Schwandorfer Nachwuchsstars in „Lansing“

Von Annika Jehl · 11. Mai 2020 um 05:30

Lukas Lutter aus Bodenwöhr ist mittlerweile ein kleiner Fernsehstar: Er war schon in zehn Folgen der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“ zu sehen. Schuld daran war seine Oma: Zusammen mit ihr hat der Elfjährige 2017 den Familientag bei „Dahoam is Dahoam“ in Dachau besucht. Dort lernte der Realschüler die Schauspieler kennen, konnte hinter die Kulissen blicken und durfte sich die Dreh-Studios genauer anschauen. Im Anschluss wurde Lukas gefragt, ob er Lust auf eine kleine Rolle hätte und ob er seine Kontaktdaten hinterlassen könnte.

Zwei Monate später kam bereits die erste Anfrage zu einer Komparsenrolle. Im Februar 2018 hatte Lutter seine erste Sprechrolle innerhalb der Serie. Seitdem folgten weitere kleine Rollen, wie beispielsweise als Ministrant. Mittlerweile erhält der Elfjährige immer wieder Rollenangebote – meist für „Dahoam is Dahoam“, aber auch schon für andere Serien.

Traum von einer festen Rolle in „Lansing“

Im März hatte der Realschüler seine bisher größte Sprechrolle am Set: Er spielte einen Schulfreund von Lotta Krebs, die die Rolle der Emma verkörpert. Mittlerweile fühlt sich der 11-Jährige schon richtig wohl am Set. Er ist auch nicht mehr so aufgeregt wie beim ersten Mal und hat richtig Spaß dabei. Mit einigen Schauspielern oder Team-Kollegen hat sich Lutter auch schon angefreundet. „Hinter den Kulissen läuft alles sehr professionell, aber auch familiär ab. In den Pausen werden aber auch Witze und Schmarrn gemacht“, erzählt Lutter.

Vorbereitung:Vor Ort:

Nachdem sich Lukas Lutter auf ein Rollenangebot beworben hat, erhält er bei einer Zusage Informationen zum Zeitpunkt, Text, Szene und Kleidung. Am Drehtag besucht der Elfjährige zunächst die Maske und Garderobe und bespricht dann noch einmal seine Rolle und seinen Text mit dem Dreh-Team. Mit dem Lernen des Textes hat der Realschüler keine Probleme. Komisch findet er, dass er beim Lernen keine eigene Betonung einbringen darf, sondern nur schlicht den Text lernen soll.Die Gefühle und Betonung von Lukas Text werden nämlich erst kurz vor dem Dreh mit dem Dreh-Team durchgesprochen. Am Set sind dann teilweise bis zu 40 Personen, die sich unter anderem um die Regie, Maske und Kamera kümmern. Bis die Szene im Kasten ist, werden teilweise unzählige Takes benötigt. Und dann heißt es warten: Es können bis zu drei Monate bis zur Ausstrahlung einer Folge vergehen. Bis dahin darf Lutter nicht verraten, wie es in der Serie weitergeht.

Allerdings gab es in seiner jungen Schauspielkarriere auch schon ein trauriges Erlebnis für den Elfjährigen: Einige Male durfte Lutter als Ministrant mit Ferdinand Schmidt-Modrow drehen, der den Pfarrer von Lansing verkörperte. Die beiden Schauspieler fanden schnell einen Draht zueinander und verstanden sich auf Anhieb. „Wir hatten richtig Spaß zusammen“, erinnert sich Lutter. Im Januar ist Schmidt-Modrow im Alter von 34 Jahren an den Folgen eines Speiseröhrenrisses gestorben. Nur zwei Wochen später hatte der Realschüler einen Dreh in den Studios. Die Stimmung war angespannt und komisch und alle vor Ort waren unglücklich.

Der Elfjährige träumt von einer festen Rolle in „Lansing“, aber auch über andere Rollenangebote freut er sich sehr. Gerne würde er auch erneut bei der ZDF-Serie „Tonio und Julia“ mitspielen. Auch bei „Hubert und Staller“ würde er gerne mal vor der Kamera stehen. Leider sind dort aber selten Kinder zu sehen. Lutter möchte so lange schauspielern, wie es klappt und er Lust dazu hat. Später möchte der Elfjährige aber hauptberuflich lieber Schreiner werden.

Fester Sendeplatz seit 13 Jahren

Die Seifenoper „Dahoam is Dahoam“ läuft schon seit 2007 immer Montag bis Donnerstag zwischen 19.30 und 20 Uhr im Bayerischen Rundfunk. Mittlerweile gibt es über 2000 Folgen. In der bayerischen Familienserie ranken sich liebevolle Geschichten „wia ausm richtigen Lebn“ rund um das fiktive Dorf Lansing und seine Bewohner.

Auch Anja Braun aus Dachelhofen ist schon immer Fan von „Dahoam is Dahoam“ gewesen. Die 18-Jährige kam beim Country-Fest der BR-Serie 2016 zu ihrer Gastrolle. Damals wurde Braun vom Casting-Team in die Komparsen-Kartei aufgenommen – mit dem Vermerk, dass die 18-Jährige Saxophon spielt. Im Dezember 2019 sollte Ursula Erben, die Theresa Brunner in der Serie spielt, Saxophon lernen. Daraufhin wurde Braun kontaktiert, ob sie das Musikstück als Double von Erben in der Serie spielen will.

Nachdem das Stück einige Male geprobt wurde, wurde die Szene etwa dreimal aufgenommen. Nach der letzten Aufnahme durfte sich die 18-Jährige zusätzlich als Komparsin für eine weitere Szene als Gast in den „Brunnerwirt“ setzen. Braun erzählt, dass die Schauspieler hinter den Kulissen bei „Dahoam is Dahoam“ sehr herzlich seien und sie sofort sehr freundlich aufgenommen hätten. Generell sei die Stimmung am Set sehr locker und positiv, so die 18-jährige Nachwuchsschauspielerin.

Kinofilm-Komparsin mit Til Schweiger

Auch beim Dreh des Films „Gott, du kannst ein Arsch sein“ mit Til Schweiger und Heike Makatsch, der im Oktober diesen Jahres erscheint, war die 18-Jährige musikalisch und als Komparsin dabei. Die Dreharbeiten in Nabburg dauerten fast den ganzen Tag lang. Für Braun ist die Schauspielerei mittlerweile ein kleines Hobby geworden. Schon von Kindheit an hat sie beispielsweise bei einer Weihnachtsgeschichte oder beim Krippenspiel in der Kirche mitgewirkt und ist sozusagen ein bisschen mit der Schauspielerei aufgewachsen. Weitere Komparsenrollen kann sich die FOS-Schülerin aus Dachelhofen gut vorstellen. Auch in Zukunft freut sich deshalb auf weitere Angebote.

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