Hochwasser im Landkreis Kelheim: Schaulustige sind nicht erwünscht

Von Lucia Pirkl · 2. Juni 2024 um 18:47

Einsatzkräfte koordinieren sich und sind für steigende Donaupegel ab Dienstag im Landkreis Kelheim gewappnet.

Der Landkreis Kelheim ruft den Katastrophenfall aus. „Das ist eine große Herausforderung und das machen wir nicht zwischen Tür und Angel“, betonte Landrat Martin Neumeyer in der spontan einberufenen Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Aber auch, wenn an der Abens die Pegel zurückgegangen seien, könne man nicht vorhersehen, was Dienstag und Mittwoch entlang der Donau passiere. Die Donau sei voll, die Abens münde hinein und die Ilm staue sich derzeit. „Wir gehen davon aus, dass uns Dienstag und Mittwoch noch groß herausfordern werden.“ Mitarbeiter des Landratsamtes, des Wasserwirtschaftsamtes, der Polizei aber auch sämtliche Hilfskräfte seien deshalb in Hab-Acht-Stellung, im Dauereinsatz und in ständigem Austausch zueinander. Alexandra Adolph, als Abteilungsleiterin zuständig für die Führungsgruppe Katastrophenschutz, meinte, dass man nach weiteren Lagebesprechungen entschieden habe, den Katastrophenfall auszurufen. Nach vielen Einsätzen in Bad Abbach, Neustadt und Kelheim war „es uns wichtig, dass wir die Hilfskräfte koordinieren können“, so Adolph. Auch ein Bürgertelefon wurde eingerichtet, es ist unter (09441) 207-3112 erreichbar. Sobald es neue Erkenntnisse gebe, werden diese unverzüglich an die Bevölkerung weitergegeben. Karl-Heinz Brunner, Kreisbrandinspektor betonte, dass man im engsten Austausch mit den Einsatzkräften vor Ort stehe, um für alle Szenarien gewappnet zu sein. Verschiedene Einsatzabschnitte entlang der Donau wurden eingerichtet. An vier Stationen wurden zudem Sandsackpools eingerichtet, vorbeugend werden Sandsäcke gefüllt, damit sie schnell verfügbar sind. Das Gerücht, die Wehranlage in Bad Abbach hätte ein Problem, entkräftete er, „die Wehranlage ist im Regelbetrieb, sie stellt keine Gefahr dar“. Kreisbrandrat Niklas Höfler betonte, dass man „sich vor die Lage“ bringe, antizipatorisch handele. „Wir versuchen, die einzelnen Parameter bestmöglichst auszuwerten und überlegen, was noch kommen kann.“ Schichtsysteme wurden eingerichtet, denn „uns ist bewusst, das die Lage uns noch beschäftigen wird“. Pressesprecher Lukas Sendtner wies noch darauf hin, dass Katastrophentourismus unerwünscht sei.