Bayerns Kabinett am Weltenburger Donaustrand – zuvor ging’s mit „drei Sachen“ per Schiff ans Ziel

Die letzte Sitzung vor der Sommerpause hielt Bayerns Kabinett am Dienstag (30. Juli) in Kloster Weltenburg ab. Per „Schiff-Shuttle“ reisten Ministerpräsident Markus Söder, Minister und Staatssekretäre ab Kelheim an. Für einen an Bord war der Termin ein Heimspiel.
Kurz vor Neun eilte Umweltminister Thorsten Glauber (FW) als Letzter an Bord. „Auf geht’s“ hieß es unmittelbar danach für Kapitän Günther Dier und die Crew der MS Kelheim.
Sie war vor vier Wochen als „Shuttle“ für die bayerische Staatsregierung gebucht worden. Als erstes Schiff des Tages legte sie ab. Am frühen Morgen hatte ein Sprungstoff-Hund der Polizei alles abgesucht. Kurz nach Acht trafen dann im Minuten-Takt die Ministerkarossen ein.
Später wurde bekannt, dass nicht nur Söders private Liebe zu Kelheim den Ausschlag für die Sitzung in Weltenburg gab, sondern, dass auch Hochwasserschutz ein Thema auf der Tagesordnung war. Das passte: Schließlich hatte erst vor zwei Monaten die Flut die Region groß getroffen.
Söder fährt öfter mal mit
Für Brigitte Meller von der Schifffahrt Stadler, der die MS Kelheim gehört, war es „eine Ehre, dass wir die Staatsregierung fahren dürfen“. Ministerpräsident Söder fahre privat öfter mal mit. Erst vor vier Wochen sei er an Bord gewesen, sagt Kapitän Dier. Womöglich habe er sich dabei „für heute noch einmal alles angesehen“.
Die MS Kelheim glitt so leise übers Wasser, dass mancher auswärtige Journalist an Bord dachte, mit einem E-Schiff unterwegs zu sein. Nein, das sei die neue Technik, so der Kapitän. Zudem steuerte er das Schiff deutlich langsamer als sonst. Mit ganzen drei km/h ging es in Richtung Donaudurchbruch. Denn: Die Staatskanzlei hatte eine genaue Ankunftszeit vorgegeben. Für Florian Herrmann, den Leiter der Staatskanzlei, war der Termin ein Heimspiel. Der 52-Jährige kam 1971 in der Kelheimer Goldbergklinik zur Welt. Die Kindheit verbrachte er „auf der Brand“, Opa Ferdinand war Grundschulrektor in Ihrlerstein und Essing, wo er zur Schule ging. Typische Sonntagsausflüge führten zur Befreiungshalle, zum Klösterl oder zu Fuß zum Kloster Weltenburg. „Lampl“-Wirt Georg Appel ist sein Onkel.
Kelheims Abt Thomas M. Freihart begrüßte die Staatsregierung und ging kurz auf die Hochwasser-Thematik ein. Seine erste Jahrhundert-Flut hatte er in seinem ersten Jahr als Abt 1999 erlebt, berichtete er. Damals hatten wir das Wasser „eineinhalb Meter im Haus, etwas weniger in der Klosterkirche“. Seither wurde viel in den Hochwasserschutz investiert, was sich bei m diesjährigen Hochwasser nun auszahlte.
Pressekonferenz auf MS Kelheim
Die Staatsregierung zog sich in den Festsaal zur Sitzung zurück. Gegen 12.30 Uhr gab es am Oberdeck der „MS Kelheim“ dann die Pressekonferenz. Zig TV-Kameras waren auf Söder, Staatskanzlei-Chef Herrmann und Umweltminister Glauber gerichtet. So etwas gab es hier noch nie, sagt Kapitän Dier. „Sehr interessant, das mal aus der Nähe zu sehen.“ Auch wenn es mehr um Hochwasserschutz im Allgemeinen und nicht im konkret Lokalen ging. Dann konnte man das Kabinett noch beim Mittagessen im Biergarten der Klosterschenke sehen. Auch für die Politiker gab’s „a la Carte“, hieß es.
Für Söder gab‘s womöglich ein „saures Lüngerl“ oder Schweinshaxe, „die weiß er hier nämlich auch zu schätzen“, so Rolf Holthausen von der Klosterschenke.






















