„Vom Caorle nach Caorle“: Sieben Freunde aus Waffenbrunn fuhren mit Mopeds nach Venetien

„Vom Caorle nach Caorle“ hatten sich sieben Freunde aus Waffenbrunn (Landkreis Cham) zum Motto erkoren und machten sich vor kurzem mit ihren Motorrollern und Mopeds auf die lange Reise vom gleichnamigen Restaurant am Chamer Steinmarkt aus in das italienische Adriastädtchen Caorle in der Provinz Venetien.
Seit Kindertagen sind Andreas Göttlinger, Michael Wölfel, Martin Göttlinger, Felix Daiminger, Sebastian Macht, Dominik Ederer und Sandro Lohmer befreundet und unternehmen in der Freizeit immer wieder gemeinsame Aktivitäten.
„Mal wieder was zusammen im Urlaub unternehmen, so die Grundidee“, wie Michael Wölfel betonte. Eine gemeinsame Fahrt vom Restaurant Caorle am Chamer Steinmarkt zum Ort Caorle in Italien, das war das Ziel, auf das man sich relativ schnell einigen konnte. Sich auf zwei Autos verteilen, sechs Stunde Richtung Adria fahren und dann eine Woche Badeurlaub verbringen, war den jungen Männern aber dann doch zu langweilig. Diese Fahrt sollte etwas Besonderes werden, am besten eine Tour mit dem Motorrad.
Mopeds aus Jugendtagen
Da aber nicht alle aus dem Septett über ein Motorrad oder den entsprechenden Führerschein verfügen, einigte man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Die alten 50ccm starken Roller und Mopeds aus gemeinsamen Jugendtagen mussten wieder aus der Garage geholt und auf Vordermann gebracht werden. Nur ein Roller mit Baujahr 2019 wurde neu angeschafft, die anderen Fahrzeuge waren alle im Familienbesitz und zum Teil 50 Jahre alt.
Damit die zweirädrigen Gefährte aus den 1970er, 1980er und 1990er Jahren die insgesamt 2600 Kilometer lange Reise auch gut überstehen, wurde vor Reiseantritt fleißig geschraubt und getestet. „Am Samstagmorgen sollte die Reise losgehen. Am Freitagabend wurde der letzte Motor zusammengebaut und um 23.30 Uhr die abschließende Probefahrt unternommen“, so Andreas Göttlinger. Damit die Truppe für alle Eventualitäten gerüstet war, bestand das Reisegepäck neben einem Rucksack mit minimalistischer persönlicher Ausstattung vor allem aus Werkzeug und Ersatzteilen.
„Davon haben wir überraschenderweise sehr wenig benötigt“, so Martin Göttlinger. Nur der neue Roller hat schlapp gemacht. Bei dem hat die Lichtmaschine den Geist aufgegeben und es mussten Ersatzbatterien besorgt und diese nach der Aufladung immer wieder durchgetauscht werden.
Auf der 1300 Kilometer langen Fahrt an die Adria ging es mit den maximal 50 Stundenkilometer schnellen Gefährten natürlich nicht über die bekannten Touristenrouten. „Vom Waldweg bis zur Staatsstraße war alles dabei, hauptsächlich natürlich Nebenstrecken“, so Michael Wölfel.
„Bei der drei Tage dauernden Hinreise hatten wir mit dem Wetter unheimlich Glück“, so die Freunde unisono. Bei herrlichem Sonnenschein ging es gen Süden. Die Alpen wurden über den Pass am Großglockner überquert. Mit maximal 15 Stundenkilometern ging es im ersten oder im zweiten Gang auf 2600 Meter über den Meeresspiegel. Mensch und Maschine benötigten hier immer wieder eine Pause, bis man nach drei Stunden die Passhöhe erreicht hatte.
Mit Jubel und Beifallrufen am Großglockner empfangen
An der höchsten Stelle am Großglockner konnte nicht nur der herrliche Ausblick genossen werden. Die sieben Waffenbrunner wurden von etlichen Passanten mit Jubel und Beifallrufen empfangen. Grundsätzlich war die Resonanz der Menschen, die sie unterwegs getroffen haben, sehr positiv. Neben viel bewundernder Zustimmung und Applaus wurde den jungen Männern bald klar, dass ihre Reise durchaus außergewöhnlich war. Bei ihren Stopps am Straßenrand waren sie oft bei wildfremden Menschen als begehrtes Selfie-Motiv gefragt. Neben dem allmorgendlichen Technikcheck kam vor allem am Großglockner das Werkzeug des Öfteren zum Einsatz, alleine um nach steilen Abfahrten die Bremsen zu reinigen und zu prüfen.
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Nach drei Tagen Fahrt war das Ziel erreicht. Vom Caorle nach Caorle war geschafft, und die sieben jungen Männer gönnten sich und ihren Fahrzeugen erst einmal drei Tage Pause. Am Adriastand wurde ausgiebig dem Dolce Vita gefrönt.
Nur ein Hornissenstich
Auf der wiederum dreitägigen Heimreise wurden die Alpen dann über die Hohen Tauern auf etwa 1800 Meter über dem Meeresspiegel überquert. Trotz eines Regentags konnte auch die Rückreise genossen werden. „Es gab keine Unfälle und außer einem Hornissenstich auch keinerlei Verletzungen“, wie Andreas und Martin Göttlinger feststellten und so kamen alle wieder wohlbehalten in Waffenbrunn an.
Hier wurden sie von den Familien und den Freunden mit einem großen Hallo empfangen und die Rückkehr mit einem kleinen Fest gebührend gefeiert. „Ein tolles Erlebnis und keine Probleme, die nicht schnell zu lösen waren“, so das Fazit der Freunde. Auf die Frage, ob sie eine solche Reise mit ihren Mopeds und Rollern wieder unternehmen würden, einigte man sich relativ schnell auf „Sag niemals nie“.

