Wegen Hochwasser: Abfluss Richtung Ilm soll in Mauern verbessert werden

Von Wolfgang Abeltshauser · 23. Juli 2024 um 05:00

Mauern war einer der Neustädter Ortsteile (Landkreis Kelheim), die besonders hart vom Junihochwasser getroffen wurde. Bürgermeister Thomas Memmel kündigt jetzt Maßnahmen an, mit deren Planung laut seinen Worten Experten schon vor der diesjährigen Flut beschäftigt waren.

Zugegebenerweise sind es nur einige wenige bebaute Grundstücke, denen das Wasser zu Leibe rückte. Aber deren Eigentümer hatten mehrere bange Tage zu überstehen. Das war nicht das erste Mal, deshalb arbeite man laut Memmel seit Winter an konkreten Maßnahmen.

Da geht es einmal darum, den Abfluss vom Goldausee in die Ilm zu verbessern. Hierfür mussten erst einmal grundsätzliche Daten gewonnen werden. So wurde ein bestehender Verbindungsgraben vermessen. Man wisse jetzt, dass es dort kein durchgängiges Gefälle Richtung Ilm gebe. Rein rechnerisch zeichnen sich laut Memmel positive Effekte ab, sollte beim Graben nachgebessert werden. Darüber hinaus werde man sich langfristig über einen zweiten Ablauf Richtung Wöhr Gedanken machen müssen.

Memmel nennt noch einen zweiten konkreten Schritt, der in der näheren Zukunft umgesetzt werden soll. Derzeit sei es so, dass bei Hochwasser oft Wasser über den Regenwasserkanal von der Goldau her zurück in den Ort fließt. Das könnte man verhindern, indem ein entsprechender Schieber installiert wird.

Mehr Pumpen sind gefragt

Allerdings gelangt dann auch kein Wasser mehr aus dem Kanal, das sich dort von den Dachrinnen und den Straßen kommend sammelt, in die Ilm. Deshalb wolle man weitere Pumpen anschaffen, um das Wasser aus dem Kanal in den Fluss zu pumpen. Grundsätzlich ist dieses Vorgehen nichts Neues in Neustadt a. d. Donau. Während des diesjährigen Hochwassers wurde mittels Pumpen Wasser aus dem Kanal im Ortsteil Bad Gögging in die Abens befördert.

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Einen konkreten Zeitplan für die Arbeiten vermochte der Bürgermeister noch keinen nennen. Ohnehin sei klar, dass man damit eine Verbesserung der Situation erreichen könne, jedoch nicht die komplette Lösung des Problems. „Mauern wird bei Hochwasser immer eine Rolle spielen“, schätzt Memmel die Lage ein. Es gehe darum, einen möglichst niedrigen Stand des Wassers zu erreichen, ganz vom Ort weghalten werde man es bei einer Hochwasserlage nicht können.

Wichtig sei, dass man die wenigen Anwesen, die es betrifft, so schützen könne, dass deren Erdgeschosse nicht gefährdet sind. Letztendlich müsse man auch über baulichen Schutz für einzelne Anwesen in Mauern nachdenken. Anders sehe es für landwirtschaftliche Flächen zwischen Mauern und der Donau im Bereich Goldau aus.

Wiesen statt Getreidefelder

Im Juni klagten Landwirte aus dem Ortsteil gegenüber der Mittelbayerischen, dass etliche Felder unter Wasser standen und es mehr als fraglich sei, ob dort in diesem Jahr noch etwas geerntet werden könne.

Auch hier ist laut Memmel keine vollständige Lösung des Problems möglich. Wasser auf Feldern und Wiesen werde man nicht verhindern können. In seinen Augen wäre es sinnvoll, im Bereich der Goldau nicht mehr Getreide anzubauen, sondern Grünlandwirtschaft zu betreiben. Auch Landschaftspflegeprojekte, für die die Grundstückseigentümer dann vergütet würden, seien vorstellbar.

Weitere Pumpen wie diese in Bad Gögging sollen für Mauern angeschafft werden.