Burglengenfeld: Aktivist kämpft für Stadtumlandzug nach Regensburg – Mit Petition will er Politik wachrütteln

Von Norbert Wanner · 28. August 2024 um 05:00

Jan Maschek ist ein Bahnaktivist, den Gleise und Züge seit seiner Kindheit faszinieren. Der gebürtige Dresdner, Jahrgang 1977, formuliert es so: „Im Osten gab es für Jungs Fußball und Züge.“ Als er 2004 in die Oberpfalz kam, fiel ihm sofort auf, dass Regensburg eine Stadt ohne Straßenbahn ist, „aber es sieht so aus, als müsste es eine geben“. Aus dieser Erkenntnis heraus engagierte er sich in der Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn Regensburg.

2009 kam der Umzug ins Eigeneheim nach Maxhütte, passend nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt. Prompt fand Maschek ein weiteres Betätigungsfeld. Stand doch im Raum, die Bahnstrecke Maxhütte-Haidhof – Burglengenfeld (Städtedreiecksbahn) auf der 1967 der letzte Personenzug gefahren war, endgültig stillzulegen. Aus dem Entschluss, etwas dagegen zu unternehmen, entstand das Projekt „Pro-Städtedreiecksbahn“ im Rahmen einer Stadtumlandbahn nach Regensburg.

Wie man seit dem Bürgerentscheid zur Regensburger Stadtbahn am 9. Juni weiß, war das Engagement der Regensburger Straßenbahnfreunde nicht von Erfolg gekrönt. Was aber auch nach dem Aus für dieses Projekt bleibt, ist aus Sicht von Maschek ein grundsätzliches „Nord-Süd-Verkehrsproblem“ in Richtung Regensburg. „Im Norden liegen die Wohngebiete, unter anderem das Städtedreieck, im Süden die Arbeitsplätze und Betriebe von BMW bis Krones“, so Maschek.

Das Städtedreieck soll über die Schiene besser angebunden werden

Die Folge, die jeder Pendler nach Regensburg kennt: Stau auf der A93. Womit wir beim neuesten Projekt des Bahnaktivisten wären: einer Online-Petition für die „Stadtumlandbahn“ und damit verbunden eine verbesserte Schienenanbindung des Städtedreiecks durch die Realisierung der „Städtedreiecksbahn“.

Maschek zählt dazu Fakten auf, die sich auch in der Petition wiederfinden. Aus Sicht des Städtedreiecks gebe es drei Donauquerungen: Pfaffensteiner Tunnel und Brücke, Nibelungenbrücke und Osttangente Regensburg. Dem stehen als geplante Projekte der Neubau der Sinzinger Autobahnbrücke, die Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels mit Neubau der anschließenden Autobahnbrücke und nicht zuletzt die Sanierung der Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg gegenüber.

„Das hat aus meiner Sicht direkten Einfluss auf die Lebensqualität vieler Menschen im Städtedreieck, die entweder pendeln müssen oder aus privaten Gründen nach Regensburg oder über Regensburg fahren. Umso wichtiger ist die Städtedreiecksbahn.“

Tatsächlich gibt es ein Gutachten der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) aus 2020, das empfiehlt die Bahnstrecke Maxhütte-Haidhof- Burglengenfeld zu reaktiveren, als Nordast einer Stadtumlandbahn Regensburg.

Laut Maschek auch deshalb, weil es „eine der ganz wenigen Strecken in Bayern wäre, die überhaupt die Kriterien für die Reaktivierung erfüllen könnte“. Dazu zählt beispielsweise die Hürde von mindestens 1000Passagieren pro Kilometer und Werktag. „Allein viel passiert ist seitdem nicht oder präziser formuliert, nichts Greifbares“, stellt der Bahnaktivist fest.

Das will Maschek mit seiner Petition ändern und Politiker und Bevölkerung wachrütteln. Zu finden ist das Papier unter dem Link openpetition.de/petition/online/gegen-stauchaos-in-regensburg-fuer-eine-stadtumlandbahn-nord-burglengenfeld-regensburg-2.

Eisenbahnfreunde aus Passau sind am 31. August zu Gast

Wer mehr Lust auf Bahn hat und das Fahrgefühl zwischen Maxhütte-Haidhof und Burglengenfeld selbst erleben will, der hat am 31. August eine einmalige Gelegenheit dazu. Aus Anlass des 125. Jubiläums der Strecke haben Eisenbahnfreunde vor Ort, unterstützt von den Passauer Eisenbahnfreunden eine Feier organisiert. Dabei kann man unter anderem mit einem nostalgischen Schienenbus von Maxhütte-Haidhof nach Burglengenfeld pendeln.

Fahrplan zum Jubiläum der Bahnstrecke

125-jähriges Bestehen: Auf der Strecke Maxhütte-Teublitz-Burglengenfeld finden am Samstag, 31. August, Fahrten mit der Länderbahn und einem Schienenbus der Passauer Eisenbahnfreunde statt.

Dauer: Einfache Fahrzeit rund 25 Minuten mit Halt in Teublitz

Haltestellen: Die Züge stoppen in Maxhütte beim gleis Höhe P+R-Parken, in Teublitz Höhe Friedhof/Lagerhaus und in Burglengenfeld Höhe Bahnhof/Vorstadt.

Abfahrten: Von Maxhütte um 11.30Uhr, 12.30 Uhr, 14Uhr, 15.30 Uhr und 17 Uhr. Zurück von Burglengenfeld um 13.15Uhr, 14.45 Uhr, 16.15Uhr und 17.45 Uhr. Stopps in Teublitz fünf Minuten, bzw. von Burglengenfeld aus zehn Minuten später.