Der Neue bei der 28. Pferdewallfahrt von Waldmünchen nach Ast

Es ist die 28. Pferdewallfahrt, die am 8. September ab 8.30 Uhr in Waldmünchen startet. Für einen Teilnehmer ist es aber die Erste. Im September wird der dann für den Pfarreienverband Tiefenbach, Treffelstein, Geigant, Ast und Waldmünchen zuständige Albert Hölzl erstmals als neuer Pfarrer daran teilnehmen. In einem Treffen bei der Pferdewallfahrts-Kapelle bei Schäferei sprachen er und der Vorsitzende des Wallfahrtsvereins, Michael Aumann, über die neue Auflage der bald 30-jährigen Wallfahrt.
Jedermann kann teilnehmen
Jedermann und jede Art von Pferd könne sich an der Wallfahrt beteiligen, sagte Aumann. Traditionsgemäß startet die Wallfahrt ab 8.30 Uhr mit der Aufstellung auf dem Marktplatz in Waldmünchen, wo Pfarrer Hölzl um 9.15 Uhr die Aussendung gestalten wird, und die Pferde mit ihren Reitern den Weg nach Ast beginnen.
„Ich freue mich auf die Wallfahrt!“, sagte Hölzl. Er wolle sich die Wallfahrt bei der ersten Teilnahme zunächst einmal ansehen. Den Zug werde er im Wagen begleiten, da er selbst noch nie auf einem Pferd gesessen sei. Während die beiden Statios am Kreuz bei Hocha und bei der Pferdewallfahrtskapelle bei Schäferei Diakon Alfons Eiber übernimmt, werde er die Pferdesegnung und den Festgottesdienst in Ast zelebrieren.
Eine Änderung ist aus praktischen Gründen, aber auch um das Zusammengehörigkeitsgefühl der Pfarrorte zu verbessern, geplant. Die Segnung der Leonhardibrote für die Pferde werde schon bei der Morgenmesse in Waldmünchen erfolgen. So würden die Waldmünchner Gottesdienstbesucher mit in das Wallfahrtsgeschehen eingebunden, und das Leonhardibrot könnte gleich bei der Ankunft der Pferde in Ast verteilt werden, erklärt Pfarrer Hölzl.
Nach dem Gottesdienst in Ast beginnt das weltliche Fest der Wallfahrt. Hier werden zunächst die Rittabzeichen ausgeben und die langjährigen Teilnehmer geehrt. Diesmal seien es nicht viele, sagt Aumann. Denn von den durchschnittlich rund 100 Teilnehmern an der Pferdewallfahrt seien die meisten jedes Jahr dabei, sodass heuer wenige ein Jubiläum hätten, erklärt Aumann.
Um die Organisation der Wallfahrt kümmert sich der Pferdewallfahrtsverein mit seinen 75 Mitgliedern in Zusammenarbeit mit der Stadt Waldmünchen. Die Absicherung des Zuges übernimmt die Feuerwehr.
Um die anschließende Bewirtung mit Mittagessen und Kaffee und Kuchen in Ast kümmert sich wie immer die Feuerwehr Ast und der Schützenverein Tannenbaum.
Die erste Pferdewallfahrt hat 1996 stattgefunden. 1997 wurde der Verein gegründet. Seit 1999 besitzt der Verein eine Standarte. 2005 wurde die Wallfahrtskapelle bei Schäferei unter dem damaligen Vorsitzenden Max Lintl gebaut. Seit 2012 hat die Kapelle einen Dachreiter mit Glocke. Erich Stelzer hatte die Glocke von seinem Hof in Lengau dem Verein testamentarisch vermacht, berichtet Aumann.
Die Wallfahrtslegende
Mit der Pferdewallfahrt bezieht sich der Verein auf die Stiftungslegende der Wallfahrt von Ast. Auf der Homepage der Stadt Waldmünchen wird sie so erzählt: „Die Legende der Entstehung der Wallfahrt spricht von einem heißen Sommertag, an dem eine böhmische Gräfin mit ihrer Kutsche unterwegs war. Die Pferde gingen durch und die Gräfin rief in ihrer Not die Muttergottes um Hilfe an und versprach, ihr zu Ehren an der Stelle, an der die Kutsche zum Stillstand käme, eine Kirche zu errichten. So ist es dann auch geschehen. Als die Bäume an der Baustelle gefällt wurden, fand man das Bild unserer Lieben Frau an einem der Äste. Dieses wundertätige Gnadenbild gab man dann in die Kirche und so kam der Bau zum Beinamen Ast. Eine Wallfahrt nach Ast wurde 1409 erstmalig erwähnt.“