Idared, Conference, Rubinola: OGV Langquaid schafft kleines Obstparadies

Sie tragen Namen wie Idared, Conference oder Rubinola – die Bäume im Obstgarten des OGV Langquaid. Kürzlich wurde er an der Straße nach Niederleierndorf angelegt. Die Verantwortlichen wollen damit auch zeigen, dass es selbst im Winter eine Alternative zum Obst aus dem Supermarkt gibt.
21 Apfel-, Birnen- und Quittenbäume wachsen mittlerweile auf dem rund 2500 Quadratmeter großen Gelände, das der Verein vom Markt Langquaid gepachtet hat. Doch die ließen auf sich warten. Es habe Lieferschwierigkeiten gegeben, erklärt Vorsitzender Gerhard Böckl die Verzögerung des Projekts. Im Mai konnten schließlich die Bäumchen gepflanzt werden.
Die Verantwortlichen haben sich bewusst für alte Sorten entschieden. Diese seien robuster und am besten an das heimische Klima angepasst. Außerdem wolle man die alte Kultur wieder aufleben lassen, sagt Baumwart Rieks Offereins.
Gute Lagerfähigkeit
In dem Obstgarten sollen künftig Baumschneide- und Veredelungskurse stattfinden. Außerdem soll er als Informationszentrum für Leute dienen, die gern einen Obstbaum im eigenen Garten hätten. „Hier sehen sie, wie groß der Baum wird und können probieren, wie die Früchte schmecken“, sagt Offereins. Dafür haben die Verantwortlichen Sorten wie roter Grafensteiner, Rubinola, Rubinette oder Idared gewählt. Idared lasse sich sehr gut lagern und sei auch im Winter eine Alternative zum Obst aus dem Supermarkt.
Offereins geht davon aus, dass einige Bäume schon im nächsten Jahr Früchte tragen werden, bis im Obstgarten Apfelsaft gepresst wird, werde es aber noch einige Jahre dauern.
Apfelsaft soll verkauft werden
Dann dürfen Kinder frisch gepressten Langquaider Apfelsaft ohne Zusätze probieren. Dafür schafft sich der Verein eine Obstpresse und einen Muser an. Zum Mosten seien roter Boskop und roter Berlepsch gut geeignet, sagt Offereins. Butter-, Conference- und rote Williams-Christ-Birne sorgten für ein gutes Aroma im Apfelsaft. Auch Quittensaft sei eine „hervorragende Sache“. Vorsitzender Böckl kann sich gut vorstellen, den Saft künftig beim Langquaider Zwetschgenmarkt zu verkaufen und so die Vereinskasse aufzubessern.
Die Mädchen und Buben der Sprösslinge, so heißt die Kindergruppe des OGV Langquaid, sind regelmäßig im Obstgarten. Jeder von ihnen hat einen Patenbaum, um den er sich kümmert, und führt ein Obstwiesentagebuch. „Die Kinder sind begeistert, das hätten wir so gar nicht erwarten“, sagt stellvertretende Vorsitzende Helga Wittmann. So sollen schon die Kinder an die richtige Baumpflege herangeführt werden. Die Angebote für Kinder beim OGV Langquaid stoßen auf reges Interesse, aber nicht nur beim Nachwuchs. „Beim Baumschneidkurs für Kinder stellten hauptsächlich ihre Eltern Fragen“, sagt Wittmann und lacht.
Zahl der Mitglieder steigt
Doch auch die Angebote für Erwachsene werden gut angenommen. „Wir müssen aktiv sein und die Begeisterung der Leute auffangen“, sagen die Verantwortlichen. Dass ihnen das gelingt, zeigen die Mitgliederzahlen. Stand der Verein 2022 noch kurz vor der Auflösung, verzeichnet er zwei Jahre später rund 80 neue Mitglieder und eine Vorstandschaft, die vor Tatendrang nur so sprüht.
Davon sind auch Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck und Harald Hillebrand, Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenkultur und Landespflege im Landkreis Kelheim, begeistert. „Das ist genau der Spirit, den wir brauchen“, sagt Hillebrand. Jugendförderung sei unheimlich wichtig. Auch Blascheck lobt die „tolle Kinder- und Jugendarbeit“ des Vereins. Vom Konzept des Obstgartens sei er sofort angetan gewesen. Keine Frage also, dass der Markt den OGV bei verschiedenen Arbeiten im Obstgarten unterstützt.
Schutz vor Vandalismus und Diebstahl
Dort fehlen mittlerweile nur noch Beschilderungen, Infotafeln und der Schaubienenstand. Auch ein kleines Häuschen für die Geräte soll laut Böckl noch auf dem Areal, das eingezäunt ist, entstehen. Der Zaun diene zum Schutz vor Wildverbiss, Vandalismus und Diebstahl. „Es ist sehr viel Aufwand, den Obstgarten zu pflegen. Es wäre schade, wenn jemand etwas kaputt machen würde“, sagt Offereins.
Während der Obstgarten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, soll weiter vorne, nahe des Bahnübergangs, ein weiterer Apfelbaum gepflanzt werden, der mit einem gelben Band gekennzeichnet wird. „Hier darf sich dann jeder bedienen und mitnehmen, so viel er tragen kann“, sagen die Verantwortlichen. Welche Sorte das sein wird, weiß Offereins noch nicht. „Irgendetwas großes Wildes.“
Sorten im Obstgarten
Im Obstgarten in Richtung Niederleierndorf wurden Gellerts Butterbirne, Conference- und eine rote Williams Chris-Birne gepflanzt. Dazu kommen eine Konstantinopeler Apfelquitte und eine portugiesische Birnenquitte, wie die Äpfel Idared, roter Boskop, roter Berlepsch, roter Gravensteiner sowie Rubinola wie auch Rubinette, vor allem Halbstamm.
Hier sollen Kurse angeboten und Früchte verkostet wie auch gemostet werden. Offereins kann sich auch vorstellen, z.B. mit den Birnen einen Schnaps anzusetzen.