Toilette am Residenzplatz fällt für einige Zeit weg: Hat Neumarkt ein Klo-Problem?

Geschlossen, verdreckt oder noch gar nicht gebaut: Die Toiletten-Situation in Neumarkt ist laut Innenstadt-Referentin Gerlinde Wanke ein leidiges Thema. Nun schließt auch noch das WC am Residenzplatz. Wie geht die Stadt das Problem an? Und wann geht es eigentlich bei der geplanten Toilette am Münsterplatz vorwärts?
Wer in der Neumarkter Innenstadt unterwegs ist und plötzlich ein dringendes Bedürfnis verspürt, wird in Zukunft vor einem Problem stehen. Denn die öffentliche WC-Anlage in der Tiefgarage am Residenzplatz wird ab dem 22. Januar schließen.
Grund dafür ist eine Komplettsanierung der Tiefgarage. Wie der Pressesprecher der Stadt Neumarkt, Christian Wild, mitteilt, werden bei der Sanierung in der Tiefgarage Strom und Wasser abgestellt. Folglich sind die Toiletten nicht benutzbar. Wie lange die WC-Anlagen außer Betrieb bleiben, ist aktuell unklar. Die Stadt geht von einigen Monaten aus.
Als alternative stille Örtchen bleiben die WCs in den Parkhäusern an der Rosengasse und in der Ringstraße sowie die Toilette am Rathaus. Wobei Letztere nicht gerade für ihren guten Zustand bekannt ist. „Hier riecht es ziemlich penetrant und viele Leute achten nicht auf Sauberkeit“, findet zum Beispiel Innenstadtreferentin Gerlinde Wanke.
WC beim Münster geplant
Die WC-Situation in Neumarkt ist laut der CSU-Stadträtin ein leidiges Thema. „Als Frau willst du dort eigentlich keine öffentlichen Toiletten mehr benutzen“, findet Wanke. Sie selbst würde inzwischen eher in den Lokalen oder Cafés fragen, ob sie schnell das WC benutzen könnte. Für sie ist klar: Es muss etwas passieren.
Eigentlich ist eine Lösung bereits angedacht. Am Münsterplatz soll eine öffentliche Toilette gebaut werden. Die WC-Anlage liegt auf Kirchengrund, gebaut und bezahlt wird sie jedoch von der Stadt. Gerlinde Wanke geht es bei diesem Projekt allerdings nicht schnell genug voran. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Aber beim Bistum gibt es scheinbar viel Bürokratie.“
Die Genehmigung seitens des Bistums ist inzwischen erteilt, erklärt Stadtpfarrer Norbert Winner auf Anfrage. Dass es mit dem Projekt ein bisschen dauert, liegt laut Winner daran, dass sich im Bistum Eichstätt verschiedene Gremien damit befassen müssen. Der Geistliche kann sich aber vorstellen, dass der Bau bereits in diesem Frühjahr beginnt. Überhaupt befürwortet Stadtpfarrer Winner das Projekt sehr: „Das ist für die Stadt eine sehr gute Lösung und auch die Kirchenbesucher im Münster profitieren davon.“
Voraussichtlich im kommenden Jahr soll die Toilettenanlage am Münster dann fertiggestellt sein, teilt der städtische Pressesprecher Christian Wild mit. Innenstadtreferentin Gerlinde Wanke könnte sich trotzdem eine Zwischenlösung vorstellen. Gerade bei Veranstaltungen fände sie es gut, wenn die Stadt zumindest mobile Toiletten aufstellen würde.
Gastro-WCs nutzen?
Was sagt die Stadt Neumarkt dazu? „Mit den Toilettenanlagen sind wir im Stadtgebiet derzeit trotzdem gut aufgestellt“, sagt Pressesprecher Christian Wild. Allerdings werde über das Amt für Tourismus derzeit ein Konzept erarbeitet, über das die Toiletten in ausgewählten Geschäften auch von Nichtkunden genutzt werden dürfen.
Auch Gerlinde Wanke kann sich Derartiges vorstellen, zum Beispiel das Konzept „Nette Toilette“. Dort unterstützt eine Kommune Gastronomen bei der Pflege ihrer eigenen Toiletten, die dann für die Bürger frei zugänglich sind.