpädagogin, ganzheitlichen Ernährungsberaterin und Heilpraktikerin ausbilden und vertreibt in ihrem Shop (stationär und online) Produkte ihrer Kräuter-, Wald- und Räucherwerkstatt. Dabei versucht sie, ihr Wissen aus Medizin sowie Garten und Kräutern zu vereinen, das Gegeneinander von Schulmedizin und Naturheilkunde aufzulösen und einen ganzheitlichen Ansatz anzubieten. Die Menschen sollen das alte, verloren gegangene Wissen darüber wieder entdecken. Ihre besondere Pflanze ist die Brennnessel mit ihrer Bedeutung für die Heilkunde und für die Artenvielfalt. Für das neue Öl von Katrin liefert sie die wertvollen Kräuter.

Katrin Betz ist auch ein großer Fan der Brennnessel und aller Pflanzen, die durch ihre Blüten dem Auge etwas geben und für die Insekten Nahrung und Heimat sind. Sie interessiert, was sich alles bei uns anbauen lässt, so auch Mohn-, Lein- und Rapssaaten. Diese veredelt sie durch ihre Ölpresse zu kaltgepresstem Speiseöl.

Das Besondere an diesen Ölen sind laut Betz ihre Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die fettlösliche Vitamine aufnehmen können und zu den „guten Fetten“ gehören, die auch für den Hirnstoffwechsel wichtig seien. Unser Körper werde einerseits mit vielen gesättigten Fetten geradezu geschwemmt, andererseits sei er von Omega-3-Fettsäuren unterernährt. Leinöle hätten leider einen schlechten Ruf, weil bei jenen aus dem Supermarkt die Fettsäuren wegen Licht und Wärme oxidieren und bitter schmecken würden. Bei ihr werde aber alles frisch hergestellt, je nach Kundenauftrag bis zu viermal in der Woche, und ihr Leinöl habe einen guten Geschmack.

Brennnessel überwiegt

Die neueste Kreation der beiden Naturliebhaber ist ihr Heimatöl. Die Idee dazu entstand im Frühsommer diesen Jahres, und nun ist das Produkt fertig. „Da ist eine geballte Heimat von uns in der Flasche drinnen“, sagt Katrin dazu. Der Name solle an die heimatlichen Kräuter und Blumen auf den Feldern und in den Gärten erinnern.

Besonders der Brennnesselgeschmack harmoniere sehr gut mit dem Rapsöl. Daher überwiege diese Pflanze auch darin. Weitere Verfeinerer des Öles sind Petersilie, Oregano, Thymian, Bärlauch, Zwiebel, Pastinake, Estragon, Koriander und Salbei. Hinzu kommen die Blüten von Sonnen-, Ringel- und Kornblumen sowie Rosen, und als Besonderheit sind Schabzigerklee und Nori-Algen enthalten.

Das neue Erzeugnis ist in der Saatenbauerei in Hof, Neubruchweg 11 (auch Automat von 8 bis 21 Uhr), und in Cham in der Klostermühle Altenmarkt sowie bei der Bäckerei Kollmer erhältlich, abgefüllt in Flaschen mit 250 oder 500 Millilitern Inhalt. Bei kühler und dunklerer Lagerung sind die Öle bis zu einem Jahr haltbar und eignen sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk: Gesundheit aus dem Garten.

Mit der neuen und leistungsstärkeren Ölpresse werden eigens angebaute Mohn-, Lein- und Rapssaaten zu kaltgepresstem Speiseöl veredelt.
Gartenkräuter von Stefanie Götz als Grundlage für das Heimatöl von Katrin Betz Foto: Ferdinand Schönberger