Dramen im Wald – Drei Feuerwehren in Mühlhausen im Einsatz

Echter Alarm, echtes Feuer und echter Rauch. Alles stimmte und sah nach einem richtigen Feuerwehreinsatz aus. Doch es war eine Übung und die war eine kleine Sensation.
Es war die erste Übung der Neustädter Jugendfeuerwehren seit über vier Jahren. Die Corona-Pandemie hatte einst die Durchführung der gemeinsamen Übungen durchkreuzt, heuer fand sie erstmalig wieder statt. „Leider“, wie Max Dengel, 1. Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt a.d. Donau, sagt, „waren nur die drei Jugendwehren aus Neustadt, Mühlhausen und Mauern sowie das Neustädter BRK dabei.“ Möglicherweise lag das auch daran, dass die Übung mitten in den Sommerferien stattfand. Dennoch, betont Dengel, sei die Aktion ein Erfolg gewesen.
Punkt 18 Uhr wurden die Jugendlichen am Freitag in ihren Heimatorten alarmiert. Mit Blaulicht und Martinshorn ging es mit echten Einsatzfahrzeugen nach Mühlhausen. Die Fahrzeuge wurden zwar von Erwachsenen und nicht den Jugendlichen gefahren, doch das tat dem Einsatzwillen der jungen Nachwuchskräfte keinen Abbruch.
Mehrere Szenarien hatten sich die Organisatoren der Übung überlegt. Wichtig war, dass alle Szenarien für typische Fälle aus dem Einsatzgeschehen der Rettungskräfte stammen und die 28 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren damit „eng an der Realität“ trainieren konnten.
Ein Szenario der Übung am Karpfensteiner Weg sah das Finden und Bergen einer Person vor, die in einem Hackschnitzelbunker versunken war. In einem anderen Fall war eine Person bei Waldarbeiten unter einem gefällten Baum eingeklemmt worden. Ferner musste eine Person versorgt werden, die man ohnmächtig und verletzt in einem Hopfengarten gefunden hatte. In einem weiteren Fall hing ein verletzter Landwirt auf der Ladeschaufel seines Traktors und darunter war ein Kind eingeklemmt. Schließlich durften die Jugendlichen auch das tun, was sie vermutlich am liebsten machen – einen Brand, in diesem fall einen brennenden Holzstapel, löschen.
„Wobei“, erklärt der Neustädter Jugendwart, „das für die Teilnehmer der Übung in diesem Fall ein besonderes Problem beinhaltete: Der brennende Holzhaufen befand sich an einem sehr abgelegenen Ort.“ Deshalb mussten die Jugendlichen auch eine sehr lange Schlauchstrecke legen.
„Ein Erfolg“, sagt Jugendwart Dengel, „war die Übung schon aus dem Grund, dass die Jugendlichen unterschiedliche Einsätze geübt haben. Außerdem ging es um die Stärkung des Gemeinschaftsgeistes. Die Jugendlichen müssen miteinander auskommen.“ Dafür sorgte insbesondere auch die Zusammenarbeit mehrerer Feuerwehren und des Roten Kreuzes.
Nach eineinhalb Stunden war die Übung vorbei. Die Mimen, die die Opfer dargestellt hatten, konnten sich ihr Kunstblut abwischen. Die Jugendlichen mussten ihre Ausrüstung aufräumen und zum Abschluss gab es für alle beteiligten Leberkäse, Kartoffelsalat und Getränke, die von der Stadt spendiert worden waren.
„Unsere Jugendgruppe gibt es seit 56 Jahren“, sagt der Jugendwart der Neustädter Feuerwehr. „Aktuell gehören der Gruppe 14 Jugendliche an.“
Auch als Jugendliche dürfen die Nachwuchskräfte bereits an echten Einsätzen teilnehmen. Dafür müssen sie aber mindestens 16 Jahre alt sein und die Manntruppausbildung absolviert haben. Und es gibt ein „Nachtverbot“: Die Jugendlichen dürfen nur am Tag eingesetzt werden.




