„Lebenslinien“-Dreh im Kloster: In Strahlfeld öffneten sich für Maria Yeddes viele neue Türen

Viele neue Türen haben sich für Maria Yeddes geöffnet, als sie vor 30 Jahren einen Sozialwirtschafterin-Kurs im Kloster Strahlfeld (Stadt Roding, Landkreis Cham) absolvierte. Es war ein Wendepunkt im bewegten Leben der Neu-Rentnerin, die nach Abschluss des Kurses fast 28 Jahre lang eine Alleinerziehenden-Beratung in Erlangen leitete.
Für Filmaufnahmen der BR-Sendung „Lebenslinien“ und ein Treffen mit einigen ihrer damaligen Mitschülerinnen kehrte sie am Donnerstag auf das Klostergelände zurück.
„Es ist sehr schön, viele Erinnerungen werden wach“, berichtet Yeddes im Innenhof des Klosters. Damals kam die Mutter von fünf Kindern aus dem Frauenhaus und war auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive. Einen Sozialwirtschafterinnen-Kurs, der umfangreiche Kenntnisse auf verschiedenen Gebieten vermittelte und damit für Qualifizierungen sorgte, gab es damals sehr selten, die KAB bot aber einen im Kloster Strahlfeld an. „Das hat mich angesprochen und sich dann auch als das Richtige herausgestellt“, erzählt Yeddes.
Die gebürtige Regenstauferin, dort ist sie auch aufgewachsen, kam damals aus Erlangen nach Strahlfeld. Dort gefiel es ihr sehr gut, sagt sie rückblickend. Hochkarätige Referenten hätten viel Wissenswertes vermittelt, zudem sei die Ruhe im Kloster sehr hilfreich während des zwei Jahre dauernden Kurses gewesen.
Regelmäßige Treffen
„Es war in gewisser Weise auch eine Befreiung von den Normen, die es in dieser Zeit noch gab“, sagt sie. Damals habe es oft noch geheißen, die Tochter müsse eh nicht Abitur oder eine Ausbildung machen, weil sie ja ohnehin heirate.
Auch die Gemeinschaft unter den Teilnehmerinnen war sehr groß – und ist es heute noch. Etwa alle zwei Jahre kommen sie zusammen und tauschen sich aus, wie es in ihren Leben weiterging. Jede habe damals etwas Wichtiges für sich mitgenommen, sagt Yeddes, so seien auch die Zusammenkünfte immer wieder bereichernd. Was sich geändert hat? „Damals haben wir über unsere Kinder geredet, jetzt geht es um die Enkel“, sagt sie mit einem Schmunzeln.
Nach ihrem Abschluss und vier Jahren, in denen sie im Küchen-Spüldienst arbeitete („Das war eine bewusste Entscheidung, weil es beruflich passte und ich hatte immer eine Perspektive.“) fand Yeddes ihre Berufung mit der Gründung und Leitung des Zen-trums für Alleinerziehende „Grünes S.O.f.A“ in Erlangen. Fast 28 Jahre lang war sie dort tätig und half mit ihren Mitarbeiterinnen unzähligen alleinerziehenden Frauen und Männern bei den vielen Fragen und Schwierigkeiten, die sie haben.
„Eine Pionierleistung“
Eine Pionierleistung, findet BR-Redakteurin Elisabeth Mayer, die auch ein Grund war, warum Maria Yeddes für die „Lebenslinien“ ausgewählt worden sei. „Wir bekommen etwa 800 Bewerbungen im Jahr, nur 25 Personen werden dann auch por-trätiert“, berichtet sie. In der beliebten Sendereihe wird ein bewegtes Leben mit seinen Höhen und Tiefen gezeigt, dazu geht es auch an die Orte, an denen Entscheidendes passiert ist – so wie am Donnerstag nach Strahlfeld. „Hier hat für Maria Yeddes der Umschwung aus der Opferrolle zu einer Schöpferin stattgefunden“, sagt Mayer.
Neben Strahlfeld wird auch unter anderem in Erlangen und Regenstauf gedreht, wobei auch Verwandte, Freunde und Weggefährten von Yeddes zu Wort kommen. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.
Hilfe für Alleinerziehende: „Grünes S.O.f.A“
Beratung und Unterstützung für Alleinerziehende: Das Zentrum für Alleinerziehende „Grünes S.O.f.A“ e. V. in Erlangen hat sich zur Aufgabe gemacht, alleinerziehende Mütter und Väter zu unterstützen und zu beraten sowie deren Kinder zu fördern und zu begleiten.
Hilfe zur Selbsthilfe: Die Mitarbeiterinnen ermöglichen Hilfe zur Selbsthilfe und arbeiten unterstützend.
Mut machen und Kontakte knüpfen: Das „Grüne S.O.f.A.“ bietet eine Oase zum Mut machen, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungsaustausch, Stärkung des Selbstwertgefühls und eine lebendige Gemeinschaft.
Flexible Hilfen: Der Verein bietet flexible Hilfe für individuelle Problemlagen. Besonders in akuten Fällen, etwa in Trennungs- und Scheidungsphasen, wenden sich Betroffene an das Zentrum als Erstanlaufstelle. Oft sind die Herausforderungen vorübergehender Natur, aber entscheidend für die Zukunft dieser Familien.
