15-Jährige vom FSV Kelheim hat ihren ersten Alleinflug mit einem Segelflugzeug bei Hienheim geschafft

Eigentlich sollte am Wochenende, 23. bis 25. August, ein großes Fliegertreffen, verbunden mit einem Wettkampf, am Stieberberg in Hienheim stattfinden. Doch es kam anders. Der FSV Kelheim, der sein Vereinsgelände am Stieberberg hat, musste nach Oberhinkofen (Landkreis Regensburg) ausweichen.
Nachwuchsfliegerin Marieke Baumgart vom FSV Kelheim sieht die Verlegung des Wettkampfs entspannt. Sie ist mit der Fliegerei groß geworden – beide Eltern fliegen, der Vater hat ein eigenes Flugzeug – und seit kurzem fliegt die 15-Jährige selber. Sie weiß, dass man in der Fliegerei nie vor Überraschungen sicher ist. Marieke Baumgart freut sich auf diesen ersten Vergleich mit anderen Fliegern, gesteht aber auch, dass sie ein bisschen nervös ist. „Es ist halt Neuland für mich“, sagt sie.
Vor eineinhalb Jahren hat sie ihre fliegerische Ausbildung begonnen. Sie lernte geradeaus und Kurven zu fliegen, Starten und Landen. „Es ging darum, den Flieger zu beherrschen“, erklärt die 15-Jährige, die inzwischen 70 Starts absolviert hat. Am Ende des ersten Ausbildungsabschnittes folgte der erste Alleinflug.
Jetzt geht es zum ersten Wettkampf. Der sollte eigentlich auf dem Stieberberg stattfinden, nachdem der FSV im vorigen Jahr beim ostbayerischen Jugendvergleichsfliegen sowohl den Einzel- als auch den Teamwettbewerb mit Max Bernhardt und Kilian Eibl gewonnen hatte. Aber beim FSV erfolgt der Start mittels Schleppflug und nicht über eine Winde. Die wenigsten Nachwuchsflieger beherrschen jedoch den Schleppflug, weshalb der FSV für „seinen“ Wettkampf nach Oberhinkofen ausweichen möchte, weil dort Windenstarts möglich sind, sagt Martin Radler (28), Jugendleiter beim FSV. „Unser Platz ist einfach zu kurz für einen Windenstart“, erklärt der 28-Jährige.
„Macht unglaublich Spaß“
Beim Jugendvergleichsfliegen treten jugendliche Flugschüler und junge Scheinpiloten gegeneinander an. Die Erstplatzierten der Bezirksvergleichsfliegen wie in Oberhinkofen qualifizieren sich dabei für die Wettbewerbe auf bayerischer und deutscher Ebene. Beim Wettbewerb geht es darum, bestimmte Teilübungen der Segelflugausbildung vor einer Jury der teilnehmenden Vereine vorzufliegen. Die rund 20 Teilnehmer in Oberhinkofen sind zwischen 14 und 25 Jahre alt, Marieke Baumgart ist damit eine der jüngsten im Wettbewerb. Sie wird beim Vergleichsfliegen in einem Doppelsitzer antreten und von einem Fluglehrer begleitet. Das lassen die Wettkampfbedingungen ausdrücklich zu.
„Es macht unglaublich Spaß zu fliegen“, sagt Marieke Baumgart. Auch die physikalischen und thermischen Zusammenhänge begeistern sie. Es ist der Reiz mit dem Wetter zu spielen: Warme Luft steigt bekanntlich auf, und mit ihr das Flugzeug. Die Erwärmung der Luft kommt von der Sonne. Damit fliegen Segelflieger also eigentlich mit Solarenergie. „Die Ausbildung ist vielfältig“, sagt Martin Radler.
2500 Landungen
Beim FSV geht es bei alldem eher familiär zu. Rund 50 aktive Mitglieder hat der Verein, ungefähr zwölf gehören dem Nachwuchs an. Fünf Flugschüler sind jünger als 18 Jahre und derzeit noch Flugschein in der Luft. Dennoch ist auf dem Fluggelände am Stieberberg oft Action wie auf einem Verkehrsflughafen. Fast 2500 Landungen (und ähnlich viele Starts) wurden voriges Jahr gezählt.



