Jahrelang versuchten Eltern, den Kindergarten in Gimpertshausen zu retten – vergeblich

Als der Marktrat Breitenbrunn im Frühjahr die Sanierung der maroden Gebäude beschlossen hatte, schien die Zukunft des Kindergartens in Gimpertshausen gesichert. Die Verantwortlichen erklären, warum jetzt eine 180-Grad-Wende folgt.
Der katholische Kindergarten St. Willibald in Gimpertshausen wird zum 31.August 2024 geschlossen. Diese Entscheidung, die zuvor schon mit Träger, Bürgermeister, Kindergartenleiterin und Eltern besprochen worden war, hat der Verwaltungsrat der Diözese Eichstätt nun am Dienstagabend auch offiziell befürwortet. Das teilt Vorsitzende Danuta Waldau auf Nachfrage unserer Zeitung mit.
Waldau leitet im bischöflichen Ordinariat Eichstätt die Abteilung, die unter anderem für Kindertageseinrichtung zuständig ist. Sie erklärt die Hintergründe der Entscheidung, die sie „schweren Herzens“ mittrage.
Gimpertshausen sei die erste Einrichtung, die unter der Trägerschaft der Katholischen Kita Oberpfalz gGmbH geschlossen werde. Man habe lange diskutiert und überlegt, wie man die eingruppige Einrichtung retten könne. Aber die Prognose sei schlecht, weil auch in Zukunft nicht so viele Kinder in Gimpertshausen erwartet werden, dass der Kindergarten wirtschaftlich zu führen sei.
Kindergarten Gimpertshausen: Viele kommen in die Schule
Für das kommende Kindergartenjahr ab September waren nach Angaben von Waldau nur noch sechs Kinder in Gimpertshausen angemeldet. Dennoch bräuchte man „mehr als zwei Köpfe“ an Personal für den Betrieb. Ein Ungleichgewicht. „Mit dieser Anzahl an Kindern kann man keinen guten, pädagogischen Betrieb aufrechterhalten“, ergänzt Roland Pachner, Geschäftsführer des Trägers, der Kita gGmbH. Seinen Angaben zufolge werden derzeit 18 Kinder in der Einrichtung betreut. „Mindestens zehn“ davon kommen im September in die Schule. Zudem haben Eltern Kinder umgemeldet, sagt Pachner.
Bürgermeister Johann Lanzhammer ist nach eigenen Angaben zuvor davon ausgegangen, dass mindestens 15 Kinder im Kindergartenjahr 24/25 in Gimpertshausen betreut werden. Dass jetzt nur noch sechs Kinder angemeldet wurden, habe Bürgermeister und Träger überrascht. Zuvor hatten Eltern lange um ihren Dorfkindergarten gekämpft und auf eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes gedrängt.
Diese hatte der Marktrat zwar im März beschlossen. Zuvor hatten Eltern Kinder aber zum Teil schon in anderen Einrichtungen angemeldet, weil sie unsicher waren, ob und wie es in Gimpertshausen weitergeht, sagt Elternbeiratsvorsitzender Stefan Pöller.
Elternbeirat kritisiert, dass es zu lange gedauert habe
Seiner Meinung nach hat es zu lange gedauert, bis entschieden wurde, den Kindergarten zu sanieren. Seit er im September 2021 den Führungsposten im Elternbeirat übernommen hat, sei es „gefühlt ab Tag eins“ um dieses Thema gegangen. Auch schon Jahre zuvor habe es Überlegungen zur Sanierung gegeben. Passiert ist allerdings bis heute nichts. „Es ist sehr schade um die Zeit, die man investiert hat, um für den Erhalt des Kindergartens zu kämpfen“, sagt Pöller.
Der Elternbeiratsvorsitzende will aber kein Öl mehr ins Feuer gießen, wie er sagt. Er sehe es auch ein, dass ein Betrieb mit nur sechs Kindern keinen Sinn mache. „Die Entscheidung haben jetzt alle verdauert und akzeptiert“, sagt Pöller. „Mir tut es aber für das Personal mega leid.“ Sie haben – wie die Eltern – immer mit dieser Ungewissheit gelebt, ob und wie der Betrieb weiterläuft.
Roland Pachner hat in Sachen Personal allerdings gute Nachrichten: „Für die Mitarbeiterinnen gibt es keine Fragezeichen mehr.“ Alle, die wollten, seien in anderen Einrichtungen der Kita gGmbH untergekommen.
Kindergarten Breitenbrunn fängt Kinder auf
Und auch die sechs verbliebenen Kinder, die in Gimpertshausen angemeldet waren, bekommen ab September einen Betreuungsplatz – und zwar in Breitenbrunn. Das bestätigen sowohl Waldau und Pachner als auch Pöller und Johann Lanzhammer.
Der Bürgermeister wäre gerne bereit gewesen, den Umbau durchzuführen, wie er sagt. Aber mit nur sechs Kindern sei die Zukunft in Gimpertshausen nicht gesichert. Da könne die Gemeinde keine halbe Million Euro in eine Sanierung stecken. Wie es mit dem kirchlichen Gebäude weitergeht, ist unklar.
