Max Riedl aus Furth im Wald zeigt seine Drachenbilder und hat eine Botschaft an die Jugend

Max Riedl malt Drachen. Ein Blickschnipsel, wenn er an der Drachenhöhle vorbeifährt, die Textzeile eines Liedes, das er hört, alles kann Inspiration sein. Sein Drachenwerk zeigt er jetzt im Rahmen einer Ausstellung im Radlcafé in Arschwang.
Der Künstler hat darüber hinaus einen leidenschaftlichen Appell an junge Leute: „Malt Drachen!“
Im bürgerlichen Leben war Riedl, der von sich selbst sagt: „Ich wache jeden Morgen mit fünf Bildern im Kopf auf“, bis zu seiner Pensionierung Rektor an der Waldschmidtschule in Eschlkam. Das Malen stand bis zum damaligen Zeitpunkt nicht im Vordergrund. Seine kreative Ader drückte er unter anderem als Kulturjournalist und Schulbuchautor aus. Mit zwei Kollegen hat er von 1997 bis 2001 Bücher für den Kunstunterricht entwickelt. Bayerische Schüler der fünften bis achten Klassen profitierten davon.
Die Welt bunter machen
In seiner aktiven Zeit als Pädagoge hat er begonnen, jedes Jahr im Juni und Juli, wenn sich die Schuljahre auf ihr Ende zubewegten, mit seinen Schülern Drachenbilder zu malen. Warum ausgerechnet Drachen?, ist in unmittelbarer Nähe zu Furth im Wald vielleicht eine unnötige Frage. Der 76-Jährige beantwortet sie trotzdem geduldig: „Fast jedes Kind hat selbst oder über Eltern, Verwandtschaft und Freunde, Kontakt zum Drachenstich.“ Die Aktion hatte durchschlagenden Erfolg. „Im Jahr 2008 habe ich mit meiner vierten Klasse eine Ausstellung im Alten Rathaus in Furth im Wald gezeigt. Ein voller Erfolg“, freut sich Riedl.Und er habe Unglaubliches bei dieser Arbeit erlebt. Problemschüler, die sich im Unterricht schwer getan haben, machten nach den Malkursen unglaubliche Sprünge nach vorn.
In Zeiten, in denen Kunst und Musik auf den Lehrplänen immer mehr verschwindet, geht sein Appell in genau die andere Richtung: „Ich rege an, an den Further Schulen alljährlich eine Ausstellung mit Drachenbildern zu organisieren.“
Was dahinter steckt ist schlicht und einfach der Wunsch, die jungen Leute mögen kreativ werden: „Malen regt die Sinne an, und es müssen ja auch nicht nur Drachen sein.“
2016 hat sich Riedl entschieden, sein künstlerisches Augenmerk auf Lindwürmer zu richten. Mal macht er sich bildtechnisch Gedanken, wie man wohl eine vielköpfige Drachenhydra ausschaltet, ein anderes Mal ist es ein Weihnachtslied der deutschen Band Trio, das ihn zu einem Werk inspiriert. Aus der kindhaften Gestalt „Der Knabe mit dem Steckenpferd“, die vor allem als Porzellanfigur zu einiger Berühmtheit kam, wird bei Riedl der „Knappe mit dem Steckendrachen“.
Auch wenn ihn die Krankheit Parkinson beeinträchtigt, blitzt bei solchen Aussagen der Schalk aus seinen Augen. Ohne Frage, auch wenn er sich sehr ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt, Humor ist Teil seiner DNA.
Was beim Betrachten der Bilder sofort auffällt: Sie sind farbenfroh, die Technik, die Riedl anwendet, besonders. „Ich bin in meiner Jugend mit Pop Art groß geworden, davor war in den 1960-er Jahren alles trist. Die vorherrschende Farbe bei uns war grau.“ Er kann sich noch genau an den Tag erinnern, als er 1968 in seinem Abiturjahr ein buntes Plakat im Gymnasium aufgehängt hat, das wenig später wieder entfernt wurde. „Es war kurz vor der Fastenzeit, es hieß, die Leute sollten nicht den Eindruck bekommen, es sei Fasching. Es bestünde ansonsten der begründete Verdacht, dass auch getanzt werden würde.“
Malen tut der Further Künstler am liebsten mit Acryl. Was ihn auszeichnet, sind aber vor allem verschiedene Techniken, die er anwendet: Er sprüht, nutzt selbst gefertigte Schablonen und setzt seine Werke aus verschiedenen Materialien und Komponenten zusammen.
Jedes Bild hat eine Chance
Fantasie und spontane Eingaben leiten ihn an. Oft ist zu Beginn noch nicht klar, wohin der Weg führt. „Ich gebe jedem Bild eine Chance.“ Heißt so viel, wie: Bilder können ein Eigenleben und sich anders entwickeln, als zunächst gedacht. Ist Riedl denn auch einmal unzufrieden mit einem seiner Werke. Da ist er wieder der erfrischende Humor: „Manche meiner Bilder sind sehr viel wertvoller als andere, weil sich noch ein zweites dahinter befindet.“
Drachen-Bilder
Ab 20. Juli (Vernissage um 16 Uhr) bis 25. August zeigt Max Riedl im Fahrradmuseum Arnschwang seine Drachen-Bilder. Der Further Maler stellt bereits zum dritten Mal in Arnschwang aus. „Es freut mich, dass Max wieder bei uns ist“, sagt Inhaber Hans Hruschke. „Das hat uns immer viel gebracht, auch im Nachhinein. Man merkt einfach: Max ist ein Profi.“ Öffnungszeiten des Museums: Samstag, 8 bis 20.30 Uhr, Sonntag, 9 bis 20.30 Uhr, Dienstag/Donnerstag , 8 bis 13 Uhr; Eintritt frei. Riedl ist am 21. und 28. Juli, 14 bis 15 Uhr, vor Ort im Museum.
