Kein Ferienpark für Furth im Wald: Grundstückseigentümer kämpft aber weiter dafür

Von Alexander Frimberger · 6. August 2024 um 17:00

Aus dem Feriendorf am Drachensee wird nichts werden. Der Stadtrat hat das Vorhaben abgelehnt. Damit will sich der Liquidator der Ferienpark Furth im Wald GmbH (FFW), Gerhard Lemberger, nicht zufriedengeben und wendet sich an den Stadtrat.„Ihre Vorentscheidung vom 18. Juli 2024 (Termin der Stadtratsitzung; Anm. d. Red.), den bestehenden Flächennutzungsplan von einem Sondergebiet Ferienhaus zügig in landwirtschaftliche Flächen verändern zu wollen, ist ein eklatanter Verstoß gegen Treu und Glauben“, erzürnt sich Lemberger in einem Schreiben an die Gremiumsmitglieder des Stadtrates.

In seinen Augen wurden die Räte vor ihrer Entscheidung, das Vorhaben mit nur einer Gegenstimme abzulehnen, von der Stadtverwaltung nicht davon in Kenntnis gesetzt, „dass die FFW noch immer über einen rechtsgültigen Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan verfügt (...)“

Beschluss aus dem Jahr 1976

Das streiten Bürgermeister Sandro Bauer und Stefan Schmidberger gar nicht ab. Der Hauptamtsleiter hat den Aufstellungs-Beschluss aus dem Jahr 1976 vorliegen. Darin heißt es aber auch, dass der Stadt eine Erklärung vorliegen muss, in der der Grundstückseigentümer nachweisen muss, das alle Planungskosten übernommen werden und der Stadt keine Kosten entstehen.

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Das ist laut Bauer nicht geschehen. Stimmt, die stehe noch aus, räumt Lemberger in seinem Schreiben ein. Das geschieht demnach dann, wenn die FFW einen endgültigen Vorhabenträger gefunden hat, dessen Konzept sowohl die GmbH, als auch die Stadt überzeugt. „Erst dann kann ich unsere schuldenfreie Gesellschaft auflösen und das Gesellschaftsvermögen auf die sieben Gesellschafter verteilen.“ Den Investor, der auch mit dem Ferienhausanbieter Landal zusammenarbeitet, sieht Lemberger jetzt gekommen. Bauer erläutert, das Konzept sieht demnach vor, dass der Investor die Ferienhäuser baut und verkauft, Landal kümmert sich um die Vermarktung und Betreuung der Anlage, heißt: Der Eigentümer darf eine begrenzte Zeit in seinem Haus Urlaub machen, den Rest vom Jahr wird die Immobilie an Urlaubsgäste vermietet. Dieses Konzept hat aber für den Stadtrat einen gewaltigen Haken, denn: Landal betreibt die Anlage nur einen beschränkten Zeitraum, maximal 20 Jahre, wie Schmidberger erklärt. Was ist dann, wer betreibt die Anlage weiter? Die Stadt habe nicht die Erfahrung, das zu tun, hatte Ratsmitglied Anton Schmid in besagter Sitzung angemerkt. Ein weiterer Grund für das ablehnende Verhalten ist der Drachensee als Naherholungsgebiet an sich. Dazu vertritt Lemberger die Ansicht, dass der See zwar den Tagestourismus beleben, nicht aber das Tourismus- und Fremdenverkehrsdefizit der Stadt reduzieren konnte. „Die Nächtigungen fielen sogar dramatisch.“ Lemberger führt in seinem Schreiben weiter aus, Bürgermeister Sandro Bauer habe bei einem informativen Vorstellungsgespräch im November 2023 wörtlich gesagt: „Ich bin an Touristen nicht mehr interessiert.“ Das, so Bauer, sei natürlich Unsinn: „Natürlich wollen wir Touristen und sanften Tourismus, aber nicht so.“ Man habe bereits jungen Familien verwehrt, in dem Bereich zu bauen, dann könne man es jetzt hier nicht plötzlich genehmigen. Da kann der Rathauschef die Argumentation Lembergers, dass die Regierung der Oberpfalz im Jahr 1976 an einer zügigen Realisierung des Ferienparks sehr interessiert war, nicht gelten lassen.Die Voraussetzungen seien heute ganz andere.

„Schon klar, wir können nicht mit den Bettenburgen konkurrieren“, allerdings würden Furth im Wald Einrichtungen, wie Wildgarten, Flederwisch, Steinbruchsee und viele andere, sehr stark machen. Um nicht falsch verstanden zu werden, betont Bauer, dass die Stadt an einem Ferienpark oder auch einem Hotel natürlich sehr interessiert sei. Das würde die touristische Attraktivität der Drachenstadt durchaus ausweiten. „Aber eben nicht am See.“

Sondergebiet umwidmen

Die weiteren Planungen der Verwaltung sehen jetzt vor, in der kommenden Stadtratsitzung, den beinahe 50 Jahre alten Stadtratsbeschluss zu kassieren und, wie zuletzt angekündigt das Sondergebiet Ferienhaus per Beschluss in landwirtschaftliche Flächen umzuwandeln. Lemberger will das weitere Vorgehen jetzt in die Hände des Landratsamtes geben und darauf vertrauen, dass dort die richtige Entscheidung getroffen wird. Bauer dazu: „Planungshoheit liegt bei der Stadt.“