No Eberhofer, no Party? Das Open-Air-Kino in Schwandorf fällt heuer flach

Von Philipp Breu · 15. August 2024 um 05:00

Unter Kinofans hat die Nachricht schon die Runde gemacht. Heuer wird es im Schwandorfer Stadtpark keine Filmvorstellungen im Freien geben. Die Kino GmbH Amberg hat sich in ihrem dritten Jahr als Veranstalter dazu entschlossen, zu pausieren. Dabei zog man nach den bisherigen Events eigentlich eine positive Bilanz. Wieso plötzlich die Kehrtwende?

„Wir haben die hohen Kosten eingespielt und sind daher zufrieden“, brachte es Michael Thomas, Geschäftsführer der Kino GmbH Amberg, noch im vergangenen Jahr auf den Punkt. Und er hatte im Vorfeld auch eine Menge Geld in die Hand genommen, um den Kinobesuchern ein bestmögliches Erlebnis bieten zu können.

Kein attraktives Programm

Etwa 70.000 Euro flossen in die Anschaffung eines Containers samt Projektionstechnik sowie in eine neue Leinwand. Dazu standen neben 500 Plastikstühlen nach eigenen Worten 100 „hochwertige Alu-Liegestühle“ zur Verfügung. All das habe man „mit Hinblick auf eine längerfristige Partnerschaft“ neu angeschafft. Dass der Veranstalter heuer einen Rückzieher macht, verwundert. Doch es gebe gute Gründe für den Schritt, wie Thomas auf Nachfrage berichtet.

Das große Problem liege im filmischen Bereich. „Wir haben kein Programm zusammenstellen können, das für unsere Gäste attraktiv gewesen wäre“, sagt er. Denn große Blockbuster seien momentan Mangelware. Und auch der beliebte Dorfpolizist Eberhofer ermittelt heuer nicht. Dabei waren gerade die beiden Krimi-Teile „Guglhupfgeschwader“ und „Rehragout Rendezvous“ in den vergangenen Jahren die großen Zugpferde. Sie sorgten dafür, dass die hohen Kosten gedeckt werden konnten – auch wenn Vorstellungen auch mal wetterbedingt ausfallen mussten. 2022 konnten sich die Veranstalter über etwa 2500 Zuschauer freuen, im vergangenen Jahr waren es sogar 300 mehr.

Doch bereits beim letztjährigen Bilanzgespräch hatte Thomas anklingen lassen, dass man das Konzept gegebenenfalls überdenken und anpassen müsse. „Zumindest im Hinblick auf Jahre, die ohne einen Eberhofer-Film daherkommen.“ Dass man die Veranstaltung nun komplett abblasen müsse, sei bitter. Auch die Stadt Schwandorf sei enttäuscht gewesen. „Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, beteuert Thomas. Vor allem wegen des durchweg positiven Publikums im Stadtpark.

Man habe zunächst mit einer abgespeckten Version geliebäugelt. Doch bereits Ende des Jahres deutete vieles auf eine komplette Absage hin. Die endgültige Entscheidung sei dann Ende Juli 2024 gefällt worden. Das bestätigt auch die Stadt Schwandorf auf Nachfrage. „In einem gemeinsamen Prozess“ sei man zu der Entscheidung gekommen, das Open-Air-Kino in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen, sagt Pressesprecherin Maria Schuierer.

Neuer Eberhofer kommt

Bedenken, dass die Absage heuer mit einem generellen Aus des Open-Air-Kinos in Schwandorf einhergehen könnte, hat die Stadtverwaltung indes nicht. „Wir stehen mit dem Veranstalter weiterhin in gutem Kontakt und bauen darauf, die Veranstaltung nächstes Jahr wieder durchführen zu können.“

Das bekräftigt auch Michael Thomas. „Wir stehen natürlich auch weiterhin Gewehr bei Fuß, sobald es die Rahmenbedingungen wieder zulassen.“ Und die könnten spätestens 2026 wieder deutlich besser sein. Denn ein weiterer Roman der Eberhofer-Reihe von Autorin Rita Falk wird verfilmt. Constantin Film kündigte kürzlich Dreharbeiten für Herbst 2025 an. Der Film mit Namen „Steckerlfischfiasko“ soll im Sommer 2026 in die Kinos kommen.