Seit 20 Jahren betreibt Dietrich Schmidt den Movin Ground am Steinberger See

Von Philipp Breu · 3. August 2024 um 19:00

Dietrich Schmidt will etwas bewegen – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor 20 Jahren hat er den Freizeitpark Movin Ground direkt am Ufer des Steinberger Sees übernommen. Auf dem rund 1,8Hektar großen Areal können sich Kinder und Jugendliche austoben. Doch es geht um viel mehr als nur Spaß.

Der Freizeitparkbetreiber legt sich schnell fest. Einen derart flauen Start in die Hauptsaison hat er bisher noch nicht erlebt. Und der Schuldige ist auch gleich ausgemacht: das Wetter. Auch wenn das Thermometer beim Pressegespräch knapp 30 Grad Celsius zeigt und der Himmel wolkenlos ist, hat es Petrus heuer bisher nicht gerade gut mit dem Movin Ground gemeint. „Pfingsten war zum Beispiel total verregnet“, bilanziert Dietrich Schmidt, der von allen nur Didi genannt wird, nüchtern und zieht an seiner Zigarette.

Von Hüpfburg bis Boote

Passendes Wetter ist für den Park nun Mal unabdingbar. Der Movin Ground liegt direkt am Ufer des Steinberger Sees, biete laut dem Betreiber sogar den schönsten aller Einstiege ins kühle Nass.

Daneben können die Besucher allerlei Freiluftattraktionen entdecken. Ein Achtfach-Trampolin ist ebenfalls auf dem Areal angesiedelt wie ein Beachvolleyballplatz, ein Kletterturm, eine Hüpfburg, eine Sprunginsel, eine große Reifenrutsche oder ein Bootsverleih. Und dann wäre da auch noch der eigene Sandstrand, von dem man laut Schmidt „spektakuläre Sonnenuntergänge“ erleben könne.

Das Prinzip des Parks ist schnell erklärt: Kinder sollen sich frei entfalten und das Areal auf eigene Faust entdecken. Für den gelernten Heilerziehungspfleger ist das eine Herzensangelegenheit. Er sei es Leid gewesen, ständig aus den Medien zu lesen, dass sich Kinder zu wenig bewegen würden und im Durchschnitt zu dick seien. Seit 20 Jahren steuert er mit seinem Freizeitpark nun schon dagegen. Kinder können den Park für achtEuro nutzen, Erwachsene zahlen pro Tag fünf. „Um Profit geht es mir aber nicht. Ich will etwas Positives kreieren und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten“, beteuert Schmidt.

Der Movin Ground existierte schon, bevor er anheuerte. Doch der damalige Bauherr sei schnell Pleite gegangen. „Ich bin dann eingestiegen und habe das etwas anders aufgezogen“, sagt Schmidt, der den Park samt Gastronomie ab 2004 zweiJahre lang gepachtet und dann gekauft hatte.

In die Gestaltung habe der 56-Jährige viel Herzblut gesteckt. „Es gibt eigentlich kein Brett, dass ich nicht selbst in der Hand hatte“, sagt er. Auf die Unterstützung seiner Eltern habe Schmidt immer bauen können. Zwar nicht finanzieller Natur aber körperlich. Er erzählt von zahlreichen Stunden auf einer großen Baustelle. „Ich hätte nicht gedacht, dass mein Vater mal mein bester Arbeitskollege wird.“

Doch der Aufwand sollte sich bezahlt machen: Der Park vergrößerte sich, immer mehr Spielgeräte kamen dazu. Mittlerweile beherbergt der Movin Ground auch einen eigenen Zeltplatz, einen Campingplatz und mehrere mit Stockbetten bestückte Baucontainer. Letztere seien vor allem bei Schulklassen sehr beliebt. Diese kämen aus ganz Deutschland, um eine Woche am Steinberger See zu verbringen. „Wir machen mit ihnen Kletterkurse, bauen Floße oder veranstalten eine Schatzsuche und Drachenbootrennen“, erklärt Schmidt.

Daneben sei der Movin Ground aber natürlich auch Anlaufpunkt für Tagestouristen, Kurzurlauber, Einrichtungen, Vereine oder auch Firmen, die dort zusammen mit den Familien ihrer Angestellten unbeschwerte Zeiten verbringen möchten. Zwischen 20.000 und 30.000 Gäste nutzten das Angebot jährlich von Mai bis Ende September.

Um das zu stemmen, waren einst bis zu 22 Mitarbeiter im Freizeitpark angestellt. Mittlerweile sind es deutlich weniger. Ein externer Pächter kümmert sich um das leibliche Wohl der Gäste, der eigene Verein MovinGround ist mit seinen acht Mitgliedern für die Bauwägen und die pädagogischen Angebote zuständig. „Wir könnten schon noch Hilfe brauchen“, sagt Schmidt mit Blick auf die Arbeit an der Kasse oder beim Bootsverleih.

Urlaub zuhause boomt

Doch trotz Personalmangels, Corona-Nachwehen und den zumindest heuer andauernden Wetterproblemen blickt der 56-Jährige positiv in die Zukunft. „Urlaub zuhause boomt, der Steinberger See ist total im Kommen“, weiß der Fachmann. Deshalb scheue er auch nicht davor zurück, weiter in den Park zu investieren. Die Toiletten bei den Wohncontainern wurden schon auf Vordermann gebracht, nun ist der Zaun um den Zeltplatz herum dran.

Und zukünftig werden die Kinder und Jugendlichen wohl auch noch weitere Spielgeräte im Park entdecken können. Details verrät Schmidt noch nicht. „Ich würde aber gerne die Wasserfläche noch mehr nutzen“, sagt er.

Auftritt von Trio Salato entfällt

Datum: Am Samstag. 3. August, wäre um 20 Uhr eigentlich die Italo-Band Trio Salato bei landestypischen Speisen und Getränken im Movin Ground aufgetreten.

Wetter: Wegen der schlechten Wetterprognosen muss das Konzert aber spontan abgesagt werden. Das teilten die Musiker auf ihrer Internetseite mit.

Der Mann hinter dem Freizeitpark: Dietrich Schmidt hat viel Herzblut reingesteckt. Foto: P. Breu
Am eigenen Strand bietet sich die Möglichkeit, Sonnenuntergänge zu beobachten. Foto: Schmidt