Franz Pertl für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Von Martin Hladik · 29. Juli 2024 um 19:00

Eine Auszeichnung für sein Lebenswerk als Busunternehmer erhielt Franz Pertl vom Europäischen Wirtschaftsforum, einem Verband für eigentümergeführte mittelständische Unternehmen. Überbracht wurde der Preis sehr zur Freude von Franz Pertl am Montag von Landrat Franz Löffler. Beide kennen sich schon seit Jahrzehnten. Mit dabei war Markus Lemberger für die Wirtschaftsförderabteilung im Landratsamt – er sitzt auch in der Jury des Wirtschaftsforums – sowie Thomas Ederer von der ÖPNV-Stelle des Landratsamtes in Cham.

Den Sonderpreis verdient

Der Sonderpreis für das Lebenswerk sei mehr als verdient, sagte Landrat Franz Löffler bei der Übergabe der Auszeichnung,. Pertls Leistung als Unternehmer habe den Menschen und der Gesellschaft gedient, formulierte Löffler.

Das 1927 gegründete Unternehmen habe insbesondere nach dem Krieg den Linienverkehr im Altlandkreis Waldmünchen und darüber hinaus angeboten. „Manch eine Linie würde es nicht mehr geben, wenn es Pertl nicht gäbe!“, sagte Löffler. Und das gelte bis heute.

Zudem habe Pertl das Thema Reisen in die Region gebracht. Noch heute biete er über 300 Reisen jährlich an. „So etwas muss erst organisiert werden“, sagte Löffler. In seinem Unternehmen beschäftige er 22 Mitarbeiter, die sich auch durch eine lange Treue zum Unternehmen auszeichneten.

Franz Pertl sagte, dass ihn die Auszeichnung freue. Insbesondere, dass sie ihm ein „alter Weggefährte“ überreiche. Er habe schon unter dem Waldmünchner Landrat Heinrich Eiber (60er/70er-Jahre) den Schülerverkehr übernommen. Damals sei die Arbeit im Fuhrgeschäft eine ganz andere gewesen. Pertl erinnerte, dass damals Kohle noch per Hand von den Eisenbahnwaggons in die Lastwägen umgeladen wurde. Das seien harte und schwierige Zeiten für die Arbeitskräfte gewesen. Zudem müsse er seinen Vorgängern in der Unternehmensführung danken. Er hoffe, dass es so weitergehe, „so lange wir gesund bleiben“.

Auf Nachfrage erklärte Pertl, dass die Unternehmensnachfolge derzeit noch nicht geregelt sei. Er wolle auf jeden Fall mindestens noch bis zum 100-Jährigen des Unternehmens 2027 tätig sein. „Die 100 machen wir noch voll“, sagte Pertl.

Ederer von der ÖPNV-Stelle im Landratsamt berichtete, dass das Unternehmen erst kürzlich zusätzliche Rufbuslinien in Betrieb genommen und auch Linien der RBO übernommen habe.

Etwa zehn Prozent des ÖPNV-Verkehrs im Landkreis decke das Busunternehmen Pertl ab, sagten Ederer und Landrat Löffler. Allein im Schülerverkehr würden rund 1000 von insgesamt rund 8000 Schülern von Pertl befördert. Daran merke man, so Löffler, dass Pertl-Reisen eine feste Größe im Landkreis sei. Das Unternehmen betreibe zwölf große Busse und acht Kleinbusse, erklärt Pertl.

„Eine solche Perle von Unternehmen muss hervorgehoben werden“, hatte Herzogin Anna von Bayern als Jurorin des Mittelstandspreises gesagt. Dass Franz Pertl preiswürdig ist, hatte auch die Gemeinde Tiefenbach so gesehen und erst kürzlich Pertl die Ehrenbürgermedaille anlässlich seines 75. Geburtstags verliehen. Ein Grund dafür war unter anderem die Stärkung des Fremdenverkehrs durch Pertl. Er hatte über 30 Jahre lang viele Krupp-Pensionäre in die Oberpfalz und nach Tiefenbach in den Urlaub gebracht.

Im späteren Gespräch brachte Landrat Löffler vor allem die Bewunderung für das Organisationstalent von Pertl zum Ausdruck. Es sei eine enorme Leistung Fahrgäste von Mitterteich über Schwandorf und Weiden bis nach Landshut und München zu sammeln, um sie dann an ihr Urlaubsziel zu bringen.

Am Katalog gearbeitet

Die Entgegnung von Pertl war typisch: „Ich wüsste nicht, was ich tun sollte, ohne die Arbeit!“ Noch am Samstag habe er den ganzen Tag über am neuen Katalog gesessen.

Das Lob des Landrats, dass Pertl mit seinen Busfahrten auch die Vereine bei ihren Ausflüge unterstütze, wollte Pertl aber nicht annehmen. Er sagte. „Das Vereinsgeschäft hat stark nachgelassen!“ Es kämen nur noch wenige Fahrten zusammen.