Neumarkter Bausenat macht Weg frei für neues öffentliches WC am Münster

Ab Sommer/Herbst nächsten Jahres könnte das neue öffentliche WC am Münsterplatz fertig sein. Die Mitglieder des Bausenats haben das Vorhaben am Dienstagabend abgesegnet. Und es wird eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach installiert, versprach Oberbürgermeister Thomas Thumann.
Wie bereits berichtet, kann die öffentliche Toilette im Untergeschoss des Rathauses nicht mehr saniert werden. Deshalb hatte die Stadt mit Domkapitular Norbert Winner, der Katholischen Pfarrpfründestiftung und der Diözese Eichstätt über den Standort hinter dem Ölberg verhandelt. „Jetzt wären wir am Ziel“, sagte Thumann und machte deutlich, dass die Gespräche nicht einfach gewesen seien. UPW-Stadtrat Rainer Zuckschwert sprach gar von „einem langen Kampf“.
Auch der Leiter des Hochbauamts, Roland Feierle, sagte, er sei „total froh“, dass die Kirche einen teil des Pfarrgartens für die Toilettenanlage zur Verfügung stelle. Die bestehenden Garagen und Schuppen werden dafür abgerissen. Um die Anlage, die rund 500 000 Euro kosten wird, vor Vandalismus zu schützen, soll sie hell und mit glatten Oberflächen ausgestattet werden. Außerdem ist sie von außen wie auch vom Pfarrgarten aus zugänglich, so dass die auch bei kirchlichen Veranstaltungen genutzt werden kann.
Das Thema Windkraft auf städtischem Grund nahm in der Sitzung wenig Zeit in Anspruch. Die Räte nahmen den aktuellen Planungsstand zur Kenntnis und warten ab.
Aufgrund des „Wind-an-Land-Gesetzes“ der Ampelregierung müssen bis Ende 2027 1,4 Prozent und bis Ende 2032 zwei Prozent der Bundesfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen sein. Dazu soll auch die Stadt Neumarkt ihr Schärflein beitragen. Deshalb hatte der Stadtrat im Februar eine Potenzialanalyse in Auftrag gegeben, die derzeit noch laufe, wie Christopher Härtl vom Stadtplanungsamt informierte.
Ziel ist es, Konzentrationszonen zu definieren, damit Windräder künftig nicht verstreut errichtet werden. Vor allem sollten die Zeugenberge freigehalten werden, machte der OB deutlich. Die Pläne von Nachbargemeinden wie Berg und Berngau, Anlagen auf dem Albtrauf wie Dillberg-Heinrichsbürg zu bauen, sieht die Verwaltung deshalb kritisch.
Auch wenn die Analyse noch nicht abgeschlossen ist, stehe bereits jetzt fest, dass wohl weitere Windräder bei Pelchenhofen sowie zwischen Frickenhofen und Lähr errichtet werden könnten, sagte Härtl.
Grünes Licht erteilten die Stadträte einem Waldkindergarten, den die Gemeinde Berg im Bereich Großwiesenhof gründen möchte. Er besteht aus einem Bauwagen sowie einem Spielbereich und liegt im Grenzgebiet der beiden Kommunen. Und auch die Pläne für eine Erweiterung der Firma Container Seger im Gewerbegebiet „Pölling Dahmit II“ sind einen Schritt weiter.
Im Zuge des Genehmigungsverfahrens waren Träger öffentlicher Belange aufgefordert, eine Stellungnahme abgeben. Bis auf das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege wurden keine Bedenken vorgebracht: Dieses verweist auf die historische Siedlung aus der Urnenfelderzeit und der Latènezeit im unmittelbaren Umfeld, also der Zeit zwischen 5. und 1. Jahrhundert vor Christus. Deshalb sei davon auszugehen, dass sich auch unter den betroffenen Äckern noch Funde der Kelten befinden könnten.