Zahnärztin gestaltet Kinderbuch für Waldmünchen

„In den Eschen auf dem Hügel am Böhmerkreuze nisten über der Stadt zwei Käuze“, heißt es an passender Stelle in einem Kinderbuch, das die Waldmünchner Zahnärztin Barbara Katharina Deml (37) verfasst und vor allen Dingen gemalt hat. Das Buch ist weit mehr als „nur“ ein schönes Bilderbuch. Es ist eine Hommage von Deml an ihre Heimatstadt, an Waldmünchen.
Zuerst waren die Bilder, berichtet Deml. 2020 sei sie wieder nach Waldmünchen zurückgekehrt. „Ich hab‘ mich g‘freut, dass ich wieder da bin!“, sagt sie. Und dann kam Corona. Und viel Zeit für Spaziergänge mit ihrem Sohn Matzi. „Ich war viel draußen. Wir haben all diese schönen Gebäude, Orte und Plätze...“ erzählt Deml. Und sie habe wieder malen wollen. Zuerst einen Ort ihrer Kindheit: Den Trenckplatz, dann die Ölbergkapelle „mit dem schönen Blick auf die Stadt“. Am Schluss waren rund 20 Bilder zusammen. Fast alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen die 20 Bilder.
Aus Bildern wird ein Buch
Doch was mit den Bildern anfangen? Für die Schublade waren sie zu schade. Fast eineinhalb Jahre blieben die Bilder liegen, erzählt Deml. Irgendwann beschloss sie, sich einen zweiten langgehegten Wunsch zu erfüllen. Sie wollte ein Kinderbuch daraus machen.
Doch wie verbindet man erzählerisch die verschiedenen Orte auf den Bildern. Da halfen ihre beiden Hauskatzen Miez und Katz, die immer in der Nähe sind, wenn Deml malt oder ihrem Sohn Matzi vorliest. Die Katzen sollten im Buch zu den verschiedenen Orten führen und dabei Tiere treffen, die sie begleiten.
So entstanden die verschiedenen Tiergemälde, die an den verschiedenen Plätzen zu finden sind. Was für Tiere das sind, habe allerdings viel mit dem Reimspruch dazu zu tun, den Deml zu dem Ort fand. So wohnen eben die „Käuze“ am „Böhmerkreuze“, gesteht sie charmant.
Gereimt habe sie, weil sie beim Vorlesen für ihren Sohn gemerkt habe, wie gut Kinder sich an Gereimtes erinnern können. Ihr Sohn habe jedenfalls schon bald die Reime im „Mama-Buch“ – wie er es nennt - beim Vorlesen mitsprechen können. Insbesondere den auf jeder Seite wiederkehrenden Vers: „Gemeinsam finden wir den Weg, Pfötchen für Pfötchen und Schritt für Schritt!“ Das ist durchaus auch im übertragenen Sinne gemeint, wie ein Sinnspruch von Rainer Maria Rilke am Anfang des Buches erahnen lässt: „Wenn die Sehnsucht größer als die Angst ist, wird Mut geboren. Ohne Sehnsucht machen wir uns nicht auf den Weg.“
Die Spuren der Tiere
Dabei sind die Pfoten auch durchaus wörtlich gemeint. Denn zu jedem Tier gibt es die passenden Pfotenabdrücke und die werden bis zum Ende des Buches immer mehr. So lernt man im Buch auch ganz nebenbei ein klein bisschen Spurenlesen.
Die Tiere im Buch suchen und finden schließlich den Weg zum Fest am Perlsee mit dem Feuerwerk. Das letzte Bild zeigt die Tiere , die gemeinsam das Feuerwerk vom Engel an der Staumauer aus ansehen. Also auch ein jährlich aktuelles Kinderbuch, denn das Seefest war erst vor wenigen Wochen gewesen.
Das Buch liegt in der Tourist- Info auf und ist über den Buchhandel zu erhalten.