Gemeinde Wackersdorf geht gegen das Park-Chaos am Murnersee vor

Von Hubert Heinzl · 27. Juli 2024 um 11:00

Das Park-Chaos am Murnersee bei Wackersdorf (Landkreis Schwandorf) gehört an schönen Sommer-Wochenenden schon fast zur Folklore. Doch dass die Badegäste ihre Autos wild in der Gegend abstellen, ist Polizei und Gemeinde längst ein Dorn im Auge. Nun gibt es einen neuen Anlauf, für geordnete Zustände zu sorgen.

Zuletzt sorgte das schöne Sommerwetter am vergangenen Wochenende für eine Blechlawine rund um den Murnersee. Von einer „katastrophalen Parksituation“ sprach die Polizei Schwandorf in ihrer jüngsten Bilanz. Die Haltverbote hätten nicht interessiert, oft sei direkt unter den Verkehrszeichen geparkt worden. Die Folge: Für Rettungskräfte war das Durchkommen nur ganz schwer möglich. Die Polizei ließ daraufhin 17 Fahrzeuge abschleppen – sehr zum Leidwesen der Besitzer, die sich „keineswegs einsichtig“, sondern „unbelehrbar und unhöflich“ gezeigt hätten. Insgesamt wurden laut dem Polizeibericht vom Wochenende 75 Verwarnungen ausgesprochen.

Die Stellplätze reichen eigentlich aus

Dabei reichen die knapp 1000Parkplätze am beliebten Badegewässer eigentlich auch für den größten Ansturm aus, wie Pressesprecher Michael Weiß von der VG Wackersdorf berichtet. „Es müsste niemand kreativ werden bei der Parkplatzsuche“, sagte er auf Anfrage.

Denn neben den zwar gebührenpflichtigen, aber begehrten Stellplätzen am Damm zwischen Murner- und Brückelsee gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, sein Auto abzustellen – und das zum Nulltarif. Kostenfrei ist das Parken etwa beim Großparkplatz an der Industriestraße und beim Erlebnispark Wasser-Fisch-Natur. Doch offenbar würden viele Badegäste am liebsten direkt bis ans Ufer fahren.

Ein Bündel von Gegenmaßnahmen

Um der Situation Herr zu werden, hat der Wackersdorfer Gemeinderat bereits im April ein ganzes Bündel von Maßnahmen beschlossen. Eine von ihnen wurde in dieser Woche „kurzerhand vorgezogen“, wie Weiß berichtet. Der Zufahrtsbereich zwischen „Gatex-Kreisel“ und Minigolf-Anlage, den die Badegäste regelmäßig zuparken, wurde mit Holzplanken versehen. Das Auto einfach am Straßenrand abzustellen, sei so „technisch nicht mehr möglich“.

Weit gediehen ist laut Weiß auch die geplante Überarbeitung des Parkleitkonzepts, um vor allem ortsfremde Besucher schon früh über die vorhandene Infrastruktur zu informieren. Andere Vorschläge aus dem Verkehrskonzept wie ein Mini-Kreisel bei der Abzweigung Richtung Modellflugplatz und ein zusätzlicher Parkplatz in der Nähe sind dagegen noch Zukunftsmusik.

ÖPNV-Angebote wurden bisher kaum genutzt

Die Hoffnungen, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) die Lage entzerren könnte, haben sich bisher nicht erfüllt. Eine Shuttle-Verbindung vom Großparkplatz zum Ufer wurde von der Gemeinde Wackersdorf nach einer sechswöchigen Testphase im Sommer 2022 sang- und klanglos wieder eingestellt. „Nahezu niemand“ habe das Angebot genutzt, berichtet Weiß. Gleiches gilt von der zusätzlichen Buslinie vom Schwandorfer Bahnhof zu den Seen, die der Landkreis im Vorjahr einrichtete und wieder einstellte.

Über die zusätzliche Baxi-Verbindung, die heuer als Alternative geschaffen wurde, liegen laut Landkreis-Sprecher Manuel Lischka noch keine Nutzungszahlen vor.

Zwischen „Gatex-Kreisel“ und Minigolfanlage können keine Autos mehr am Fahrbandrand abgestellt werden. Foto: Michael Weiß, VG Wackersdorf