Fribertshofener verschönern ihre Kirche – und vermissen die Unterstützung der Diözese

400 bis 500 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben engagierte Fribertshofener in ihre Kirche gesteckt, um sie wieder glänzen zu lassen, schätzt Kirchenpfleger Josef Daum. Mit dem Ergebnis sind die Helfer sehr zufrieden – mit der Hilfe der Diözese dagegen nicht.
Eigentlich hatten die Fribertshofener für die Renovierung der St. Anna-Kirche auf einen Zuschuss aus Eichstätt gehofft, wie Daum, Mesner Ludwig Netter und Helfer Rupert Meier sagen. Doch der blieb aus.
„Wir wissen, dass sich die Fribertshofener bei diesem Projekt alleingelassen und nicht wertgeschätzt genug fühlen“, wie Bernhard Löhlein von der Pressestelle des Bistums auf Nachfrage sagt. Dafür habe man auch Verständnis. „Aber unserem Bauamt sind die Hände gebunden. Wir müssen alle Kirchenstiftungen gleich behandeln“, sagt Löhlein.
Die diözesanen Bauregeln geben unter anderem die Vergabeverfahren und Zuschussmöglichkeiten bei Baumaßnahmen in der Diözese vor. Bauprojekte wurden im Zuge des Sparkurses und Baustopps des Bistums eingedampft – mit Ausnahme von Sanierungen, die dringend notwendig sind, weil etwa die Gefahr besteht, dass eine Kirche einstürzt, erklärt Löhlein.
Kirche in Fribertshofen: Stuck brach von der Decke
Einsturzgefährdet war die Kirche in Fribertshofen nicht. „Aber ein Teil des Stucks ist von der Decke abgebrochen“, schildert Kirchenpfleger Daum. Vor allem deshalb hat man einen Restaurator beauftragt, die Stuckdecke abzusichern, die Farbschichten abzukratzen und neu zu streichen. Das erledigte Kirchenmaler Bernd Pfaller aus der Gemeinde Pörnbach im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Viele der restlichen Arbeiten führten Daum, Netter, Meier und weitere fleißige Helfer aus dem Dorf selbst aus.
Ende März starteten die Fribertshofener damit, die Kirchenbänke auszubauen und das dorfeigene Gerüst unter der Regie des Fribertshofeners Rupert Meier aufzubauen.
Knapp vier Monate werkelten die Helfer immer wieder in der Kirche, um sie auf Vordermann zu bringen. Die Ehrenamtlichen strichen unter anderem die Wände weiß, bekämpften den Holzwurm, der zahlreiche Bilder und Kirchenbänke befallen hatte, schliffen den Holzboden der Bänke ab und reinigten die Kirchenfiguren.
Fribertshofen: Kirchenfiguren gesäubert
Dabei wurden sie angeleitet von der Tochter des Kirchenmalers, die zum Beispiel sagte, dass man das Gold an den Figuren mit Alkohol reinigen könne. Für das Säubern der Figuren und die Endreinigung des Gotteshauses zeichneten sich vor allem Frauen aus dem Dorf verantwortlich, wofür sich die Männer beim gestrigen Pressetermin bedankten. Allen Helfern sprach Pfarrer Pater Gregor Gockeln OSB ein Lob aus. „Ich bin sehr dankbar, dass so viel in Eigenleistung gemacht wurde.“
Durch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sparte sich die katholische Kirchenstiftung bei der Renovierung ihrer St. Anna-Kirche Geld.
Hätten die Fribertshofener nicht so viel in Eigenleistung erledigt, wäre die Summe von 85000 Euro sicher noch gestiegen. Durch Zuschüsse des Bezirks, des Landkreises, der Stadt und der Denkmalbehörde sowie durch eine Spende der Raiffeisenbank konnten die 85000Euro für die Fribertshofener Kirchenstiftung noch gesenkt werden.
Nach zahlreichen Arbeitseinsätzen in der Kirche steht am kommenden Wochenende nun die offizielle Wiedereröffnung der St. Anna-Kirche an. Am Sonntag um 9.30 Uhr feiern Gläubige gemeinsam einen Gottesdienst. Im Anschluss findet das Dorffest in Fribertshofen statt.