Abschiedsgottesdienst für Stadtpfarrer Häupl

Von Mittelbayerische Zeitung · 26. August 2024 um 21:30

Waldmünchen. Die Pfarrangehörigen von St. Stephan in Waldmünchen, aus Herzogau und Ast waren zahlreich zum Vorabendgottesdienst gekommen, um ihren Stadtpfarrer BGR Wolfgang Häupl vor seinem Eintritt in den Ruhestand noch einmal am Altar zu erleben. Mit einer großen Schar an Ministranten, mit den Fahnenabordnungen von KDFB, Kolping, KAB, MMC, Mini’s und KLJB, den langjährigen liturgischen Wegbegleitern Thomas Wabrowetz, Thomas Bauer und Herbert Weiß und seinen Mitbrüdern Pfarrer i. R. Raimund Arnold, Pater Anish, Dekan R. Heidenreich, Diakon Alfons Eiber und Prädikant Reinhard Tietze von der evangelischen Gemeinde feierte Häupl den Gottesdienst, der von den Kirchenchören Waldmünchen und Ast sowie dem Kinderchor festlich begleitet wurde. Pater Anish begrüßte alle mit Freude über das gut besuchte Gotteshaus, sein zweites Auge schaue aber wehmütig auf Stadtpfarrer Häupl, der 22 Jahre lang mit und für die Waldmünchner gebetet und mit ihnen gefeiert, getrauert und gelacht habe und nun Abschied nehme.

Vertrauen in Gott

Häupl, der in seiner Predigt auf die „Brotrede“ aus dem Johannesevangelium einging, wo viele gläubige Juden und vor allem auch Wegbegleiter Jesu ihm die Gefolgschaft aufkündigen, bat die Gläubigen darum, es mit Petrus zu halten. Er bezeuge „Herr du hast Worte des ewigen Lebens und du bist der Heilige Gottes“ und wendet sich nicht ab, wie es heute vielfach erlebbar ist. Menschen finden die Botschaft Jesu zu hart, sie wollen sich nichts vorschreiben lassen und leben, wie es am bequemsten ist. Sie sollten sich aber daran erinnern, dass auch in schwierigen Zeiten Christen an der frohen Botschaft festgehalten und manche dafür sogar als Märtyrer in den Tod gegangen sind. Bleiben wir voll Vertrauen auf Gott, er wird immer für uns da sein. Häupl dankte für die 22 Jahre in St. Stephan, Ast und Herzogau, wo er zahlreiche Buben und Mädchen taufen, sie zu Erstkommunion und Firmung führen, Paare trauen, das Bußsakrament spenden und schließlich auch viele Menschen zu Grabe geleiten durfte.

Dekan Ralf Heidenreich überbrachte Dank und Wünsche für den Ruhestand von Bischof Rudolf Voderholzer, bevor der Stadtpfarrer das letzte Mal den Segen auf die Gläubigen herabrief. Danach waren alle Pfarrangehörigen eingeladen zur weltlichen Abschiedsfeier in der TV-Halle. Dort erwartete den Stadtpfarrer mit einer Abordnung der Schützenkompanie der „Alten Büchs’n“ eine Überraschung. Major Günther Castiz kündigte einen dreifachen Ehrensalut, von Sebastian Nachreiner kommandiert, an, begleitete doch Häupl 22 Jahre lang die Kompanie als Feldkurat. Pfarrgemeinderatssprecher Thomas Wabrowetz bat dann den Stadtpfarrer um ein Tischgebet, nach dem das vom Weber Max erstellte Buffet eröffnet wurde.

Als erster Redner begrüßte dann Pater Anish, der seit vier Jahren seelsorglich in St. Stephan wirkt, die Gäste mit einer persönlichen und emotionalen Rede. Häupl sei ihm als hochgeschätzter Kollege, als Freund und als Mentor ans Herz gewachsen. „Gott hat es sehr gut mit mir gemeint, als er mich zu Ihnen nach Waldmünchen schickte“, so Anish, der für Zusammenarbeit und für das große Engagement in der Pfarrgemeinde dankte. In diesen Dank schloss er auch die Pfarrhaushälterin Christine Urban ein, die ihm als gute Seele immer hilfsbereit zur Seite gestanden sei. Anish wünschte den beiden Gottes Segen für den Ruhestand, den sie in Waidhaus verbringen werden. Dass Gesundheit und Wohlergehen den scheidenden Priester und seine Haushälterin begleiten möge, das wünschten auch alle weiteren Redner und auch die Chöre Cantamo mit ihrem Sprecher Martin Kowalski, der Kirchenchor St. Stephan mit Chorleiter Scharnagl sowie der Aster Kirchenchor mit Leiterin Lissa Laubmeier.

Ökumene unterstützt

Überall, ob in speziell getexteten Liedern oder in den persönlichen Worten, klang Wehmut durch und es wurde deutlich, dass der Stadtpfarrer viele Akzente gesetzt hat, die an seine Zeit in St. Stephan erinnern werden. Stellvertretend für Pfarrer Arnold sagte Kirchenpfleger Alois Eiber Dank für Häupls Einsatz in der Pfarrei Ast und Diakon Alfons Eiber betonte das vertrauensvolle und brüderliche Verhältnis, das die Zusammenarbeit beider geprägt habe. Reinhard Tietze überbrachte Abschiedsgrüße der evangelischen Gemeinde und dankte dafür, dass Häupl das Miteinander katholischer und evangelischer Christen unterstützt habe.

Bürgermeister Markus Ackermann lobte Häupl als nahbaren, sozialen und menschlichen Seelsorger, der immer präsent und ansprechbar war für alle Gläubigen ob Jung oder Alt. Ackermann, der Häupl schon in seiner Zeit als Kaplan in Waldmünchen kennengelernt hat, dankte dem Pfarrer dafür, dass er neben seiner Arbeit in der Pfarrei auch Präsenz bei vielen gesellschaftlichen und kommunalen Ereignissen der Stadt Waldmünchen zeigte. Er überreichte ein Glaskreuz, das von Ralph Wenzel gefertigt worden war als Erinnerungsgabe. Landrat Franz Löffler dankte Häupl in einem Brief, die Ministranten und die KlJB, vertreten durch Conny Ulschmid und Stefan Schmied überraschten den Stadtpfarrer mit Fotografien und Kirchenpfleger Walter Urban überbrachte Abschiedsworte und -geschenke der Kirchenverwaltung und der kirchlichen Vereine.

Überwältigt von Emotionen sagte Häupl allen ein Vergelt's Gott für die schöne Feier und den ergreifenden Gottesdienst. Vieles, vor allem die Begegnungen mit den Menschen, habe ihn froh und glücklich gemacht. Waldmünchen sei ihm deshalb wie ein Stück Heimat geworden. Applaus brandete auf und die Chöre traten noch einmal auf die Bühne, um Dank und Lob für Häupl musikalisch zu unterstreichen.

Viele bedankten sich beim Stadtpfarrer (Mitte).
Dank und Lob wurden auch gesanglich zum Ausdruck gebracht.
Das Buffet wurde vom Weber Max erstellt.