Schutz für Hienheim kostet eine halbe Million Euro

Von Wolfgang Abeltshauser · 28. Juli 2024 um 15:00

Beim Junihochwasser hat sich der Hochwasserschutz gegen eine die Donauflut, der in Hienheim vor mehr als einem Jahrzehnt errichtet wurde, bewährt. Defizite gibt es aber noch bei Maßnahmen gegen die Gefahren von Starkregen. Eine halbe Million Euro will die Kommune aufwenden, um das noch in diesem Jahr zu ändern.

Bürgermeister Thomas Memmel sprach in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung Klartext: „Wir wollen den maximalen Schutz für die Bewohnerinnen und Bewohner von Hienheim.“ Deshalb werde jetzt ein weiteres Regenrückhaltebecken im Bereich Westertal gebaut.

Die Situation in Hienheim sei speziell: Es gebe nicht nur die Donau, die Hochwasser führen könne. Der Hang am gegenüberliegenden Ortsrand sorge dafür, dass immer wieder Regenwasser Richtung Dorf strömt.

Deshalb sind in den vergangenen Jahren laut Memmel und dem leitenden Angestellten im städtischen Bauamt Dieter Krückl bereits drei Rückhaltebecken entstanden. Mit deren Hilfe werde der Abfluss des Regenwassers gedrosselt und mittels einer Rohrleitung unter Hienheim hindurch in die Donau geleitet. Das Einzugsgebiet dieser Becken erstrecke sich auf 120 Hektar.

Das vierte Becken, für dessen Bau der Grund bereits erworben ist, soll Wasser von weiteren 111 Hektar landwirtschaftlicher Fläche fassen. 12 900 Kubikmeter Wasser sollen darin zurückgehalten werden. Entstehen wird es im oberen Bereich des Westertals.

Weg wird erhöht

Krückl betonte, dass ein Vorschlag von Stadtrat Alois Schweiger in die Planungen aufgenommen worden ist. Der Hienheimer hatte angeregt, den Weg neben dem geplanten Becken anzuheben. Eine Erhöhung um einen Meter bedeute, dass weitere 1300 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden können.

Der Bauausschuss hat diesen Planungen jetzt zugestimmt. Laut Memmel soll in den kommenden Tagen die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen. Der Plan sei, sie im vierten Quartal diesen Jahres durchzuführen.

Ein anderes wichtiges Projekt in der Stadt ist auf einem guten Weg. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat, die Satzung für einen Bebauungsplan „Gewerbegebiet Rossau“ im Ortsteil Mauern zu beschließen. Der Flächennutzungsplan für diesen Bereich soll entsprechend geändert werden. Davor hatte man die eingegangenen Stellungnahmen von Behörden und Organisationen im Rahmen des Aufstellungsverfahrens abgearbeitet.

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Laut Memmel wolle man so einer alteingesessenen Firma, dem Unternehmen Adfors, Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Knackpunkt ist dabei die Lage der Flächen, auf denen zusätzliche Firmengebäude entstehen sollen. Sie lägen zum Teil weniger als 200 Meter weit entfernt von den Anlagen der Bayeroil. Das Landratsamt verwies darauf, dass dieser Abstand schon einzuhalten sei, damit Menschen im Falle eines Störfalls in der Raffinerie nicht gefährdet sind. Anna-Lena Dichtl vom Bauamt referierte jetzt im Gremium, dass man das in den Augen der Bauexperten in der Stadtverwaltung aber hinnehmen könne.

Keine Büroräume

So sollen auf besagten Flächen keine Räume angelegt werden, in denen sich Menschen dauerhaft aufhalten. Vorgesehen seien Lagerflächen - keine Büros. Außerdem handle es sich um eine ortsansässige Firma, deren Mitarbeiter die Situation kennen und sich entsprechend verhielten. Mittlerweile gebe es auch aus der Raffinerie grünes Licht für das Projekt.

Die Mitglieder des Gremiums sprachen sich dafür aus, die Planungen weiterzutreiben. Für Memmel ist dies ein Beitrag zur Standortsicherung. Er betonte, dass sich die Firma immer als ein verlässlicher Partner erwiesen habe.

Nahe der Raffinerie sollen Gewerbebauten entstehen. Foto: Abeltshauser