Neuer Takt: Regensburger Busse kommen ab Herbst öfter

Von Juliana Ried · 17. Juli 2024 um 17:49

Ob im Kasernenviertel, im Süden oder in Zentrumsnähe: Der Regensburger Bustakt wird ab Oktober in mehreren Wohnvierteln dichter, das hat jetzt der Planungsausschuss des Stadtrats beschlossen.

Das verbesserte Angebot berücksichtige Wünsche von Bürgern genauso wie Impulse vom Stadtwerk als Anbieter des Busverkehrs, hieß es von der Verwaltung – habe aber nichts mit dem Stadtbahn-Aus zu tun.

Nahezu einhellig stimmte der Ausschuss am Dienstagabend dem Verwaltungsvorschlag zu, dessen Umsetzung die Stadt 562.000 Euro kosten wird. Für den besseren Takt gab es nur lobende Worte. Kritisch sahen mehrere Stadträte allerdings, dass auch Parkplätze wegfallen, damit der Bus besser durchkommt. Ab Oktober sollen das Areal der ehemaligen Nibelungenkaserne am Galgenberg, das Dörnbergviertel im Inneren Westen sowie Harting von einem besseren Bustakt profitieren.

Die Linie 5 soll dann auch abends und sonn- und feiertags vom Hauptbahnhof über den Galgenberg in Richtung Südosten fahren, wenn auch nur bis zum Bürgerhaus in der Humboldtstraße und nicht bis zum Jahnstadion. Die Stadt begründet das damit, dass auch „außerhalb der Nutzungszeiten“ der Park-und-Ride-Anlage am Jahnstadion ein Linienbetrieb nötig sei, schließlich seien die Busse der Linie 5 im Umfeld der Tech-Base regelmäßig gut ausgelastet. Der Bürgerverein Süd-Ost hatte gefordert, dass der Bus das wenige Jahre alte Viertel dort auch abends anfährt. Dementsprechend sagt der kommissarische Vorsitzende Johann Brandl jetzt, die Änderung sei „zu begrüßen“. Wünschen würde er sich, dass auch das Jahnstadion besser angebunden wird, damit Autofahrer ihren Wagen dort länger stehen lassen können.

Lob vom Bürgerverein

„Super“ findet Brandl, dass auch ein anderer Teil des Kasernenviertels bald eine bessere Busverbindung bekommt: Da 2025 der Sportpark Ost an der Zeißstraße eröffnen soll, ist eine bessere Erschließung der Gegend ab dem zweiten Quartal 2025 geplant. Dazu soll die Linie 18, die heute an der Haltestelle „Kunstpark“ endet, verlängert werden. Am Jugend- und Begegnungszentrum und am Kinderhaus kommen zusätzliche Haltestellen. Und statt Midi-Bussen sollen bald größere Standard-Linienbusse auf der Strecke unterwegs sein. Um den Platz für sie zu schaffen, sollen 40 Stellflächen in der zugeparkten Guerickestraße weichen. Gabriele Opitz (FDP) stimmte deswegen gegen das Gesamtpaket, auch AfD-Stadtrat Erhard Brucker hob die Hand dagegen. Opitz hatte beantragt, dass „die 40 wegfallenden Parkplätze zeitnah in der Umgebung ersetzt“ werden. CSU und Christian Janele (Christlich-Soziale Bürger) schlossen sich an, das reichte aber nicht für eine Mehrheit.

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) stellte grundsätzlich klar, die Stadt werde nicht für alle Parkplätze, die entfallen, neue errichten können. Was die Guerickestraße angehe, so blockierten diese beispielsweise auch Besucher des Krankenhauses, die nicht das Parkhaus nutzen wollten. „Tatsache ist, der Bus kommt nicht durch.“

Sonntags-Bus für Dörnberg

Das Dörnbergviertel ist derzeit nach Einschätzung des Stadtwerks montags bis samstags bis 20 Uhr gut mit dem Bus erschlossen. Die Bedienungslücke außerhalb dieser Zeiten will die Stadttochter ab Oktober schließen, mit Fahrten zwischen Hauptbahnhof und Königswiesen bis Mitternacht und am Sonntag.

Harting ganz im Süden dagegen bekommt tagsüber eine bessere Anbindung. Zwar fährt der Bus der Linie 9 den Stadtteil montags bis freitags ab 6 und bis 20 Uhr halbstündlich an. Zwischen 9 und 15 Uhr gibt es aber eine „Taktlücke“, in der der Bus nur jede Stunde kommt. In der Bürgerversammlung im Mai hatten Anwohner einen durchgängigen 30-Minuten-Takt gefordert. Der soll auch kommen, voraussichtlich ebenfalls ab Oktober.

Zum Hintergrund der Verbesserung des Angebots erklärt Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra, an dem Maßnahmenpaket für den öffentlichen Nahverkehr sei „schon länger“ gearbeitet worden. Es sei daher „völlig unabhängig von dem Projekt Stadtbahn und der Beendigung der Stadtbahnplanungen durch den Bürgerentscheid zu sehen“.

Barrierefreier ÖPNV

Anträge: Die CSU-Fraktion hatte beantragt, dass die Stadt alle Bushaltestellen barrierefrei ausbaut und das über Haushaltsreste finanziert. Noch seien nur 124 von 632 Haltestellen barrierefrei (Stand 11. April). Die Grünen beantragten die Streichung des Finanzierungsvorschlags und hatten damit Erfolg.

Beschluss: Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) warnte den Ausschuss, der geforderte Ausbau koste die Stadt „Millionen“ und Förderung bekomme sie für maximal sechs Haltestellen im Jahr. Eine Finanzierung aus Haushaltsresten sei ohnehin nicht möglich. Der Planungsausschuss befürwortete den geänderten Ausbau-Antrag dennoch einstimmig. Damit ist beschlossen, dass der Stadtrat 2024 einen Bericht zu den neuen Ausbauplänen bekommt. Zudem soll die Verwaltung dem Stadtrat eine angemessene Einplanung in den Haushalt vorschlagen.