Endlich fertig: Dorfstraße in Untergrafenried und Parkplatz

Von Martin Hladik · 7. August 2024 um 05:00

800 Meter bestens sanierte Dorfstraße, endlich ein Parkplatz am Grenzübergang zum touristischen Anziehungspunkt verschwundenes Dorf und eine hohe Förderung über das ELER-Programm der EU: Das sind die Kerndaten des Zwei-Millionen-Euro-Projektes das Bürgermeister Markus Ackermann zusammen mit seiner Bauverwaltung am Dienstagmorgen abnahm. Mit dabei waren Vertreter des Bauunternehmens Wagner, des Planungsbüros und des Amtes für ländliche Entwicklung.

Seit Mai 23 bis jetzt wurde an dem Projekt gearbeitet, das wichtige Bedürfnisse erfüllt. Zum einen wurde die stark beschädigte Dorfstraße in Untergrafenried komplett saniert und dabei Wasserleitung und Straßenbeleuchtung erneuert. Da die angrenzenden Anwesen ausschließlich über diese Straße erreichbar sind, eine besondere Belastung für die Anlieger und die Bauausführenden.

Wichtiger Parkplatz für den Tourismus

Der zweite Teil der Sanierung schafft mit Parkplatz und Buswendeschleife endlich eine geregelte Parksituation am Grenzübergang zum verschwundenen Dorf in Untergrafenried, das ein touristischer Anziehungspunkt für die Region ist.

Bürgermeister Markus Ackermann freute sich sichtlich über die „bestens gelungene Sanierung der Dorfstraße mit dem Parkplatz“. Danach ging er auf die anspruchsvolle Finanzierung des Projektes ein. Am Anfang konnte der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp über die Fraktionsreserve eine 200000-Euro-Förderung ans AELF für die Dorferneuerung erreichen. Allerdings hätte die Dorferneuerung den Bau lange verzögert. Also habe man versucht, eine 80-prozentige ELER-Förderung zu erreichen, was gelungen sei. Die Bewohner seien sicher froh, so Ackermann, dass die lange Baumaßnahme vorbei sei, aber auch froh über das neue Erscheinungsbild des Dorfes, die neue Wasserversorgung und die Leerrohre für den Glasfaseranschluss. Der Parkplatz beim verschwundenen Dorf schaffe jetzt eine „geregelte Situation“. Noch fehlen Ruhebänke und eine Bike-Ladestation. Dafür wurden rund 20 Pkw-Stellplätze, zwei Busparkplätze und eine Fläche für Zweiräder geschaffen. Der Parkplatz ist beleuchtet und mit insgesamt 28 Obstbäumen bepflanzt.

Matthias Schiffl vom Amt für ländliche Entwicklung erläuterte, dass die Bepflanzung genauso wie die Regenwasserversickerung über ein Rigolensystem ausschlaggebende Punkte bei der Zuschussgewährung über ELER gewesen seien. Das Projekt sei eines des größeren des AELF gewesen.

Um die Förderung zu erhalten, durfte nicht mehr Fläche versiegelt werden. Deswegen sei das letzte Stück Zufahrt zum Parkplatz auch mit Rasengittersteinen ausgelegt, berichtete Manuel Simeth vom Ingenieurbüro Altmann. Zuvor hatte er auch das Versickerungssystem über Rigolen angesprochen. Wäre das nicht möglich gewesen, hätte man ein Rückhaltebecken und die Einleitung in den Bach bauen müssen. Das wäre teuerer gekommen und hätte wahrscheinlich die Förderung gekostet. Er habe sich damals sehr über den Auftrag gefreut, weil er den Zustand der Dorfstraße und die Parksituation an der Grenze gekannt habe. Deswegen sei er überzeugt, dass „die Maßnahme dem Standort etwas bringt.“ Bei der Besucherfrequenz am Wochenende sei der Parkplatz „sehr, sehr sinnvoll“. Neben dem Straßenbau und dem Einbau der Leitungen sei auch die Straßenbeleuchtung erneuert und ergänzt worden. Zudem konnte der Kreuzungsbereich beim Feuerwehrhaus verbessert werden, sodass landwirtschaftliche Fahrzeuge leichter abbiegen können. Wichtig sei auch gewesen, dass die Baufirma Wagner eine Ersatzumfahrung mit einer unbefestigten Straße für die Anwohner der Sackgasse schaffen konnten. Jetzt müsse die Endabrechnung bis September eingereicht sein, um die Förderung zu erhalten.

Dank an Anwohner

Bauunternehmer Siegfried Wagner dankte den Anwohnern im allgemeinen, aber ganz besonders der Familie Anspann, die die Fläche für die Umfahrungsmöglichkeit zur Verfügung gestellt habe. „So konnte die Sackgassensituation super gelöst werden!“

Bürgermeister und Planer besehen sich einen Schacht der Versickerungsanlage.