Er spielt Emil bei „Dahoam is Dahoam“: Bodenwöhrer ist seit sieben Jahren in der Erfolgsserie zu sehen

Lukas Lutter scheint ein ganz normaler Teenager zu sein und mit seinen 16 Jahren eigentlich mitten in der Pubertät. Er macht momentan eine Schreinerlehre, doch hat ein ungewöhnliches Hobby: Lukas spielt seit sieben Jahren in der Fernsehserie Dahoam is Dahoam mit.
Lutter ist höflich, hilft auf dem Elterlichen Campingplatz in Bodenwöhr mit, hat ein gutes Verhältnis zu seiner Oma Roswitha und seiner Schwester Luisa. Bei Dahoam ist Dahoam hat alles mit einem Geburtstagsgeschenk an die Oma begonnen. Sie ist ein treuer Fan der Serie und wünschte sich einmal in Dachau dabei sein zu können. Ihre Tochter Nina erfüllte ihr diesen Wunsch. Sie fuhr mit ihr zum Fantag. Auch Lukas und seine Schwester waren damals mit von der Partie.
Dort nahm die Familie an einer Studioführung teil. Lukas war immer schon sehr wissbegierig und stellte dabei viele Fragen. Das fiel natürlich auf und ein Mitarbeiter des Produktions-Teams nahm ihn zur Seite. Er fragte Lukas, ob er Lust habe, als Komparse mitzumachen. Schnell sagte der heute 16-Jährige ja. Danach wurden Fotos gemacht und ihm wurde gesagt, dass man sich melde werde. Bis dahin habe er keinerlei Ambitionen zum Schauspielern gehabt, betont Lukas. Zu seinem Erstaunen, dauerte es nicht lange, bis sich die Mitarbeiter des BR bei ihm meldeten.
Erste Schauspielerfahrung
„Bei meiner ersten Komparsenrolle war ich schon ein wenig aufgeregt“, erzählt er. Dabei musste er mit ein paar weiteren Kindern Müll an der Waldhütte einsammeln. Das war der Beginn für etwas, das man durchaus eine kleine Schauspiel-Karriere nennen kann. Denn immer öfter kamen dann die Anfragen. Zu Beginn verkörperte er oft einen Ministranten oder war der Horrorclown in einer Halloween Folge.
Die Einsätze wurden immer größer und es folgte die erste kleine Sprechrolle. Er spielte an der Seite der Emma Darstellerin, Lotta Krebs, einen Schulkameraden von ihr. Er erinnere sich heute noch den Text den er dabei sagen musste.
Bald wurde die Rolle des Schulkameraden von Emma aber unglaubwürdig, da Lotta Krebs um einiges größer war als Lukas Lutter. Daraufhin entstand die Rolle des Emil, der als süßer Lausbub die Zuschauer begeisterte. Mittlerweile hatte er auch schon seine erste kleine Liebesszene abgedreht. „Das war schon ein bisschen komisch“, gesteht der 16-Jährige.
Video mit 115.000 Klicks
Einige Zeit später kam, während einer Drehpause eine Mitarbeiterin, die für die Sozialen Medien verantwortlich ist, auf Lukas zu und fragte ob er mit ihr einen kurzen Clip drehen möchte. Dabei erzählte er ihr unter anderem das er schon eine kleine Liebesszene gedreht hatte, die an diesem Abend ausgestrahlt werden sollte. Die Mitarbeiterin machte dann sofort ein kleines Video, das sie noch vor Ausstrahlung der Sendung in seinen Instagram Account eingestellt hat. Auf der Heimfahrt schaute er immer mal wieder auf sein Handy, um zu sehen wie viele Klicks das Video schon bekommen habe. Die Aufrufe gingen durch die Decke: Insgesamt 115.000Personen haben es sich angesehen. Er habe mit allem gerechnet, aber nicht mit so vielen Klicks, betont er.
Mittlerweile hat Lukas aber nicht nur für den BR gedreht. Auch andere Sender sind auf ihn aufmerksam geworden und so spielt er in der Serie Toni und Julia. Außerdem kam eine Anfrage von ZDF für eine Rolle der Sendung Löwenzahn. Dafür musste er sogar ein richtiges Casting mitmachen.
Zum Beginn seiner bei Dahoam is Dahoam-Drehzeit musste Lukas noch seine eigene Kleidung für den Dreh mitbringen. Seit kurzem hat er jedoch einen eigenen Kleiderständer, an dem die Klamotten für seine Rolle Emil hängen. Obwohl sein Seriencharakter so ganz anders ist als Lukas selbst, liebt er diese Rolle. Durch die lange Zusammenarbeit hat Lukas auch zu den Schauspielern mittlerweile sehr guten Kontakt. Vor allem zu Ursula Erber und Holger M. Wilhelm hat er eine sehr gute Beziehung aufgebaut. „Es sind aber auch alle anderen Schauspieler sehr nett und hilfsbereit“, sagt der 16-Jährige.
Ablauf eines Drehtags
Doch wie läuft so ein Drehtag eigentlich ab und wann bekommen die Schauspieler ihren Text? Lukas erklärt, dass er rund zwei Wochen im Voraus informiert wird, dass es einen Dreh gibt. Und kurz zuvor bekommt er seinen Text. Am Drehtag selbst muss er eine Stunde vor Beginn vor Ort sein. Schließlich müsse er ja noch in die Maske und sich umziehen.
Die Dreharbeiten machen dem 16-Jährigen viel Spaß und es habe auch nie Probleme mit der Schule oder seinen Lehrern gegeben, da seine Drehzeiten immer in den Nachmittag verlegt wurden. Das war seiner Mutter aber auch sehr wichtig.
Dass es Lukas mit seiner Schauspielkarriere sehr ernst ist, zeigt wohl die Tatsache, dass er im vergangen Jahr seinen Schulabschluss gemacht, die Dreharbeiten erledigt und auch noch einen Ferienjob gemacht hat. Außerdem hat er seinen Eltern am Campingplatz geholfen.
Mit dem Beginn seiner Schreinerlehre, hat sich jedoch einiges geändert. Lukas kann jetzt nicht mehr so einfach von der Schule weg und es wird nicht einfacher werden. Zwar weiß sein Lehrherr um sein besonderes Hobby und hat ihm auch Unterstützung zugesagt, trotzdem werden Lukas und seine Mutter versuchen, dass er nur in seiner Freizeit zu Dreharbeiten fahren wird. Darüber sind auch die Verantwortlichen des BR informiert.
Drehen auch während Lehre
„Ich weiß, dass die nächsten Jahre nicht einfach sein werden. Aber ich möchte einen Beruf lernen, der mir Spaß macht und den ich ausüben kann, sollte es mit der Schauspielerei doch nicht so gut klappen, wie ich das gerne möchte“, betont Lukas. Seit er jetzt 16 Jahre alt ist, sind auch die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes einfacher für die Familie geworden. Denn bis dahin musste verschiedene Genehmigungen eingeholt werden und er durfte maximal an zwölf Tagen im Jahr drehen. All dies werde jetzt etwas leichter.
Dass es mit der Schauspielerei weiter geht, zeigt auch, dass die Rolle des Emil weiter ausgebaut werden soll. „Wir werden unseren Lukas unterstützen wo es nur geht. Er soll sich seinen Traum von der Schauspielerei erfüllen können“, betont seine Mutter. Der 16-Jährige sagt: „Ich freue mich auf jeden Drehtag und auf alle Schauspielkollegen. Ich merke jetzt immer mehr, dass ich zu dieser großen Familie dazu gehöre.“