Pläne für Solarparks bei Rittershof und Pölling: Was tut sich hinter den Kulissen?

Von Wolfgang Endlein · 29. Juli 2024 um 11:00

Hohe Wellen schlug 2023 der Plan, einen Solarpark nahe Rittershof (Landkreis Neumarkt) zu errichten. Anwohner kritisierten das Projekt scharf. Inzwischen ist es ruhig geworden. Noch weniger hört man von einem weiteren PV-Vorhaben nahe Pölling.

Auf rund sechs Hektar Fläche an Modulen kommt der Solarpark Rittershof, den die Stadtwerke Neumarkt (SWN) gemeinsam mit den Spezialisten von Greenovative aus Nürnberg umsetzen wollen. 6,3 Millionen Kilowattstunden an Strom erhoffen sich die SWN davon pro Jahr im besten Fall. Womit nach deren Angaben rund 2800 Haushalte im Jahr versorgt werden könnten.

Doch noch steht kein einziges Photovoltaik-Modul. Nach Protesten von Anwohnern hatten die Planer den Bereich, auf dem die Module stehen sollen, weiter weg von den Wohnbauten hin zur Bahnlinie verschoben. Deswegen mussten im Rahmen des Verfahrens für den Flächennutzungsplan die Pläne neu öffentlich ausgelegt werden, damit sich Betroffene äußern können. Stadtwerke-Geschäftsführer Dominique Kinzkofer hofft nichtsdestotrotz, dass der Bau noch Ende des Jahres beginnt.

PV-Freiflächenanlagen an Bahngleisen können einfacher genehmigt werden

Weitere Pläne für Solarparks im Stadtgebiet haben die SWN laut Kinzkofer nicht. Jedoch gebe es Kontakte in die Region, mit denen PV-Projekte verbunden sind.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnlinie ist die Firma Greenovative nahe Pölling allein zugange. Im März 2023 war im Stadtrat erstmals von einem möglichen Solarpark die Rede gewesen. Damals war auch zu hören gewesen, dass es mit dem Projekt schnell gehen könnte, da es sich innerhalb eines 200-Meter-Korridors entlang der Bahngleise befinde. Für solche Flächen besteht ein privilegiertes Baurecht, was das Genehmigungsverfahren erheblich vereinfacht. Es braucht keinen Bebauungsplan.

Passiert ist seither dennoch nichts. Warum, dazu äußert sich die Stadt nicht. Es handele sich um ein privates Bauvorhaben, wodurch die Stadtverwaltung dem Datenschutz und der Vertraulichkeit unterliege. Greenovative selbst erklärt, dass man aktuell leider keine Informationen zur Verfügung stellen könne.

Aus gut unterrichteten Kreisen in Pölling ist aber zu hören, dass möglicherweise Grundstücksgeschäfte für die Verzögerung verantwortlich sind.