Familie Lutter gibt Camping am Hammersee neuen Schwung – Elf Tiny-Häuser sind nun genehmigt

Wer im Oberpfälzer Seenland campen möchte, stößt bei der Suche schnell auf das Hammersee Camping. Auf einem bekannten Online-Portals finden sich 178 Rezensionen mit vielen guten Bewertungen. Alle haben eines gemeinsam: Lob für Familie Lutter, die seit Jahrzehnten die Anlage in Blechhammer, einem Ortsteil von Bodenwöhr, betreibt. Ein Urlauber meinte sogar: „Die Besitzer haben sich einen Lebenstraum erfüllt.“ Über die Zukunftspläne der Ferienanlage informierten die Lutters nun vor Ort.
Erst im Vorjahr haben Jochen und Nina Lutter das Gelände von der Elterngeneration übernommen. Ihr Ziel ist es nun, das Areal mit neuen Projekten aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.
Vom Zelten bis Glamping
Bereits seit den 1960er Jahren campen Urlauber am Nordufer des rund acht Kilometer langen Hammersees. Anfangs waren es nur Wildcamper, die am See auf der Wiese seiner Großeltern zelteten, erzählt Jochen Lutter amüsiert von den ersten Jahren.
Diese betrieben weiter oben eine Gastwirtschaft mit Metzgerei. Das Zelten hätte sie damals nicht weiter gestört, aber der Großvater habe irgendwann das Potenzial der Feriengäste erkannt. So seien nach und nach Sanitäranlagen und eine Rezeption entstanden. In den 1980er Jahren hätten die Eltern den Campingplatz dann auf die derzeitige Größe von 120 Stellplätzen erweitert.
Heute, im Jahr 2024, steht die vierte Generation bereits in den Startlöchern. Die Kinder Lukas und Luisa packen tatkräftig mit an, zum Beispiel beim Einräumen der Getränkekühlschränke. „Wir haben Camping einfach im Blut“, meint die Familie und lacht. Die volle Aufmerksamkeit gelte dem Campingplatz aber erst seit kurzem erzählt Lutter weiter. Er habe zwar schon immer bei den Eltern mitgeholfen, aber auch lange bei einem Straubinger Unternehmen gearbeitet, und erst voriges Jahr das Camping-Geschäft von seinen Eltern übernommen.
„Das war der Moment, in dem wir beschlossen haben, uns auf den Campingplatz zu konzentrieren. Wir wollten ihn aus seinem Dornröschenschlaf wecken“, sagt Nina Lutter. Seitdem stehe der Familienbetrieb ganz im Zeichen neuer Ideen. So seien zum Beispiel ein Naschgarten mit Kräutern und eine Aperol-Lounge für die Urlauber entstanden. „Wir haben schon lange ein Konzept im Kopf, das wir nach und nach umsetzen wollen“, erklärt die Chefin.
Das neueste Projekt sind elf Ferienhäuser, für die die Lutters kürzlich die Baugenehmigung erhalten haben. Es handelt sich um sogenannte Tiny-Häuser, die zwischen 40 und 48 Quadratmeter groß sind. Sie seien zwar klein, aber voll ausgestattet mit Bad, Küche und zwei Schlafzimmern. Die Lutters stellen nur das Grundstück zur Verfügung und verpachten es langfristig an die Gäste wie bei Dauercampern. Das Ferienhäuschen selbst gehöre dabei den Urlaubern. Im Frühjahr 2025 sollen diese einziehen können, kündigen die Campingplatz-Chefs an.
Mit Zelten hätte das dann aber nicht mehr viel zu tun, erklären die Lutters. Es sei vielmehr Glamour-Camping, kurz Glamping genannt. Das liege derzeit voll im Trend. Die Leute wollen am Wochenende raus in die Natur, ohne viel Aufwand, trotzdem mit genug Komfort.
Auf der anderen Seite nehme aber auch die Zahl der Ausflügler, die nur mit einem Zelt unterwegs seien, heuer wieder zu. „Bei uns findet jeder seinen Platz“, betont Chefin Nina.
Die familiäre Atmosphäre ist bei einem Rundgang über das Gelände spürbar. Viele Stammgäste werden von der Familie mit Namen begrüßt, man kenne sich schon lange. Es kämen auch immer mehr Urlauber zum ersten Mal, obwohl man keine Werbung mache. Mundpropaganda sei in der Camping-Szene sehr verbreitet, erklären die Betreiber. So komme der größte Teil der Urlauber mittlerweile aus Franken. Aber viele reisen auch immer noch aus dem Raum Regensburg an.
Fit für die Zukunft
So seien die neuen Investitionen langfristig angelegt, erklärt der Chef. Es gehe darum, den Campingplatz fit für die Zukunft zu machen und nicht darum, ihn auf eine Art Massentourismus auszurichten.
„Wir sind ein Familienbetrieb, es soll immer nachhaltig und heimatverbunden bleiben“, sind sich die Lutters einig. Natürlich wird dabei auch an die nächste Generation gedacht. Sohn Lukas macht gerade eine Ausbildung zum Schreiner. Beim Bau der neuen Aperol-Lounge habe er schon kräftig mitgeholfen, erzählt der 16-Jährige. Ob er den Campingplatz eines Tages gemeinsam mit seiner Schwester übernehmen wird, weiß er noch nicht. „Aber ich kann es mir gut vorstellen.“
