Wovor warnen diese Schilder an der Eisenbahnbrücke in Waldmünchen?

Von Martin Hladik · 31. Juli 2024 um 11:00

Es gibt Dinge, die man als Ortsfremder als Erstes von einer Stadt wahrnimmt. Für Besucher von Waldmünchen schlägt der Routenplaner von Google meist die Zufahrt über die Lommerstraße vor. Als Ortsfremder ist dann der Erstkontakt die alte Eisenbahndurchfahrt. Selbst Waldmünchner müssen zugeben, dass diese Durchfahrt aus beiden Richtungen etwas hakelig und schlecht einsehbar ist. Dass es hier bislang zu keinen größeren Unfällen gekommen ist, dürfte vor allem der Vernunft der Autofahrer und wahrscheinlich auch der Ortskenntnis der hiesigen Fahrer zu verdanken sein, die wissen, dass es an dieser Engstelle für zwei Autos sehr schnell eng werden kann.

Rücksicht ist gefragt

Der Autor hat sich an dieser Stelle jedenfalls schon bei vielen Autofahrern für die Vorfahrt bedankt und ihm ist von mindestens ebenso vielen mit einem kurzen Handzeichen durch die Windschutzscheibe gedankt worden.

Seit kurzem warnen allerdings diesseits und jenseits der Eisenbahnbrücke Schilder vor einer „Gefährlichen Ausfahrt“. Hat sich die Unfallsituation in letzter Zeit derart zugespitzt, dass eine solche Beschilderung notwendig ist? Wir erinnern uns nur an einen Abbiegeunfall zur dortigen Grüngut-Ablagestelle zwischen einem Pkw und einem Motorrad. Vergangene Woche gab es eine Polizeimeldung über eine Beschädigung der Brücke durch einen Laster. Aber solche Schrammen, weil ein Lastwagenfahrer die Durchfahrtshöhe falsch geschätzt hat, sind an Brücken für die Polizei leider Alltagsgeschäft.

Aber warum diese Schilder? Die Polizei müsste es wissen. Stellvertretender Dienststellenleiter in Waldmünchen ist derzeit Andreas Hackl. Er berichtet, dass die Durchfahrt an der Eisenbahnbrücke seines Wissens unauffällig ist, was Unfälle betrifft. Auch er kann sich nur an die beiden Meldungen der letzten Wochen erinnern. Die Warnschilder „Gefährliche Ausfahrt“ seien bekannt, aber nicht von der Polizei veranlasst worden.

Ok. Wenn etwas in der Stadt Waldmünchen auf den Straßen veranlasst wird, dann sollte die Stadtverwaltung darüber Bescheid wissen. Doch dem ist nicht so. Eine Sprecherin der Stadt erklärt, dass dazu nichts angeordnet sei. Die Stadt sei nicht über das Aufstellen der provisorischen Schilder informiert worden. Aber bei der Stadt Waldmünchen, wie auch bei der Polizeidienststelle, gibt es einen ähnlichen Tipp. Da die Lommerstraße eigentlich die Staatsstraße 2154 ist, sollte das Straßenbauamt als Baulastträger Bescheid wissen.

Wir rufen bei der Straßenmeisterei in Bad Kötzting an, die wiederum für die Straßen im östlichen Landkreis zuständig ist und werden von dort ganz unkompliziert zur Straßenmeisterei in Waldmünchen weitergeleitet. Der Mitarbeiter in Waldmünchen weiß auch gleich über die Schilder direkt vor der Einfahrt in die hiesige Straßenmeisterei Bescheid.

Die Warnschilder „Gefährliche Ausfahrt“ seien tatsächlich von der Straßenmeisterei beiderseits der Bahnbrücke aufgestellt worden. Der Grund sei die neue Grüngut-Sammelstelle auf der stadtzugewandten Seite des Bahndamms. Die sei von den Kreiswerken eingerichtet worden, als die Anlieferung in Moosdorf nicht mehr möglich war. Weil die Ein- und Ausfahrt nicht gut einsehbar ist, habe der Landkreis (gemeint waren vermutlich die Kreiswerke) darum gebeten, solche Schilder aufzustellen. Dem sei man sofort nachgekommen.

Eine Nachfrage bei der Pressestelle des Landkreises ergibt, dass auch hier die Behörde die Verkehrsschilder nicht angeordnet hat. Da es sich aber um provisorische Schilder handele, könne es durchaus sein, dass das Straßenbauamt in Zusammenhang mit einem Baustellenschild vor der vorübergehenden Gefahrenstelle warnen wollte, sagt der Leiter der Unteren Verkehrsbehörde, Alfons Treu. Wenn die dortige Straßenmeisterei erkannt habe, dass durch die Einfahrt zur Grüngutanlieferung eine vorübergehende Gefahr bestehe, habe es für die Straßenmeisterei sogar eine Verpflichtung gegeben, diese Schilder aufzustellen. Seine Behörde wäre erst ins Spiel gekommen, wenn die Gefahr dauerhaft geworden wäre, wenn die Grüngut-Entsorgung dort eine Dauerlösung geworden wäre.

Schilder sind genau richtig

Egal wie, die provisorischen Warnschilder stehen aus unserer Sicht jedenfalls genau richtig. Tatsächlich ist die Ausfahrt zur Grüngut-Sammelstelle für stadteinwärts fahrende Fahrzeuge kaum einsichtig. Und ein Fahrzeug mit Anhänger braucht Zeit zum Einbiegen.

Und vorübergehend ist die Situation auch. Wie der Werkleiter der Kreiswerke, Dr. Klaus Amberger, mitteilt, sei die Anlieferung von Grüngut an dieser Stelle nur ein Provisorium. Man werde eine andere Stelle in Waldmünchen finden.