Parade und Party für Vielfalt: Neuerungen beim CSD in Regensburg – Brücke fordert queere Anlaufstelle

Von Heike Haala · 5. Juli 2024 um 12:06

Ob die Andacht vor der Parade oder der erste städtische Regenbogenempfang mit dem ehemaligen Berliner Bürgermeister Klaus „Wowi“ Wowereit am 26. Juli: Rund um den Christopher Street Day in Regensburg gibt es Premieren, das Programm ist üppig wie nie.

Was einst als Demonstrationstag startete und sich zuletzt zu einer Pride Week ausgewachsen hatte, wartet inzwischen einen ganzen Monat lang mit Veranstaltungen rund um queere Themen auf – mit dem CSD und der Parade als Höhepunkt. Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier Menschen unter der Homo- und Transphobie anderer leiden oder bisweilen gerne mehr Hilfe bei Fragen zu ihrer queeren Lebensrealität hätten.

Das ist zum Beispiel daran zu sehen, dass Alexander Irmisch aus dem Vorstand des Vereins Queeres Regensburg, der auch für die SPD im Stadtrat sitzt, gerade auf eine vom Freistaat finanzierte Beratungsstelle für die Oberpfalz hofft, die in Regensburg angesiedelt werden könnte. Und das ist auch an einem Antrag zu sehen, den die Fraktion der Brücke im Regensburger Stadtrat nun einen Tag vor dem CSD veröffentlichte. Geht es nach diesen Stadträten, soll die Verwaltung beauftragt werden, eine Anlaufstelle für die Queere Community in Regensburg zu schaffen. „Diese Anlaufstelle soll als zentrale Ansprechperson für queere Anliegen fungieren, Aufklärungsangebote initiieren und die soziale Akzeptanz fördern“, heißt es in dem Schreiben. Insbesondere soll demnach eine personelle Zuständigkeit für queere Anliegen im städtischen Büro für Gleichstellung geschaffen werden. „Derzeit können sich Personen mit queeren Anliegen in Regensburg zwar an das Büro für Gleichstellung wenden“, schreiben die Initiatoren Joachim Wolbergs und Thomas Mayr. Hier gebe es jedoch keine spezifisch zuständige Person für die queere Community, was eine gezielte Unterstützung erschwere. Sie verweisen auf München, wo es ihrer Information nach bereits seit 2002 so eine Stelle gibt. In Nürnberg unterstütze das Amt für Kultur und Freizeit die queere Community.

Irmisch, der am Freitag vollauf mit der Organisation des CSD beschäftigt war, sieht in dieser Forderung der Brücke-Fraktion einen Ansatz. Die Parade startet heute um 12 Uhr am Domplatz, der CSD in Stadtamhof dauert von 12.30 bis 21 Uhr, die Party im Jala beginnt um 23 Uhr.