Hammerseecamping in Bodenwöhr: Bebauungsplan für drei Sondergebiete ist fix

Der Bodenwöhrer Gemeinderat (Landkreis Schwandorf) hat in seiner jüngsten Sitzung erneut den Bebauungsplans „Hammerseecamping“ behandelt. Dabei geht es um drei Sondergebiete unter anderem für Ferien- beziehungsweise Wochenendhäuser. Der Entwurf wurde jetzt einstimmig gebilligt.
Zunächst aber hatte sich der Rat mit Angelegenheiten in eigener Sache zu befassen. Denn: Tobias Grün, Mitglied der Fraktion der freien Wähler, hatte aus beruflichen Gründen sein Mandat niedergelegt. Diesem Schritt stimmte der Rat einstimmig zu. In seiner Verabschiedung bedankte sich Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) bei Grün für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement und überreichte eine handgeschriebene Urkunde sowie einen bayerischen Löwen.
Anschließend wurde Nachrückerin Verena Obermeier vereidigt. Zur Begrüßung gab es Blumen. Obermeier ist von Beruf Diplomverwaltungswirtin bei der Regierung der Oberpfalz und bringt damit Kompetenz in den Themen Kommunalrecht und Haushalt mit. Das sollte ihr künftig auch im Rechnungsprüfungs- und im Hauptausschuss nützlich sein.
Verena Obermeier ist die dritte Frau im Rat
Obermeier ist die dritte Frau im Gemeinderat. Die Wahlperiode endet 2026, aber eine Fortsetzung könnte sie sich durchaus vorstellen.
Mit zwei Bauanträgen begann dann der Arbeitsalltag des Gremiums. Ein Grundstück in Altenschwand, auf dem früher ein Spielplatz geplant war, hatte die Gemeinde an eine junge Familie verkauft. Nun soll dort ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage entstehen. Im zweiten Fall handelte es sich um den Bau eines Wohnhauses in Bodenwöhr, „Neue Heide 24“. Das gemeindliche Einvernehmen wurde jeweils erteilt.
Die Aufstellung eines Bebauungsplans „Hammerseecamping“ war bereits in der Januarsitzung Thema und konnte nun abschließend behandelt werden. Der Bauherr, Jochen Lutter, stellte einen Entwurf mit einem Sondergebiet Wochenendhaus mit circa 2250 Quadratmeter im westlichen Teil des Grundstücks vor. Geplant ist der Bau von elf Wochenendhäusern.
Auch der Flächennutzungsplan wurde geändert
Der Gemeinderat billigte den Entwurf einstimmig und beauftragte die Verwaltung, die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange einzuleiten. Ebenso billigte er die Flächennutzungsplanänderung für das gesamte Gelände. Neben dem Sondergebiet Wochenendhaus ist im mittleren Teil ein Sondergebiet Camping- und Zeltplatz mit 9000 Quadratmetern und im östlichen Teil ein Sondergebiet Ferienhaus vorgesehen.
Eine längere Diskussion ergab sich im Zusammenhang mit der beabsichtigten Änderung des Bebauungsplans „Wohnen am Birkerl“. Die „Schiessl Wohnbau GmbH“ möchte dort eine Anlage für betreutes Wohnen errichten. Sie habe dafür das BRK Schwandorf als Sozialdienstleister gewonnen.
Um die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu verbessern, möchte man eine Erhöhung der Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,0 auf 1,6, was eine stärkere Bebauung bedeutet, außerdem eine Reduzierung der Stellplätze. Von Seiten der Investoren war an 20 bis 25 Parkplätze gedacht.
Übereinstimmung bestand bei den Räten relativ schnell bei der Frage nach der GFZ. Die daraus resultierende Geschossfläche von 4720 Quadratmeter kann damit auf vier Vollgeschosse verteilt werden. Die Frage nach der angemessenen Zahl an Stellplätzen sorgte für Diskussionsstoff.
Gemeinderat pocht auf 35 Stellplätze
Da nicht klar war, wie viele Wohnungen letztlich entstehen würden und wer dort später wohnen werde (die Wohnungen sollen frei verkauft werden), da zudem die Parksituation in der Umgebung schwierig sei, einigte man sich auf einen Kompromiss: Die Schaffung von 35 Stellplätzen soll dem Bauträger auferlegt werden. Damit wurde die Änderung des Bebauungsplans mit Mehrheit, gegen fünf Stimmen, gebilligt. Die Verwaltung wurde beauftragt, die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange durchzuführen.
Im Hinblick auf künftige Wahlkämpfe wurde eine neue Plakatierungsverordnung verabschiedet, die die maximale Plakatgröße regelt und die Flächen auf den Plakattafeln entsprechend unterteilt.
Altbürgermeister Bauer wird Ehrenbürger
Auf Antrag der CSU-Fraktion wurde einstimmig Altbürgermeister Albert Bauer die Ehrenbürgerwürde zugesprochen. Die Verleihung findet am 12. April statt.
Zur finanziellen Lage der Gemeinde präsentierte der Bürgermeister aktuelle Zahlen: Durch die vollständige Rückzahlung von Krediten für die Zweifachturnhalle betrage die Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung 937,05 Euro. Damit läge man unter dem Landesdurchschnitt und habe nun mit den Haushalten 2020, 2021, 2022 und 2023 vier Haushalte hintereinander ohne Neuverschuldung. Bis 2025 rechnet Hoffmann zwar mit einer Steigerung der Kreditaufnahme. Die dauerhafte Leistungsfähigkeit sei aber nicht gefährdet.
Eine für die Freiluftsaison unerfreuliche Nachricht: Die Pächterin des Kiosks am Badeplatz hat den Vertrag für die Saison 2024 gekündigt und wird wohl auch den Standort Café Seewinkl aufgeben.
