Strudel einmal herzhaft genießen: Er ist kalt und warm ein Genuss an heißen Sommertagen

Strudel ist für uns meistens mit einer Süßspeise verbunden. Es geht aber genauso gut herzhaft. Es ist alles erlaubt, was schmeckt, bei unserem heute vorgestellten Gericht. Dabei können wir wunderbar unsere Erträge aus dem Garten verwerten, sowohl Gemüse als auch Kräuter.
Das wäre natürlich der beste Fall. Wer sein Gemüse kaufen muss, macht das optimalerweise auf einem Wochenmarkt bei regionalen Produzenten. Der Einkauf auf dem Markt oder beim Erzeuger unterstützt die heimische Wirtschaft, spart Verpackungsmaterial und Transportkosten und schont die Umwelt.
Es wäre aber utopisch zu glauben, dass unsere Bauern uns alle versorgen können. Tatsächlich beträgt der Anteil der heimischen Gemüseproduktion in Deutschland nur noch etwa 30 Prozent. Den Großteil importieren wir aus den Niederlanden, Spanien, Italien oder Nordafrika. Viele Produzenten hierzulande bekommen den enormen Preisdruck aus dem Ausland zu spüren. Dabei würde Obst und Gemüse aus Deutschland tatsächlich weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als importierte Ware enthalten. Heimische Bioware sollte davon komplett frei sein.
Günstige Importware
Vor allem in Süd- und Osteuropa oder nordafrikanischen Ländern lässt sich das Gemüse wesentlich günstiger anbauen, weil ganz einfach die Löhne dort geringer sind. Zu leiden haben darunter die dort ansässigen Erntehelfer, die unter teils sehr schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Sie bezahlen den Preis für unser günstiges Gemüse, den Arbeitsschutz findet dort in den wenigsten Fällen statt. Deutschland hat etwa 30 Prozent höhere Löhne als der europäische Durchschnitt. Je weiter wir nach Süden schauen, umso weniger bekommen die Erntehelfer. So ist der Mindestlohn in Spanien etwa nur halb so hoch wie in Deutschland. Die Hochburg für Gemüseanbau liegt dort im andalusischen Almería, wo auf etwa 40. 000 Hektar Gewächshäuser dafür stehen. 36% des dort produzierten Gemüses kommt zu uns nach Deutschland und somit sind wir Hauptabnehmer für diesen Markt.
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Einer Berechnung eines Gewerkschaftsvorsitzenden aus der Region zufolge, bekommt ein Arbeiter dort nur etwa einen Cent pro Kilogramm Gemüse, wenn es bei uns für fünf Euro verkauft wird. Der günstige Einkaufspreis lässt Supermärkte und Discounter von dort ihre Ware beziehen und das kommt oft für alle aus nur einem Betrieb, trotz der Preisunterschiede, die wir hierzulande dafür zahlen. Der Grund dafür, warum das Gemüse beim Discounter oft noch wesentlich günstiger ist, liegt in der Logistik und im System, wie das Gemüse angeboten wird. Discounter haben wesentlich größere Abnahmemengen, denn so lässt sich der Stückpreis drücken. Außerdem bieten sie nur ein kleines Sortiment, das schnell abverkauft wird und die Präsentation der Ware ist nicht sehr aufwendig gestaltet. Die vier großen Lebensmittelhändler in Deutschland bestimmen dem Produzenten gegenüber den Preis. Planbar ist für die Hersteller da oft nicht viel, da Abnahmemengen und Preise nahezu wöchentlich neu verhandelt werden. Vor diesem Hintergrund würde es sich doch lohnen, sein Gemüse selbst anzubauen und für den Winter haltbar zu machen, wie wir es von unseren Großeltern her kennen.
So geht der Strudelteig
Für unseren Strudel gibt es keinerlei Vorschrift, welches Gemüse genommen werden soll. Erlaubt ist, was schmeckt und gut zusammenpasst. Für unsere Füllung benötigen wir gut 800 g frisches Gemüse. Zunächst stellen wir den Strudelteig aus 250 g Mehl, 1 EL Essig, 2 EL Speiseöl, einem Ei und etwa 100 ml lauwarmem Wasser her. Die Zutaten werden alle gut miteinander verknetet. Den Teig zu einer Kugel formen und zugedeckt an einem kühlen Ort eine halbe Stunde ruhen lassen. Wie gut sich der Teig nachher ausziehen lässt, hängt übrigens im Wesentlichen vom Klebergehalt des Mehls ab.
Am besten eignet sich helles Weizenmehl Type 405, wie es für Torten, Feingebäck üblich ist. Auch helles Dinkelmehl Type 630 ist geeignet, es hat aber etwas schlechtere Klebereigenschaften als Weizenmehl. Inzwischen putzen wir das Gemüse und schneiden es klein. Bei harten Sorten, wie Kartoffeln, Gelbe Rüben, Sellerie oder Kohlrabi empfiehlt sich das Reiben derselben. Alles andere kann in kleine, etwa gleich große Stücke geschnitten werden. Bei etwas Öl kommt es einige Minuten in eine Pfanne und wird erhitzt und leicht angeröstet. Danach zur Seite stellen und erkalten lassen.
Der Teig wird nach dem Ruhen mit den Händen dünn ausgezogen und auf ein Geschirrtuch gelegt. Wem der einzelne Fladen zu groß ist, der kann ihn auf zwei Portionen aufteilen. Darauf verteilen wir einen Becher Sauerrahm und verschiedene Kräuter, wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und Salbei. Der Rand des Teiges sollte dabei umlaufend frei bleiben, damit er noch zusammenhalten kann. Dann verteilen wir das Gemüse gleichmäßig auf dem Teig, geben etwas geriebenen Käse darüber und rollen ihn mit Hilfe des Geschirrtuches vorsichtig auf, wobei die seitlichen Ränder nach innen geschlagen werden, sodass die Füllung nicht nach außen fallen kann. Mit dem auslaufenden Ende nach unten wird die Teigrolle auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gesetzt und mit Eigelb bestrichen. Dann kommt der Strudel bei 180 Grad 30 bis 40 Minuten in den Ofen, bis er oben anfängt, dunkelbraun zu werden.
Dann darf der Strudel aus dem Ofen und kann sofort gegessen werden. Sehr gut ist dazu ein Dip aus Quark oder Joghurt mit frischen Kräutern. Aber auch kalt ist der Strudel ein Genuss. Er kann sogar problemlos portioniert und eingefroren werden.
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