WC-Anlage am Münsterplatz lässt auf sich warten – Pfarrer Winner spricht von „Win-Win-Situation“

Vor gut einem Jahr segnete der Bausenat das Vorhaben ab, eine öffentliche WC-Anlage am Münsterplatz zu bauen. Ein Gang zum Münster zeigt jedoch: Die Garagen, die abgerissen werden sollen, stehen noch an Ort und Stelle. Von einer Baustelle fehlt jede Spur. Doch nun soll es bald losgehen.
Im Frühjahr 2024 sollten die Bauarbeiten für die neue Toilettenanlage am Münsterplatz beginnen, so hieß es mal. Die geplante Anlage liegt auf Kirchengrund, die Kosten für den Bau und Instandhaltung übernimmt die Stadt selbst. Im Bistum Eichstätt hätten sich jedoch verschiedene Gremien mit der Genehmigung befassen müssen, erklärt Pfarrer Norbert Winner. Das habe etwas gedauert.
Nun kann es laut der Stadt bald losgehen. Wie eine Sprecherin mitteilt, sollen die ersten Abbrucharbeiten im Herbst 2024 beginnen. Die bestehenden Garagen und Schuppen werden hierfür abgerissen. Anschließend folgen bodenarchäologische Untersuchungen.
Die Stadt spricht von einer behindertengerechten Anlage am Münsterplatz: Neun WCs seien geplant. Diese sollen ebenerdig und ohne Stufen erreichbar sein. Die Anlage werde zudem behindertengerecht ausgebaut. Als die Mitglieder des Bausenats im Juni 2023 das Vorhaben absegneten, war die Rede von rund 500000Euro. Im Herbst 2024 sollen nun die konkreten Baukosten im Stadtrat vorgestellt werden, erklärt die Stadt.
Pfarrer Winner: „Win-Win-Situation“
Für den Baubeginn der neuen Anlage setzt die Stadt aktuell das Frühjahr 2025 an. Das Ende der Bauphase werde bis Ende 2025/Anfang 2026 angestrebt.
Die neuen Toiletten im Zentrum bezeichnet Pfarrer Winner als „Win-Win-Situation“: „Die Stadt hat eine neue Lage gefunden und die Kirchenbesucher haben die Möglichkeit, ein WC zu benutzen. Wir als Kirche begrüßen das.“ In allen Kirchen in Neumarkt gebe es Toiletten – mit Ausnahme des Münsters St. Johannes. Dies soll sich nun ändern.
Bereits zu Beginn des Jahres berichtete unsere Zeitung über die Toiletten-Anlage am Residenzplatz, die für einige Zeit außer Betrieb war. Grund hierfür war die Komplettsanierung der Tiefgarage, weshalb Strom und Wasser abgestellt wurden. Wie die Stadt mitteilt, ist die Toilette am Residenzplatz seit dem Altstadtfest wieder in Betrieb.
Hat Neumarkt ein Toiletten-Problem?
Dennoch stellt sich die Frage, ob Neumarkt ein Toiletten-Problem hat? Pfarrer Winner kritisiert etwa: „Die öffentlichen Toiletten in Neumarkt sind sehr unbefriedigend.“ Die Bürger würden die WCs nicht gut annehmen, sie seien zum Teil sehr „versifft“.
Wenn es mal pressiert, können die Neumarkter aktuell fünf öffentliche Toiletten ansteuern: am Busbahnhof, am Rathaus, in der Rosengasse (Parkhaus), in der Ringstraße (Parkhaus) und am Residenzplatz in der Tiefgarage.
„Auch in der Zukunft ist die Stadt Neumarkt bestrebt das Angebot weiter zu verbessern“, kündigt die Sprecherin der Stadt an. Alternativ zu den öffentlichen Anlagen wurde heuer die Aktion „Nette Toiletten“ geschaffen. Geschäfte wie zum Beispiel die Altstadt Bäckerei Düring, die EisBoutique oder das Gasthaus Mittlere Gans bekommen einen monatlichen Zuschuss von der Stadt für die Reinigung. Die Bevölkerung darf im Gegenzug die Toiletten kostenlos nutzen.
Welche Geschäfte sich an dem Konzept bislang beteiligt haben, kann unter anderem auf der Homepage der Stadt nachgeschaut werden. Ein roter Toiletten-Smiley am Eingang des Geschäfts dient als Hinweis für die Passanten.