B299 bei Berching wird saniert: Autofahrer ignorieren die Umleitung

Von Bernhard Neumayer · 6. August 2024 um 17:00

Weil ein Teil der B299 bei Berching derzeit gesperrt ist, nutzen einige Verkehrsteilnehmer Schleichwege. Vor allem in der Vorstadt steigt dadurch die Lärmbelastung für Anwohner. Bald soll damit Schluss sein.

Dienstag, kurz nach halb 10 Uhr: Ein Auto nach dem anderen rattert über das Kopfsteinpflaster in der Berchinger Vorstadt. Am Neumarkter Tor staut es sich zum Teil kurzzeitig.

Grund für das höhere Verkehrsaufkommen in der Bahnhofstraße ist, dass ein Teil der parallel verlaufenden Bundesstraße gesperrt ist. Während sich manche Verkehrsteilnehmer darüber aufregen, sind andere entspannt. Die gute Nachricht für alle: Ein Ende der Baustelle ist mittlerweile in Sicht.

Seit über sechs Wochen sind Abschnitte der B299 bei Berching gesperrt. Im ersten Teil der Sanierung erneuerte das Staatliche Bauamt Regensburg ab 24. Juni die Strecke von der Einmündung der Kreisstraße NM3/Winterzhofener Straße auf Höhe des Netto-Marktes bis zur Kreuzung der Staatsstraße 2251 in Richtung Wallnsdorf. Nun endet der zweite Bauabschnitt, der in nördlicher Richtung an den ersten Teil bis zur Krankenhausstraße angeknüpft hat.

Sanierung der B299 bei Berching: Der letzte Abschnitt startet

„Ab sofort startet der dritte Bauabschnitt“, informiert Stefan Feuerer vom Staatlichen Bauamt. Dort leitet er die Abteilung S2 Landkreis Neumarkt für den Bereich Straßenbau. In dem letzten Teil der Sanierung wird die Straße ab der Nordtangente bis zur Krankenhausstraße erneuert. Von Beilngries kommend kann man Richtung Reha-Klinik rechts abbiegen, aus Neumarkt kann man bis zur Tankstelle Preiss fahren und an der dortigen Kreuzung entweder links zum Tanken oder rechts auf die Nordtangente abbiegen.

Die Umleitung erfolgt weiterhin ab Pollanten über die Kreisstraßen NM2 und NM13 bis nach Holnstein. Ab dort führt sie über die St2251 bis zum Kreisverkehrsplatz bei Oening, um von dort über die Kreisstraße NM3/Winterzhofener Straße zurück auf die Bundesstraße zu führen.

Das Problem: Die ausgeschilderte Umfahrung nutzen nur die wenigsten Autofahrer. Viele Verkehrsteilnehmer haben in den vergangenen Wochen den deutlich kürzeren Weg über die Bahnhofstraße und die Maria-Hilf-Straße genommen. Diese verlaufen parallel zur B299. Die Umleitung dagegen erfolgt über den Berg, was Zeit kostet und Kilometer frisst. Doch nur die Kreisstraßen könnten das Verkehrsaufkommen der Bundesstraße auffangen, hatte Feuerer bereits im Juli gesagt.

B299 bei Berching: Bauarbeiten dauern bis 23. August

Die Folge ist, dass die Schleichwege in der Vorstadt nun deutlich mehr Verkehr stemmen, worüber Berchinger im Internet diskutieren. „Die Leute dort tun mir echt leid, ist ja auch nicht ungefährlich“, kommentiert eine Frau in einer Facebook-Gruppe. „Was für eine Scheiß-Planung und Chaos“, postet ein Mann. Ein anderer User entgegnet: „Ist ja eigentlich nicht die offizielle Umleitung.“ Ein weiterer Mann schreibt, dass er die Aufregung nicht verstehe. Jeder wolle eine anständige Straße.

Zwei Anlieger der Bahnhofstraße, mit denen unsere Zeitung gesprochen hat, können das Jammern nicht verstehen. Klar, es fließe deutlich mehr Verkehr und dadurch steige auch die Lärm- sowie Feinstaubbelastung. „Aber das ist nicht dramatisch“, sagt etwa Karl Eichinger, Inhaber des Augenoptikergeschäfts. Ein Anwohner ergänzt, dass die Bauarbeiten ja der Allgemeinheit dienen. „Dafür bekommen wir eine Top-Bundesstraße“, sagt er. Die Dauer der Sanierung sei ohnehin absehbar.

Laut Bauamt soll die Sanierung für rund 900.000 Euro noch bis einschließlich 23. August dauern. Danach soll der Verkehr wieder fließen.

Dieser Abschnitt – von der Krankenhausstraße bis zur Nordtangente Berching – wird voraussichtlich bis 23. August erneuert. Foto: Neumayer