Sechs statt vier Gruppen: Kita-Neubau an der Südtangente in Berching wird größer

Berching reagiert auf die angespannte Lage in der Kinderbetreuung. In der neuen Kita Süd sollen vier statt sechs Gruppen Platz finden. Doch bis die Kinder dort einziehen, dauert es noch. Stadträte fordern deshalb eine Lösung, die den akuten Bedarf deckt.
Der Stadtrat beschloss am Dienstag, die Pläne für die neue Kita an der Südtangente anzupassen. Statt vier sollen sechs Gruppen in dem Neubau nahe des Tennisheims Platz finden – drei Kindergarten- und drei Krippengruppen.
Zuvor hatte Roland Pachner, Geschäftsführer der Kath. Kitas Oberpfalz gGmbH, über den aktuellen Stand der fünf Einrichtungen in der Großgemeinde gesprochen, um die sich die gGmbH als Träger kümmert.
Dabei wurde deutlich, dass die Kita-Plätze in Berching nicht ausreichen. Aktuell betreibt die gGmbH in Berching drei Krippengruppen (je zwölf Kinder). Stand 18. Juni liegen laut Pachner aber mehr Anmeldungen vor als Plätze bereitstehen. 56 Eltern brauchen einen Krippenplatz für ihr Kind, maximal 36 bekommen einen. 20 stehen auf der Warteliste für Krippen, sagte Pachner.
Kita-Übergangsgruppe in Holnstein: Erlaubnis ist befristet
Auch im Kindergarten sieht Pachner in Berching Nachholbedarf. Die zwei Übergangsgruppen in Holnstein decken zwar ab September den zusätzlichen Bedarf (50 Plätze). Allerdings sei die Betriebserlaubnis befristet. Und wenn das Landratsamt die Notquartiere nicht mehr genehmige, fehlten weitere Plätze. „Das heißt: Der zusätzliche Bedarf wären zwei zusätzliche Kindergarten- und zwei weitere Krippengruppen“, fasste Pachner zusammen.
Nachdem Franz Donhauser (DFB) nachfragt hatte, ob in den vorgestellten Zahlen auch berücksichtigt ist, wie viele Gastkinder in den Berchinger Einrichtungen betreut werden, entfachte sich darüber eine Diskussion. Als Gastkinder werden Kinder bezeichnet, die eine Einrichtung in einer anderen Kommune (und nicht in der Gemeinde ihres Wohnorts) besuchen.
„Jede Kommune hat grundsätzlich das Recht, ihre Plätze primär an Einheimische zu vergeben“, sagte Pachner. Es gebe auch Gemeinden, die das so handhaben. In Berching ist das derzeit nicht der Fall. Kinder aus Biberbach (Gemeinde Beilngries) besuchen etwa die Einrichtung in Plankstetten.
Gleichzeitig gebe es aber auch Kinder aus Berching, die in Gimpertshausen, Beilngries, Greding oder Mühlhausen betreut werden, sagte Kämmerer Christian Rogoza. „Wenn wir jetzt anfangen würden, Gastkinder nicht mehr zu betreuen, würde das der kommunalen Zusammenarbeit schaden.“
Zweiter Bürgermeister Christian Meissner (CSU) sagte, – wie später auch sein Fraktionskollege Josef Leidl – dass es jetzt nichts bringe, ewig darüber zu diskutieren. Es gehe darum, voranzukommen. Leidl stellte einen Antrag, die Debatte zu beenden und sofort zu entscheiden. Dieser wurde mit 8:12 Stimmen abgelehnt.
Stadtrat zur Kita-Situation: „Das reicht nicht“
Also diskutierten die Stadträte weiter. Lothar Bierschneider (FW) befürwortete zwar, die Kita an der Südtangente auf sechs Gruppen zu erweitern. Er sagte aber auch: „Das reicht nicht.“ In nächster Zukunft werde man nicht drum herum kommen, weitere Einrichtungen zu sanieren oder zu bauen.
Auch Werner Stork (DFB) hielt die Erweiterung für zu kurz gedacht, wie er sagte. Man habe ein massives Kinderbetreuungs-Angebot im Kernort, aber die Mehrheit lebe in den Dörfern. Er sprach in diesem Zusammenhang auch das geplante Baugebiet in Erasbach an. Dort sei früher oder später mit Kindern zu rechnen. Zudem sei die Lösung an der Südtangente keine, die den aktuellen Bedarf decke. Was passiert, bis die neue Kita fertig ist?
„Schritt für Schritt“, sagte Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Die Stadt könne sich nicht alles auf einmal leisten. Auch Andreas Höffler (CSU) sagte, dass man mit der Erweiterung einen ersten Schritt mache. „Aber es ist auch klar, dass wir danach weiter handeln müssen“, sagte Höffler. Er verwies etwa auf die maroden Einrichtungen in Pollanten und St.Marien Berching.
Günter Mirwald (SPD) fragte nach, ob man den akuten Bedarf nicht mit einem Container lösen könnte. Denn die 20 betroffenen Eltern von Krippenkindern, die ab September einen Platz brauchen, profitieren von der geplanten Kita an der Südtangente nicht. „Wir machen uns Gedanken. Ich habe mir die Container in Breitenbrunn angeschaut“, antwortete Eisenreich, ohne konkreter zu werden.
Auch für einen Waldkindergarten habe man ein Grundstück im Auge. Es seien erste Gespräche mit den Eigentümern geführt worden. „Wir arbeiten im Hintergrund, aber Anfahrt, Parkplätze und der Naturpark Altmühltal sind dort problematisch“, sagte der Bürgermeister.
Anschließend ließ Eisenreich abstimmen. Bis auf die beiden DFB-Stadträte waren alle dafür, die Kita an der Südtangente mit sechs Gruppen (statt wie bisher mit vier) zu planen. Donhauser hatte bereits zuvor sein Abstimmverhalten begründet. Er vermisse eine langfristige Planung.