Großprojekte: Umbau der Chamer Grundschule und des Stadions sind in die Ausschreibung gegangen

Zwei Großprojekte in Cham sind in dieser und in der vergangenen Woche in die Ausschreibung gegangen. Das eine ist ein längst überfälliger Umbau, das andere ein Zukunftsprojekt für Cham. Und eines von beiden soll sicher im kommenden Jahr angepackt werden, sagt Bürgermeister Martin Stoiber.
Das eine Bauvorhaben betrifft die Grundschule Cham, über deren Sanierung und Umbau schon lange Jahre gesprochen wird. Freitag vergangener Woche ist hier die europaweite Ausschreibung für Architektur- und Planungsbüros für die Detailplanungen rausgegangen. Das zweite Großprojekt, das bayernweit in der Form einzigartig und seit Montag für die Planungen ausgeschrieben ist, ist der Umbau des Chamer Stadions mit dem Neubau eines Sportkinderhauses mit Kita und Kindergarten.
Die Grundschule sei für Planer durchaus herausfordernd, so Bürgermeister Martin Stoiber. Denn zum einen werden zusätzliche Räumlichkeiten für die Offene und die Gebundene Ganztagsschule gebraucht, zum anderen sollen die bestehenden beide Gebäude der Schule vereint werden in einem. Vorgesehen sind somit Sanierung, Erweiterung und auch ein Ersatzbau für die Schule, um eine Einhäusigkeit zu erhalten. Dafür gelte es, passende Lösungen zu finden, sagt Stoiber.
Verschiedene Vorschläge
Der Vorschlag 1 sieht vor, das Haus 1 mit knapp 1900 Quadratmetern Nutzfläche zunächst in einem ersten Bauabschnitt um gut 1300 Quadratmeter Zusatzflächen für die acht Klassen der Offenen Ganztagsbetreuung und vier Klassen der Gebundenen Ganztagsbetreuung zu erweitern. Das muss bis 2027/28 fertig sein, um hier eine Förderung zu bekommen. Danach soll das Haus 1 saniert und die angebauten Räume der Mittagsbetreuung abgerissen oder in die Schule integriert werden. Während der Bauzeit sollen die Schüler in die neuen Räume, in Haus 2 und bei Bedarf in Container umziehen. Schließlich soll das bestehende Haus 2 im dritten Bauabschnitt abgebrochen werden. An die Stelle des Hauses soll dann ein Park oder eine Tief- oder Hochgarage mit Stellplätzen und Gründach kommen. Was dort kommt, hängt von den Kosten ab.
Beim zweiten Vorschlag für den Schulumbau bleibt Haus 2 erhalten und wird zunächst um die Flächen der Ganztagsbetreuung erweitert, danach saniert. Im dritten Bauabschnitt wird Haus 1 abgerissen oder einer anderen Nutzung zugeführt. Bei Abriss sollen dort dann Parkdecks geschaffen werden, wenn das finanziell tragbar ist.
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Insgesamt hat die Schule aktuell 21 Klassenräume, dazu sieben Räume der Schulvorbereitenden Einrichtung. Zwei Haken hat die Sache noch: der Weg zum Hallenbad muss immer offen sein, die Stadtwerke-Verteilerstation für die Fernwärme ist im Haus 2 untergebracht und kann nicht ohne großen Aufwand verlegt werden. nach Schätzungen wird der Umbau dort rund 15 Millionen Euro kosten und soll spätestens bis zum Schuljahresbeginn 2030/31 beendet sein.
Multifunktionale Arena mit Sportkinderhaus geplant
Das zweite Großprojekt betrifft das Stadion, das für gut acht Millionen Euro zu einer multifunktionalen Arena mit Sportkinderhaus werden soll. Auch diese Ausschreibung ist raus, um die Sanierung und den Neubau des Kinderbereichs im Detail durch ein Büro planen zu lassen. Das Stadion, das 1971 eingeweiht wurde, hat aktuell keine Tribüne mehr. Nun soll mit der Sanierung der Sportstätte, dem Bau einer neuen Tribüne und dem Neubau eines Sportkinderhauses ein multifunktionaler, moderner attraktiver Begegnungsort geschaffen werden. „Das ist eine schöne Lösung und bringt der Stadt viel Mehrwert“, sagt Bürgermeister Stoiber. Für Sportveranstaltungen wie Fußball sollen hier 3129 Fans Platz finden.
Deutlich weniger sollen bei Rock- und Popkonzerten (nur 1000) und bei Jazz (bis 2400) rein dürfen, bei Moderationsveranstaltungen dagegen bis 4000, bei Klassik gar bis zu 15.000 Zuschauer, so die Vorlage. Das ändert sich abrupt, wenn die Ruhezeiten (zwischen 20 und 22 Uhr) anbrechen – Rock/Pop geht dann gar nicht mehr, selbst die Klassik sinkt auf nurmehr 1400 Besucher. Gebaut werden sollen noch Sport- und Serviceräume und eben eine Kita und ein Kindergarten. Wann es dort losgehen soll, steht noch aus.
Eines ist jedoch für Bürgermeister Stoiber sicher: für wenigstens eines der beiden Projekte werde es bereits 2025 den Spatenstich geben. Und egal, wo gestartet werde – überall würden die Baustellen für die Projekte über Jahre eingerichtet bleiben. Doch dass Beides möglichst bald kommen soll, daran lässt Stoiber keine Zweifel.
Mittelschule ist weiteres Großprojekt
Sanierung: Neben der Chamer Grundschule steht eine weitere Bildungseinrichtung auf dem Sanierungsplan der Stadt: die Mittelschule. Hier wurde in den jüngsten Schulverbandssitzungen klar, dass etwas geschehen muss, denn das Dach der äußerlich gut aufgestellten Schule ist an mehreren Stellen undicht. Der Fehler liegt in der Vergangenheit: Das Dach wurde bei der letzten Sanierung der Schule nicht erneuert.
Kosten: Hier ist Cham nicht allein bei der Finanzierung – jede Gemeinde, die Schüler herschickt wie etwa Chamerau, Traitsching, Willmering oder Waffenbrunn, muss anteilig an dem Millionenprojekt mitzahlen. Aktuell wird noch eine Studie ausgearbeitet,was getan werden muss. Noch ein Manko: die Sanierung ist nicht förderfähig, da die letzte geförderte Sanierung der Schule noch nicht 25 Jahre zurück liegt.
