Vorfreude auf den Regenbogenempfang in Regensburg: Das ist geplant

Am Freitagabend will sich Sabine Jokuschies aus dem Vorstand von Queeres Regensburg etwas schicker machen. Wie 150 andere Gäste wird Jokuschies dann den ersten Regenbogenempfang Regensburgs besuchen. Und darauf ist sie schon gespannt.
Was ist da am Freitagabend im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses also genau geplant? In der Einladung zu dem Empfang, den Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) beim Christopher Street Day (CSD) im vergangenen Jahr angekündigt hatte, ist zu lesen, dass die Stadt damit ein Zeichen für Offenheit, Toleranz und Vielfalt sowie gegen jede Form von Diskriminierung setzen will. Weiterhin soll der Event eine Wertschätzung gegenüber der LGBTQIA+Community und für deren Engagement sein.
„Wowi“ als Gastredner
Seit die Stadt diese Einladungen vor einigen Wochen versandte, ist auch klar, welchen Stargast Maltz-Schwarzfischer für den Empfang gewinnen konnte: Es ist ihr Parteigenosse und der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus „Wowi“ Wowereit, der eine Rede halten wird. Der Mann ist vielen auch zehn Jahre nach seinem letzten Tag im Amt unter anderem mit einem Satz im Gedächtnis geblieben ist: „Ich bin schwul – und das ist auch gut so!"
Laut von Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, wurden 200 Personen zu dem Empfang eingeladen. Dazu gehören etwa alle Stadträte, Vertreter der Stadtgesellschaft und der Wirtschaft, die Mitarbeiter des Büros für Chancengleichheit, die Mitglieder des Vereins Queeres Regensburg – das ist der Dachverband mehrerer Initiativen, die sich in Regensburg für queere Belange einsetzen – , die Förderer des Queerstreifen Festivals sowie weitere Akteure im queeren Bereich. Zudem gab es ein Kontingent mit Karten für Bürger. Die Pressesprecherin rechnet mit etwa 150 Personen bei dem Empfang.
Während des offiziellen Teils, für den etwa eineinhalb Stunden veranschlagt sind, soll die Oberbürgermeisterin eine Begrüßungsrede halten. Weiterhin wird SPD-Stadtrat Alexander Irmisch als Co-Vorsitzender von Queeres Regensburg Grußworte sprechen. Zudem soll es eine kabarettistische Einlage des Frankfurter Kabarettisten, Theaterpädagogen und Moderators Malte Anders mit dem Titel Gayversity geben. Die musikalische Umrahmung übernimmt Vero Bäcker am Klavier, er war 2021 Förderpreisträger der Hildegard Schmalzl Musikstiftung.
Der Höhepunkt aber wird ohne Frage Wowereits Rede sein. Jokuschies erwartet sich davon vor allem Inspiration dafür, was sie und ihre Mitstreiter noch im Sinne ihres Anliegens – der Toleranz – tun können.
Außerdem freut sie sich auf einen Abend, an dem sie netzwerken kann und auf die Gespräche mit den anderen Gästen. So weiß sie schon, dass sich das CSD-Team aus München für den Empfang angesagt hat. Für diese Treffen wird es beim Stehempfang in den Fürstlichen Nebenzimmern, den von Roenne-Styra im Anschluss an den offiziellen Teil ankündigt, Zeit geben.
Welche Bestrebungen aber gibt es in Regensburg abgesehen von diesem Regenbogenempfang, die queeren Menschen zu mehr Toleranz und Beistand verhelfen könnten? Immer wieder ist von einer Beratungsstelle die Rede, die hier für die gesamte Oberpfalz angesiedelt werden soll. So setzt Irmisch sich dafür ein und hofft dabei auf Förderung vom Freistaat. Zuletzt forderten zudem die Stadträte Joachim Wolbergs und Thomas Mayr (beide Brücke), dass die Stadt eine Anlaufstelle für die Queere Community in Regensburg schaffen soll.
Kommt die Beratungsstelle?
„Diese Anlaufstelle soll als zentrale Ansprechperson für queere Anliegen fungieren, Aufklärungsangebote initiieren und die soziale Akzeptanz fördern“, heißt es in dem Antrag. Insbesondere soll demnach eine personelle Zuständigkeit für queere Anliegen im städtischen Büro für Gleichstellung geschaffen werden. Wolbergs und Mayr verweisen auf München, wo es so eine Stelle ihnen zufolge seit 2002 gibt. In Nürnberg unterstütze das Amt für Kultur und Freizeit die queere Community.
Der Brücke-Antrag stand auf der Tagesordnung des Finanzausschusses in der vergangenen Woche. Dann aber zog Wolbergs ihn zurück. Die Fraktion wolle zunächst sehen, ob die Stelle durch Mittel vom Freistaat finanziert werden kann – wie von Irmisch vorgeschlagen. Sollte das nicht klappen, werde der Antrag noch einmal gestellt, erklärte er.
