Steht Schwandorfs Kino vor dem Aus? – Suche nach neuem Betreiber bisher nicht von Erfolg gekrönt

Von Hubert Heinzl · 17. April 2024 um 05:00

Im Schwandorfer Kino bleiben die Lichter aus – zumindest bis auf weiteres. „Wegen Wasserschaden geschlossen“, steht an der Eingangstür. Ob sich die jemals wieder öffnet, ist ungewisser als zuvor. Denn Eigentümer Karl-Heinz Saur sucht seit Monaten einen neuen Betreiber – bisher ohne Erfolg.

Wenn Hauseigentümer Karl-Heinz Saur nicht bis Herbst oder spätestens Weihnachten einen neuen Betreiber findet, ist das „Lichtwerk“-Kino an der Postgartenstraße Geschichte.

Mit seinem bisherigen Pächtern hatte der Kino-Enthusiast nicht immer eine glückliche Hand. Zuletzt bemühte sich sieben Jahre lang Frederik Hohrath um ein ambitioniertes Programm. Doch die Kombination aus Programmkino- und Familien-Filmen verfehlte zu oft den Geschmack des Schwandorfer Publikums. Auch die Pläne, in der Nähe des Globus ein Großkino zu etablieren, verliefen im Sand. Am Ende kam es, wie es kommen musste: Vor einem guten Jahr meldete Hohrath Insolvenz an.

Karl-Heinz Saur, der als Zahnarzt zunächst in Schwandorf praktizierte und dann mit seiner Praxis nach Maxhütte-Haidhof übersiedelte, versuchte es schließlich selber und betrieb das Lichtwerk-Kino in Eigenregie. Der FW-Stadtrat und Präsident des TSV Schwandorf verhandelte mit den Verleihfirmen, stand im Vorführraum und kümmerte sich um die Gäste. Die kamen durchaus – aber nicht immer in der erforderlichen Zahl.

Unter der Woche wenig los

„Der Besuch war nur an den Wochenenden ausreichend, um die Kosten zu decken“, erzählt Saur. Unter der Woche kam es dagegen vor, dass sich nur zwei, drei zahlende Gäste vor der Kinoleinwand verloren. Viel zu wenig, um auf Dauer rentabel zu sein – vor allem angesichts der massiv gestiegenen Energiekosten.

Ein Wasserschaden Ende März brachte nach den Worten Saurs dann das Fass zum Überlaufen. Zwar ist er inzwischen behoben, wie der Hauseigentümer erzählt. Doch er selber hat die Reißleine gezogen. „Ich habe sehr viel Zeit geopfert, bestimmt 15 bis 20 Stunden in der Woche und auch am Wochenende. Aber ich kann einfach nicht ständig umsonst arbeiten“, sagt der 69-Jährige. Das Lichtwerk-Kino bleibe mit Sicherheit „die nächste Zeit geschlossen“. Auch online findet sich der entsprechende Hinweis: „Zurzeit befinden sich keine Filme im Programm“.

In den vergangenen Monaten hat sich Kino-Fan Saur nach eigenen Worten intensiv um einen neuen Betreiber bemüht. „Ich habe aktiv gesucht, und es gab auch ein paar Interessenten“. Doch am Ende hätten alle wieder abgewunken. Zu unsicher war ihnen die Perspektive, zu heikel das schwierige Geschäft mit den bewegten Bildern. „Kino, das ist ein sehr intensiver Job. Man muss eine Ahnung haben von sehr vielen Dingen. Die Arbeit ist nicht schwer, aber zeitaufwendig“, weiß Saur aus Erfahrung.

Bis Weihnachten ist Zeit

Noch ist er auf der Suche nach einem Cineasten, der dem Lichtwerk-Kino wieder Leben einhauchen könnte. „Einrichtung und technische Ausstattung sind in einem guten Zustand. Wenn jemand das selber macht und ohne viel Personal auskommt, dann kann man vernünftig davon leben“. Er hoffe, „dass doch noch jemand aufsteht und weitermacht“, sagt der 69-Jährige.

Karl-Heinz Saur liegt das Kino nach eigenen Worten „sehr am Herzen“. Deshalb wartet er mit einer Grundsatzentscheidung noch bis in den Spätherbst oder die Weihnachtszeit. Wenn sich bis dahin niemand findet, dann will er endgültig zusperren und an der Postgartenstraße 9 wohl neuen Wohnraum schaffen. Noch hängen hier die Filmplakate. Von „The Zone of Interest“ oder der „Häschenschule“. Es könnten die letzten gewesen sein.

Der Wasserschaden von Ende März ist inzwischen behoben. Trotzdem bleibt bis auf weiteres zu. Foto: Hubert Heinzl